Heute ab 19 Uhr

Hessenderby in der Regionalliga: Offenbach als Ziel für die Löwen

(von links) Frederic Brill, Tobias Damm, Mahir Saglik und Lukas Iksal.
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Heute in Offenbach: (von links) Frederic Brill, Tobias Damm, Mahir Saglik und Lukas Iksal vom KSV Hessen.

Lange hat es nicht so ausgesehen, als könnte dieses Derby noch im Jahr 2020 über die Bühne gehen. Der KSV Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach – das ist immer ein besonderes Fußballspiel.

Kassel – Eigentlich hätte die Partie bereits Anfang November stattfinden sollen – wurde wegen der Corona-Unterbrechung in der Regionalliga Südwest aber auf heute verlegt. Anpfiff am Bieberer Berg ist um 19 Uhr. Wir versorgen Sie mit allen Infos (siehe Service). Einige Spieler haben sich für dieses Spiel etwas vorgenommen, Ziele gesetzt. Wir haben nachgefragt.

Der Traum

Lukas Iksal bekommt nun doch sein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Für den 26 Jahre alten Mittelfeldspieler ist es seit langer Zeit ein Traum, gegen und vor allem in Offenbach aufzulaufen. „Jetzt ist es endlich soweit. Und wir sind nach dem 3:0 gegen Alzenau mehr als bereit“, sagt Iksal. Nervös sei er nicht. Noch nicht. „Die Vorfreude ist aber groß. Wir trainieren am Montag etwas später wegen der Coronatests. Die dürfen nicht älter als 24 Stunden sein. Weil wir auf dem Trainingsplatz kein Licht haben, findet die Einheit im Auestadion statt. Wenn ich danach nach Hause fahre, werde ich sicher ans Derby denken“, sagt er.

Iksal bedeutet es sehr viel. „Schon vor der Saison war es das Spiel, was ich für mich herausgehoben habe. Es reizt mich am meisten“, sagt er. „Wir wollen auch für unsere Fans gewinnen. Die können uns nicht unterstützen. Wir wollen etwas zurückgeben.“

Die Reha

Am 19. September beim 1:1 im Auestadion gegen Pirmasens hatte sich Kapitän Frederic Brill einen Innenbandriss zugezogen, fiel wochenlang aus. Und arbeitete an seiner Rückkehr. „Es war mein Ziel, so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen. Und da setzt man sich dann noch weitere, kleinere Ziele. Ich wollte gegen Offenbach wieder dabei sein“, sagt der 28-Jährige. Hätte dieses Derby Anfang November stattgefunden, für Brill hätte es dennoch nicht gereicht.

Nun ist er aber wieder fit und hinterließ am vergangenen Samstag keine Zweifel, dass er bereit für dieses Spiel ist. „Als KSV-Spieler in diesem Stadion aufzulaufen, ist besonders. Wir sind Außenseiter, werden aber versuchen, das Spiel mit unseren Mitteln auf Augenhöhe zu ziehen“, verspricht er.

Die Premiere

Mahir Saglik war am Montag sichtlich gut gelaunt. „Ihr wolltet mir schon wieder ein Tor klauen. Aber ich habe den Ball abgefälscht.“ So meldet sich der 37-Jährige lachend am Telefon. Beim 3:0-Erfolg gegen Alzenau sah es so aus, als hätte Ingmar Merle den zweiten Treffer aus der Distanz erzielt. Aber: Saglik war noch entscheidend beteiligt. „Sonst wäre ich doch auch nicht so zum Jubeln abgedreht“, sagt der Angreifer. „Ich freue mich aber auch über jede Vorlage, die ich geben kann“, ergänzt er.

Zwei Treffer hat Saglik bislang vorbereitet, sieben selbst erzielt. Jeweils zwei in Bahlingen und gegen Alzenau zuletzt. In beiden Partien war ein Tor zunächst einem Mitspieler angerechnet worden, gegen Alzenau eben Merle, in Bahlingen Iksal. „Zweistellig zu treffen, das war vor der Saison schon mein Ziel“, sagt Saglik. Bei noch 29 ausstehenden Partien sollte das kein Problem sein. Vielleicht legt er das nächste Tor schon in Offenbach nach. Bei seiner Premiere – denn mit den Löwen hat er noch nicht gegen den Rivalen gespielt. Wie das funktioniert, weiß er aber schon: „Wir müssen unsere Emotionen im Griff haben. Aber wir brauchen sie auch“, sagt er.

Die Erinnerung

Trainer Tobias Damm hat dieses Derby als Spieler selbst oft erlebt. Und stand beim letzten Sieg der Kasseler am 15. Oktober 2016 (1:0) auf dem Platz. Im Jahr zuvor musste der 37-Jährige nach einer Roten Karte gegen Kevin Rauhut sogar mal ins Tor – und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung. Die Personallage bereitet Damm dagegen keine Kopfschmerzen. Auch Basti Schmeer und Nils Pichinot könnten heute wieder dabei sein. Alle haben ja auch irgendwie Offenbach als Ziel. (Maximilian Bülau)

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