Merle vergibt Elfmeter, kein Transfer mehr

Pleite, Pech und Schirischelte: KSV Hessen verliert 0:1 beim FSV Frankfurt

Tobias Damm.
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Einsam am Spielfeldrand: KSV-Trainer Tobias Damm sah eine unglückliche Niederlage seines Teams in Frankfurt.

Es hätten drei Punkte werden können, am Ende wurde es keiner. Der KSV Hessen Kassel hat das Auswärtsspiel beim hessischen Rivalen FSV Frankfurt 0:1 (0:0) verloren.

Kassel – Knackpunkt war ein vergebener Foulelfmeter. Wenige Minuten später traf der FSV. Zudem deutet sich an, dass die Löwen im Angriff wohl keinen Spieler mehr verpflichten werden. Das Transferfenster schließt morgen um 18 Uhr.

Das Spiel

Auf etwa sieben Minuten lässt sich diese Partie herunterbrechen. Nachdem der KSV schwer in Gang gekommen war, die Anfangsphase und die ersten Chancen den Gastgebern gehört hatten, übernahmen die Löwen nach und nach das Geschehen am Bornheimer Hang. Bis zur Halbzeit waren sie überlegen. Und so machten sie auch nach der Pause weiter.

Als Schiedsrichter Jonas Brombacher dann auf Foulelfmeter für den KSV entschied – Nael Najjar war gehalten und am Fuß getroffen worden, war die große Möglichkeit da, in Führung zu gehen (52.). Ingmar Merle, der auch schon beim 3:2-Sieg drei Tage zuvor gegen den VfB Stuttgart II Verantwortung übernommen und in der 87. Minute zum Ausgleich verwandelt hatte, legte sich den Ball zurecht. Merles Schuss war nicht schlecht. Doch FSV-Keeper Kenan Mujezinovic tauchte schnell in die rechte Ecke ab und parierter stark.

Frankfurts Trainer Angelo Barletta reagierte prompt und wechselte offensiv. Mit Arif Güclü kam der Toptorjäger des FSV aus der Vorsaison. Sieben Minuten später war es dann eben dieser Güclü, der einen Angriff des FSV per Kopf vollendete und den einzigen Treffer des Nachmittags erzielte. Ärger gab es anschließend, weil Serkan Durna im Vorfeld klar gefoult wurde (siehe Artikel unten). Für KSV-Kapitän Frederic Brill war hinter her klar: „Wir hatten die beste Chance, die man haben kann. Ohne Inge einen Vorwurf machen zu wollen, war das der Knackpunkt des Spiels. Machen wir das 1:0, wird der Laden beim FSV noch wackeliger und wir gewinnen höher als nur mit einem Tor Unterschied.“

Ein Stürmer

Trainer Tobias Damm hatte in den letzten Wochen stets betont, dass seinem Team ein echter Strafraumstürmer fehlt. Das wurde auch in Frankfurt deutlich. Die Löwen hatten viele gute Angriffe, aber im Strafraum fehlte die letzte Entschlossenheit. Jon Mogge machte wie schon gegen Stuttgart ein gutes Spiel – aber eben kein Tor. Auch er ist eher einer, der über den Flügel kommt. Damm erklärte nach der Partie, dass kein weiterer Stürmer kommen würde: „Es gab leider niemanden, der gepasst hat.“ Womit wohl vor allem die finanziellen Möglichkeiten des KSV gemeint sind. Auch Mike Feigenspan, der zuletzt bei den Löwen trainierte, ist kein Thema. Er möchte in die 3. Liga.

Die Schiedsrichter-Schelte

Tobias Damm, Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, wollte es eigentlich kurz halten, als er während der Pressekonferenz nach der Partie beim FSV Frankfurt an der Reihe war. Das kündigte er zumindest an. „Ich bin heute schnell fertig“, sagte er. War er dann aber doch nicht.

Das hatte einen Grund. Mit der Analyse des Spiels kam Damm tatsächlich schnell durch. Es sei ein sehr gutes Auswärtsspiel gewesen, eines der besten unter seiner Leitung. Sein Team habe nur verpasst, das Tor zu schießen. Wenn der Elfer reingehe, laufe das Spiel in eine andere Richtung, fand er. Mit der Leistung seiner Akteure sei er absolut zufrieden.

Aber: „Was mich maßlos ärgert, ist nicht unbedingt die Niederlage, sondern das Auftreten des Schiedsrichters“, fügte der Trainer der Löwen an. Vor dem Gegentreffer sei Serkan Durna klar gefoult worden. „Das ist erst mal kein Problem, dass der Schiedsrichter das nicht pfeift, Fehler würden passieren, so Damm. „Aber dass er danach zu mir an die Linie kommt und sagt, dass das hier kein Dialog, sondern ein Monolog sei, das geht für mich überhaupt nicht. So ein Verhalten ist zuletzt vermehrt vorgekommen, und das ist meiner Meinung nach kein Umgang. Darüber muss man sprechen“, sagte ein aufgebrachter Coach über das Auftreten des Schiris. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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