5000 Zuschauer beim KSV?

Strenge Auflagen: Fans von Kickers Offenbach geben Tickets zurück

Fans von Kickers Offenbach.
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Bild aus Offenbach: Fans der Kickers im Sparda-Bank-Hessen Stadion beim Testspiel gegen Rot-Weiss Essen.

Am 13. August beginnt die neue Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest mit der Partie Ulm gegen den FSV Frankfurt.

Kassel – Anderthalb Wochen haben die 19 Klubs also noch, um sich in Form zu bringen, die Kader zu vervollständigen – und natürlich auch Dauerkarten zu verkaufen. Nach einem Jahr voller Corona-Einschränkungen und Geisterspiele hoffen alle Beteiligten auf möglichst viele Zuschauer in der kommenden Spielzeit. In Offenbach sorgt das Fan-Thema derzeit aber für Ärger.

Kickers Offenbach

Zwischen den Kickers und der Stadt Offenbach ist ein Streit entflammt. Unter anderem geht es dabei auch ums Bier. Denn die Stadt hat dem Klub für die Zulassung von Zuschauern strenge Auflagen mitgegeben. So waren zum Testspiel gegen Rot-Weiss Essen in der vergangenen Woche zwar mehr als 6000 Zuschauer zugelassen – diese mussten aber auch auf ihren Plätzen Masken tragen und durften im Stadion keinen Alkohol trinken. Mit einer Ausnahme: Im Business-Bereich waren zwei kleine alkoholische Getränke – Bier oder Wein – erlaubt. 2000 Menschen sahen schließlich das 1:4 der Offenbacher gegen Essen live im Stadion.

Fans und Verantwortliche sind von den Auflagen genervt. OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik sagte gegenüber dem hr: „Wir werden hier als Fußballfans als minderbemittelt hingestellt, weil man der Meinung ist, dass sie sich pauschal besaufen und dann an keine Regeln halten.“ Die Regelungen seien willkürlich und unsinnig. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten während des Testspiels gegen Essen die Fans auf der Stehtribüne gar mit Ferngläsern beobachtet und gefilmt.

Fabian El Cheikh, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Offenbach, kann die Aufregung nicht verstehen. „Es ist eine Art Geben und Nehmen zwischen Verein und Stadt. Da ist es ein bisschen bedauerlich, dass der Verein nicht im Detail alles darstellt“, sagte er dem hr. Folgen hat das Ganze aber schon jetzt. Denn vor allem im Business-Bereich hätten laut Sobotzik schon einige ihre Tickets storniert, der Verein rechnet mit mindestens 60 000 Euro Verlust an Karteneinnahmen.

KSV Hessen Kassel

Ganz anders sieht das beim KSV Hessen aus. „Wir sind mit Ordnungs- und Gesundheitsamt im Austausch“, sagt Vorstandsmitglied Daniel Bettermann. „Nach aktuellem Stand können wir rund 3000 Sitzplatzkarten verkaufen und hoffen auf eine Auslastung der Stehplätze von 20 Prozent.“ So könnte das Auestadion bestenfalls sogar für bis zu 5000 Fans geöffnet werden. Gästefans wurden von der Liga nicht reglementiert, das örtliche Gesundheitsamt trifft in dieser Hinsicht die letzte Entscheidung.

Der Vorverkauf beim KSV wird wöchentlich gestartet, da die Situation variieren könne, so Bettermann. „Dann können wir reagieren“, sagt er. Dauerkarten sind schon länger zu haben. Die gehen bislang etwas schleppender weg als im vergangenen Jahr. Da verkaufte der KSV mehr als 1000.

Maskenpflicht herrscht im Auestadion auf dem Platz nicht, nur bei den Wegen innerhalb des Stadions. Auch Alkohol darf – Stand jetzt – überall ausgeschenkt werden. Für den Einlass gelte aber die Regel: geimpft, genesen oder getestet. In welcher Gruppengröße die Zuschauer zusammensitzen dürfen, steht laut Bettermann noch nicht fest. In Kassel sind bislang noch keine Karten zurückgegeben worden. „Wir spüren keinen Frust, da ist vielmehr eine positive Neugierde“, sagt Bettermann. (Maximilian Bülau)

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