Ein 0:4 und ganz leise Hoffnung – Treuhandkonto eingerichtet

Prekäre Situation beim KSV Hessen: Fans sorgen für erste Aktion

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Es braucht mehr Unterstützung für den KSV: Angesichts der prekären finanziellen Situation sorgten die Fans für erste Aktionen am Wochenende. Die 0:4-Niederlage der Löwen gegen die Reserve des VfB Stuttgart war da fast schon zweitrangig.

Kassel. In turbulenten Zeiten gerät das Spiel des KSV Hessen Kassel gegen Stuttgart in den Hintergrund. Die Stimmung im Kasseler Auestadion war anders als sonst. Irgendwie ruhiger, betrübter.

Und das lag kaum daran, dass ein stark ersatzgeschwächter und neuformierter KSV nach 18 Minuten 0:3 hinten lag und am Ende mit 0:4 gegen die Reserve des VfB Stuttgart verlor.

Über allem schwebte die Ungewissheit, wie es mit dem Verein aufgrund der prekären finanziellen Lage weitergeht. Erneut kamen nur etwa 1500 Zuschauer, der Appell der Vereinsverantwortlichen vom vergangenen Donnerstag fiel damit nicht auf fruchtbaren Boden. Und doch machte sich im Umfeld auch leise Hoffnung breit.

DIE REAKTIONEN 

„Es ist schon erstaunlich, wieviel positive Resonanz wir erhalten haben, nachdem wir mit dem Thema in die Öffentlichkeit gegangen sind. Viele wollen helfen, haben Ideen, wie sie den Verein unterstützen können“, sagte Pressesprecherin und Vorstandsmitglied Alexandra Berge. Am Dienstag ab 19 Uhr will der KSV mit den Fans im Vereinsheim ins Gespräch kommen. „Dafür habe ich bereits unglaublich viele Anmeldungen bekommen. Es soll ein konstruktives Treffen werden, bei dem wir Vorschläge sammeln und diese als konkrete Ideen bündeln“, erklärt Berge. Wer ebenfalls Interesse hat, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, kann sich per E-Mail an geschaeftsstelle@ksv-hessen.de anmelden.

DIE AKTIONEN

Neben Fans, die auf Facebook Spendenaufrufe gestartet haben, gab es auch Anhänger, die den Verein am Samstag mit Sammelaktionen unterstützt haben. Um den Spielbetrieb für die kommende Saison zu sichern, wurde zudem ein Treuhandkonto für Sponsoren eingerichtet. Das Geld darauf ist ausschließlich für die Saison 2017/2018 vorgesehen. Sollte ein Spielbetrieb nicht zustande kommen, wird das Geld zurücküberwiesen. Am kommenden Montag soll hierzu eine Veranstaltung für interessierte Sponsoren stattfinden. Wer sich bereits vorab informieren oder die Kontoverbindung erfragen möchte, kann eine E-Mail an die Adresse marketing@ksv-hessen.de schreiben.

Außerdem gingen am Samstag etwa 200 Löwen-Fans auf die Straße und demonstrierten in Kassel für die Solidarität mit ihrem Verein.

DAS SPORTLICHE 

Es war schwierig, dieses 0:4 der Löwen einzuordnen. Auch wenn das Thema der ungewissen Zukunft eventuell unterbewusst eine Rolle spielte, so war es vor allem die angespannte personelle Situation, die den KSV schnell auf die Verliererstraße schickte. Fünf Ausfälle, dazu der angeschlagene Henrik Giese nur auf der Bank – das nutzten die Stuttgarter gnadenlos aus. „Durch die vielen Umstellungen fehlte bei uns einfach die nötige Ordnung“, sagte Außenverteidiger Sergej Schmik. Vor allem einer erlebte ein ganz bitteres Debüt: Piotr Gorczyca. Der Torwart, der den gesperrten Niklas Hartmann vertrat, musste nach 18 Minuten bereits dreimal hinter sich greifen. „Das habe ich mir ganz anders vorgestellt“, sagte der 19-Jährige.

Auch wenn sich der KSV im weiteren Spielverlauf stabilisierte und selbst zu Chancen kam, fand Löwen-Trainer Tobias Cramer klare Worte: „Für die Anfangsphase muss ich mich bei den Zuschauern entschuldigen. Aufgrund unserer Ausfälle hat die Qualität heute nicht gereicht, darüber müssen wir reden.“ Über die finanzielle Situation des Klubs wollten sich hingegen weder Trainer noch Spieler äußern. Cramer sagte nur: „Das liegt nicht in unseren Händen.“

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