Zuhause weiter ungeschlagen

Plötzlich Torschützen: Flotho und Schwechel schießen KSV Hessen zum Sieg gegen Koblenz

Moritz Flotho (links) und Brian Schwechel.
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Torschützen unter sich: Moritz Flotho (links) und Brian Schwechel.

Glücklich ist es natürlich nicht, wenn bei einem Fußball-Regionalligisten kurzfristig zwei Spieler ausfallen. Glücklich ist es allerdings, wenn der Trainer zwei Spieler dafür aufstellt, die am Ende die einzigen beiden Tore erzielen.

Kassel – Ein glückliches Händchen nennt man das wohl. So passiert am Samstag beim Heimspiel des KSV Hessen Kassel gegen Rot-Weiß Koblenz. 2:0 (0:0) hieß es am Ende für die Löwen. Die Treffer erzielten Moritz Flotho und Brian Schwechel.

Bei Flotho ist es nicht ganz klar, bei Schwechel aber so gut wie sicher, dass er eigentlich auf der Bank gesessen hätte. Weil Hendrik Starostzik mit Rückenproblemen aber passen musste – auf dem Spielberichtsbogen war er eigentlich für die Startelf vorgesehen – rutschte der 23-Jährige in die Innenverteidigung. Und weil Jon Mogge sich im Training am Donnerstag gezerrt hatte, übernahm der 19 Jahre alte Flotho die Position im Sturmzentrum. „Da habe ich in der A-Jugend auch gespielt und fühle mich ein bisschen wohler“, sagte er nach dem Spiel. Zuletzt war er zumeist auf einer offensiven Außenposition zum Einsatz gekommen.

Nun war es so, dass der KSV wahrlich keine gute erste Halbzeit ablieferte. Viele Fehlpässe, viele Unzulänglichkeiten, häufig zu spät. Da konnten die Löwen von Glück reden, dass die Gäste offensiv sehr harmlos waren. Trotz einer schwachen Hälfte waren die besseren Möglichkeiten da auf KSV-Seite. Serkan Durna nahm einen Querschläger direkt, scheiterte aber an Torhüter Baboucarr Gaye (7.). Erneut Durna ließ gleich zwei Gegenspieler aussteigen – sein Schuss wurde aber kurz vor der Linie geklärt (20.). Auf der Gegenseite war Schwechel in höchster Not gegen Henry Jon Crosthwaite gefordert (32.).

Doch nach dem Seitenwechsel war der KSV dann etwas besser im Spiel, das weiterhin sehr kampf- und zweikampfbetont blieb. Trainer Tobias Damm sagte hinterher: „Wer das erste Tor schießt, der gewinnt, so war das Gefühl.“ Da sollte der 37-Jährige Recht behalten.

Nachdem bereits zwei Freistöße Gefahr gebracht hatten, passierte in der 66. Minute Folgendes: Jascha Döringer spielt einen überragenden Pass in die Schnittstelle auf den eingewechselten Lukas Iksal, der legt quer – und mit etwas Glück landet der Ball bei Flotho. Der 19-Jährige erzielt sein zweites Saisontor. „Das war ein Missverständnis zwischen Torwart und Innenverteidiger. Eigentlich war der Pass etwas kurz. Von mir war das einfach intuitiv“, sagte er. Und vor allem war es ein wichtiges Tor.

Anschließend hatten die Löwen nicht alles im Griff, aber mehr Räume gegen einen Gegner, der eine Fünfer-Abwehrkette aufbot. Und dann sorgten die Gastgeber für die Vorentscheidung, die eigentlich schon die Entscheidung war. Schwechel war nach einer Ecke zur Stelle und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie (87.). „Flotho hat ihn super per Kopf verlängert und mir ist der Ball dann genau vor die Füße gefallen. Da musste ich nur noch einschießen“, sagt der Torschütze, der kein Problem damit hatte, erst kurzfristig in die Startelf zu rücken. „Das Gute daran ist, dass man kaum Zeit hat, über irgendwas nachzudenken. Am Ende funktionierte das auch wieder ganz gut.“ Und ein bisschen Glück gehörte an diesem Samstag im Auestadion eben auch dazu. (Von Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

Rund ums Spiel

Antrag und Lernprozess

In der vergangenen Saison hatten die Löwen nur einen Punkt aus zwei Spielen gegen Rot-Weiß Koblenz in der Fußball-Regionalliga Südwest geholt. Nun sind es bereits drei. Das fiel sonst rund ums Heimspiel der Löwen auf.

Der Antrag

Die Halbzeit ist ja eigentlich dazu da, um sich eine Bratwurst oder ein Getränk zu holen, das eine oder andere Gespräch zu führen. Eine Halbzeit kann aber auch für die Zukunftsplanung genutzt werden. Am Samstag wurde das Mikrofon in der Pause einem KSV-Fan übergeben. Der machte damit seiner Partnerin, die in der Nordkurve stand, einen Heiratsantrag. Anschließend dauerte es ein wenig, bis die Frau von Maskottchen Totti begleitet die Tartanbahn vor der Haupttribüne erreicht hatte. Als sie angekommen war, bekam sie das Mikro und sagte das, was alle hören wollten: „Ja, ich will!“ In der zweiten Halbzeit dürfte sie mit den Gedanken zwar nicht nur beim Fußball gewesen sein – auch sportlich nahm der Nachmittag aber noch ein gutes Ende.

Der Lernprozess

Der KSV war gerade in der Offensive extrem jung besetzt. Im Vergleich zur Vorsaison stürmen nicht mehr Sebastian Schmeer (34) und Mahir Saglik (38), dahinter zieht nicht Alban Meha (35) die Fäden. Stattdessen bildeten Moritz Flotho (19), Daniele Vesco (21), Serkan Durna (21) und Jascha Döringer (24) das Offensiv-Quartett. Dennoch haben die Löwen einen Lernprozess durchgemacht, wie der Sieg gegen Koblenz zeigt.

Denn anders als zuletzt, ging ein enges, umkämpftes Spiel nicht verloren oder endete torlos. Nein, der KSV hielt trotz einer insgesamt sehr jungen Startelf gegen einen körperbetont auftretenden Gegner dagegen – und eben auch mit, obwohl es lange nicht so gut lief. Das wurde belohnt. Mit den Treffern von Flotho und Brian Schwechel. „Der Umbruch hat offensiv gut geklappt“, sagte Flotho hinterher. (Maximilian Bülau)

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