Samstag ab 14 Uhr im Auestadion

KSV Hessen und Pirmasens? Da war doch was ...

Kassels Nael Najjar (rechts) und Salif Cissé vom FK Pirmasens. Im Hintergrund: Sebastian Reinert.
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Zwei, die auch heute noch für ihre Klubs spielen: Kassels Nael Najjar (rechts) und Salif Cissé vom FK Pirmasens am ersten Spieltag der Saison 2016/17. Im Hintergrund: Sebastian Reinert. Archivfoto: Christian Hedler

So ganz hat sich der Rauch noch immer nicht verzogen. Der Rauch des Ärgers.

Kassel – In der Saison 2016/17 trafen der KSV Hessen Kassel und der FK Pirmasens das letzte Mal aufeinander. Natürlich in der Fußball-Regionalliga. Damals stieg das Team aus der pfälzischen 40 000-Einwohner-Stadt als 14. mit 42 Punkten ab. Die Löwen hielten als Zehnter mit 49 Zählern die Klasse.

Klingt erst einmal deutlich. Aber Pirmasens? Da war doch was ... Richtig, denn 2017 war auch das Jahr, in dem der KSV seinen Insolvenzantrag einreichte. Nach dem letzten Spieltag. Der Abzug von neun Punkten galt somit für die kommende Saison. Pirmasens legte damals Beschwerde bei der Regionalliga Südwest gegen die Nichtzulassung zur kommenden Spielzeit ein und warf den Löwen Insolvenzverschleppung vor. Diese wurde allerdings abgelehnt. Für den Hintergrund: Hätten die Kasseler während der noch laufenden Saison den Insolvenzantrag eingereicht, wäre der Abzug von neun Punkten sofort gültig gewesen. Die Folge: Der KSV hätte dann nur noch 40 Zähler auf dem Konto gehabt, wäre abgestiegen, Pirmasens mit 42 Punkten nicht.

Den Löwen allerdings Vorsatz zu unterstellen, ist fragwürdig. Denn wie sich gezeigt hat, waren die neun Minuspunkte in der kommenden Spielzeit ein zu großes Laster – und sorgten für den Abstieg ein Jahr später. Pirmasens hingegen gelang der direkte Wiederaufstieg. Drei Jahre später sind beide Teams nun wieder vereint. In der Regionalliga Südwest.

Sieben Spieler aus dem Pirmasenser Kader von 2017 sind auch heute noch dabei. Und zumindest bei den Fans scheint der Ärger über den Abstieg noch nicht so wirklich verflogen zu sein. So äußerte sich jemand im Fanforum des heutigen KSV-Gegners: „Da haben wir noch eine Rechnung offen. Denken wir an die dortige Insolvenzverschleppung was wiederum u.a. unseren Abstieg mit sich brachte. Doch das Schicksal rächte sich an dem KSV ein Jahr später mit dem Abstieg in die Oberliga. Doch auch dort haben sie sich wieder hochgemogelt.“ Da spricht noch Frust mit.

Diese Sichtweise liegt im Auge des Betrachters. Ohne den coronabedingten Saisonabbruch, der zur Folge hatte, dass es keine Absteiger gibt, wären die Pirmasenser jetzt wohl wieder in der Oberliga. Denn zum Zeitpunkt des Saisonendes lagen sie mit 18 Punkten abgeschlagen auf dem drittletzten Tabellenplatz der Regionalliga.

Da Gästefans aber nicht zugelassen sind, wird es sich auf ein sportliches Duell beschränken. Und da haben beide Mannschaften mit einem Sturmproblem zu kämpfen. Pirmasens gelang in drei Partien erst ein Treffer. Und dem KSV fehlen neben Ingmar Merle, Serkan Durna und Niklas Hartmann die beiden etatmäßigen Zentrumsstürmer Mahir Saglik und Sebastian Schmeer. (Maximilian Bülau)

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