Keine Vertragsverlängerung

Poltern und Austeilen – Wolf ist kein leichter Trainer

In seinem Element: Trainer Uwe Wolf (rechts) diskutiert mit dem Schiedsrichter – hier mit Markus Wingenbach im Aufstiegsrückspiel gegen Holstein Kiel.
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In seinem Element: Trainer Uwe Wolf (rechts) diskutiert mit dem Schiedsrichter – hier mit Markus Wingenbach im Aufstiegsrückspiel gegen Holstein Kiel.

Kassel. Er war ein guter Trainer für seine Mannschaft, aber ein schwieriger für seinen Verein. Uwe Wolf sprach gerne Missstände an. Diplomatie aber ist sein Ding nicht.

Selbst in der Sache richtige Kritiken wie die am Zustand des Rasens im Auestadion gingen nach hinten los, weil Wolf so polternden austeilte. Hier einige von Wolfs umstrittenen Auftritten:

WOLF UND DIE GREMIEN

Aufsichtsrat und Vorstand mussten einiges hinnehmen. Während der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr ergriff Wolf das Wort und betonte, dass er ja einen Plan habe. Indirekt kritisierte er so die Funktionäre, denen er gerade das absprach: einen Plan zu haben. Was bleibt, ist das Bild der Mitgliederversammlung - wie Wolf wie ein Büttenredner zu den Mitgliedern sprach. Zuvor hatte er sogar im Februar im Interview mit unserer Zeitung mit Blick auf den Aufsichtsrat gefordert: „Diese Herren sollten zurücktreten.“ Für derlei kann man auch schon mal entlassen werden. Wolf bleibt uns sagt später beim Lesertreff in ganz eigener Logik: „Mit mir kann man doch reden.“

WOLF UND DIE SPIELER

Neuzugang Sacir Hot meierte Wolf gleich nach dessen Verpflichtung ab, obwohl er sie vorangetrieben hatte. Öffentlich kritisierte er Hots Einstellung. Das kann sich ein Trainer erlauben, allerdings verunsicherte es Hot so sehr, dass er im ersten Spiel patzte. Es blieb sein einziges. Ähnliches wie Hot erlebte zuvor Tobias Damm, dem Wolf öffentlich mitteilte, er müsse seinen Vertrag nicht erfüllen. Und Nachwuchsmann Benjamin Trümner war beim Trainer ganz schnell unten durch: „Unter mir spielt er nicht mehr“, erklärte Wolf, forderte sogar, der Verein solle ihn auch in der A-Jugend nicht mehr einsetzten.

WOLF UND DIE PRESSE

Uwe Wolf hatte in Kassel zwei Gesichter. Auch im Umgang

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mit Medien. Er kam mit ihnen aus, solange er die Spielregeln bestimmte. Mehr noch: Er war selbst in dieser Beziehung akribisch und wies Journalisten mitunter mit einem Anruf um Mitternacht auf einen Fehler hin, den er beim Lesen im Internet entdeckt hatte. Er hatte da sogar etwas Fürsorgliches. Wenn sich Wolf jedoch kritisiert fühlte oder er die Leistung der Mannschaft nicht ausreichend gewürdigt sah, machte er dicht. Er ging mitunter über Wochen nicht an sein Telefon, begründete das mit dem Hinweis, sich auf die Mannschaft konzentrieren zu wollen. Aber das traf es wohl nicht. So war Wolf auch im Umgang mit den Medien er selbst: Er forderte Professionalität, verhielt sich aber selbst nicht immer professionell. Das verdeutlicht eine Randgeschichte: Wolf forderte stets Pressekonferenzen vor einem Spiel. Als es die dann gab, blieb er der ersten Veranstaltung fern.

WOLF UND DIE SCHIRIS

Siehe Bild. Denn dieses Bild gab es in nahezu jedem KSV-Spiel. Wolf diskutierte, gestikulierte, tauchte mal mitten auf dem Spielfeld auf oder klaute dem Einwerfenden den Ball. Die Grenze zwischen engagiert sein und überreagieren war auch am Spielfeldrand stets fließend.

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