KSV Hessen steigt auf

Perfekt – die Löwen sind wieder viertklassig

+
Großer Jubel: Die KSV-Spieler (von links) Marco Dawid, Luis Allmeroth, Sergej Evljuskin und Adrian Bravo Sanchez freuen sich nach dem Sieg am 7. März gegen Dreieich mit den Fans. 

Kassel – Vorstandsmitglied Jens Rose war glücklich und erleichtert zugleich: Der KSV Hessen Kassel wird in der kommenden Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen.

Die frohe Kunde des Aufstiegs kam am Dienstagabend. Nach dem DFB-Bundestag am Montag und der Ablehnung einer zweigleisigen dritten Liga hat die Spielkommission und die Gesellschafterversammlung der Regionalliga gestern lange per Videokonferenz getagt – und ist letztlich zu dieser Entscheidung gekommen.

Für die Löwen enden damit Wochen der Unsicherheit. Erst hatte der Hessische Fußball-Verband in seinen Empfehlungen die Relegationsplätze nicht berücksichtigt, sich dann doch auf die Seite des KSV geschlagen. Eine interne Probeabstimmung der sieben Verbände der Regionalliga Südwest hatte für Unruhe gesorgt, bei der mit zwei zu fünf Stimmen gegen den Antrag des KSV gestimmt worden war. Dieser sah vor, dass es vier Aufsteiger aus den Oberligen Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar und Baden-Württemberg geben soll – die drei Meister sowie der Zweitplatzierte mit dem besten Quotienten. Dieser wird aus erzielten Punkten und ausgetragenen Spielen errechnet. Die Löwen lagen dabei vor den Konkurrenten aus den anderen Bundesländern.

Daraufhin hatte der KSV mit Klage gedroht. Nun gibt es aber eine außergerichtliche Lösung, indem die Gesellschafter der Regionalliga sowie die Spielkommission doch dem Vorschlag des KSV gefolgt sind. „Jetzt können wir durchatmen. Wir haben Gewissheit und können planen. Die Mannschaft und die Region haben sich das verdient“, sagte Rose, kurz nachdem er vom Aufstieg seines KSV Hessen erfahren hatte. „Da ist ja auch immer Ungewissheit dabei, weil die eigene Einschätzung etwas subjektiv sein kann. Aber wir hatten die richtige Einschätzung“, fügte Rose an. „Es hat wohl auch einen Vorschlag gegeben, den vierten Aufsteiger sportlich auszuspielen. Dazu wären wir auf jeden Fall bereit gewesen. Es ist immer schöner, wenn sich alles sportlich entscheidet. Aber das ist derzeit eben nicht möglich“, sagte Rose.

Glücklich war auch Trainer Tobias Damm, der auf der Couch lag, als er die Aufstiegsnachricht bekam: „Ich freue mich riesig für die Jungs. Nach den vergangenen zwei Jahren ist das endlich mal eine positive Entscheidung.“ Anschließend stand das Handy nicht mehr still: „Ich habe innerhalb von fünf Minuten 20 Nachrichten bekommen. Keine Ahnung, wie die Leute das alle so schnell erfahren haben“, sagte Damm. „Mir sind jede Menge Steine vom Herzen gefallen. Das hat sich gezogen – und obwohl du nicht spielst, stehst du unter Strom.“

Damms Fazit: „Jetzt kann ich sagen: Okay, es gibt doch einen Fußballgott.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.