Ohrstöpselpanne: Für Laura Wontorra ist der KSV-Arzt ein Held

Foto mit ihrem Helden: Laura Wontorra mit Dr. Marco Spielmann. Foto: Wontorra/nh

Den Montagabend in Kassel wird Laura Wontorra so schnell nicht vergessen: 20 Minuten verbrachte die Moderatorin des Senders Sport 1 im Rettungswagen, zweieinhalb Stunden im Stau.

Es hätte besser laufen können für die 26-Jährige. Aber der Reihe nach.

Wontorra, Tochter des Sportreporters Jörg Wontorra, ist für die Regionalligapartie des KSV Hessen gegen Waldhof Mannheim als Moderatorin eingeteilt. Vor dem Anpfiff spricht sie in die Kamera, alles normal, alles in Ordnung. Als schließlich Kommentator Jörg Dahlmann an der Reihe ist, nimmt Wontorra routinemäßig den an einem Kabel hängenden Stöpsel aus dem Ohr. Das Problem: Ein Teil dieses Stöpsels, der sie mit der Regie verbindet, bleibt im Ohr hängen – womöglich auch deshalb, weil sie das extra für ihr Ohr angefertigte Exemplar an diesem Tag vergessen hat. Alle Versuche, den kleinen Eindringling zu entfernen, schlagen fehl.

Wontorra wird schließlich in einem Rettungswagen am Auestadion behandelt. „Fünf Sanitäter haben da versucht, das Teil aus dem Ohr zu bekommen, aber keiner hat es geschafft“, berichtet sie am Dienstag. Sie macht den Vorschlag, das Problem am nächsten Tag in ihrem Wohnort Köln zu lösen. Die Helfer aber raten ihr davon ab, weil es mindestens zu Gleichgewichtsstörungen kommen könnte.

Kleines Wunder

„Als wir fast schon auf dem Weg zur Notaufnahme waren, ist mir die glorreiche Idee gekommen, mal den Mannschaftsarzt des KSV Hessen zu konsultieren“, erzählt Wontorra. Gedacht, getan: Sie geht zu Dr. Marco Spielmann, und der vollbringt ein kleines Wunder. Wontorra: „Er scheint magische Hände zu haben. Ein Griff, und das Teil war draußen.“ Der Abend ist gerettet.

Fast. Als Wontorra mit ihren Kollegen zurück nach Köln fahren will, es ist jetzt 22.30 Uhr, gerät ihr Tross in den Stau. Vollsperrung. Zweieinhalb Stunden geht nichts. Kurios: Hinter Wontorras Auto steht das des Mannheimer Trainers Kenan Kocak, der auch nach Köln muss, weil er dort seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert. Erst um 4.30 Uhr ist Wontorra wieder in Köln. Am nächsten Tag hat sie um 10 Uhr einen Termin – und Kopfschmerzen. Trotzdem: „Kassel behalte ich in guter Erinnerung“, sagt sie. „Ich komme gern wieder.“ Zum Dank an Marco Spielmann postet sie bei Facebook ein Foto von sich und ihm. Kommentar: „Held des Tages.“

Und was sagt der Held? „Ein Held bin ich sicher nicht.“ Trotzdem findet Spielmann seinen Einsatz schon recht kurios: „Als Orthopäde und Unfallchirurg habe ich mit solchen Sachen eigentlich nichts zu tun. Das war mein erster Ohrstöpseleinsatz.“ Wobei: „Als Vater dreier Kinder habe ich mit der Entfernung diverser Fremdkörper durchaus Erfahrung.“ Was Wontorra auch hilft: Als Arzt hat er schlicht mehr Eingriffsmöglichkeiten als Sanitäter.

Spielmann bekommt nach seiner etwas anderen Rettungstat viele Mails und Glückwünsche. „Da merkte man, welch Medienereignis das war.“

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