Fußball-Landesverbände mit Kompromiss zu Regionalliga-Aufstieg – Heute DFB-Bundestag

Einigung auf der Zielgeraden

Reinhard Grindel

Frankfurt. Der Deutsche Fußball-Bund will heute in Frankfurt den seit Jahren geplanten und immer wieder verzögerten Bau seiner DFB-Akademie beschließen. Der größte Sportfachverband der Welt hat dazu einen Außerordentlichen Bundestag einberufen. Dabei sollen seine Mitglieder über das mittlerweile bis zu 150 Millionen Euro teure Leistungs- und Verwaltungszentrum auf dem Gelände der früheren Frankfurter Galopprennbahn abstimmen. Ein anderes Thema, dass auch heute noch behandelt wird, hatte bereits gestern für Aufregung gesorgt: die Regionalliga-Reform.

Nach stundenlangen Diskussionen wurde noch ein Kompromiss für die Neureglung des Aufstiegs von der Regionalliga in die 3. Liga gefunden. Die 21 Landesverbände einigten sich auf einen Vorschlag, der eine Übergangslösung mit vier statt drei Aufsteigern bis 2020 vorsieht. Dieser soll den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt werden.

Damit wurde eine Blamage gerade noch abgewendet, aber die erhoffte Dauerlösung vertagt: Nach stundenlangen Diskussionen haben die Fußball-Funktionäre aus den 21 Landesverbänden ein Scheitern der geplanten Regionalliga-Reform verhindert. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstagabend mitteilte, einigten sich die Amateur-Vertreter zumindest für den Zeitraum von zwei Jahren auf eine neue Regelung für den Aufstieg in die 3. Liga.

Demnach soll es in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 vier Aufsteiger aus den fünf Regionalligen geben. Dies soll heute beim Außerordentlichen DFB-Bundestag verabschiedet werden.

Ein direktes Aufstiegsrecht soll demnach jeweils der Meister der Regionalliga Südwest erhalten. Der Meister der Regionalliga Nordost bekommt dieses Recht in der Spielzeit 2018/19. Das Recht auf den weiteren direkten Aufstiegsplatz wird ausgelost. Die verbliebenen beiden Meister ermitteln in Playoff-Spielen den letzten Aufsteiger und bekommen dafür das automatische Aufstiegsrecht in der folgenden Spielzeit. Zwar gibt es damit einen Aufsteiger mehr als bisher für die Regionalligisten, eine Lösung mit Lossystem verwässert aber sportliche Kriterien.

Bei einem Gipfeltreffen mit den Landesverbänden hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Mittwochabend noch einmal vergeblich versucht, einen Kompromiss zu finden. Auch am Donnerstag zog sich die Debatte lange hin. Zu viele Partikularinteressen mussten befriedigt werden. (sid/dpa) Foto: dpa

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