Zwei Drittel der Saison sind um

Der KSV Hessen in der Krise: Probleme vorn, Probleme hinten

Tobias Damm.
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Es läuft nicht: KSV-Trainer Tobias Damm während der Partie gegen Elversberg.

45 Minuten in Koblenz machten Hoffnung. Hoffnung darauf, dass der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel dieses Mal zumindest einen Zähler würde mitnehmen können aus einem Auswärtsspiel gegen einen direkten Konkurrenten.

Kassel – Doch nach der Pause folgten die nächsten Dämpfer. Gleich drei waren es gegen die Rheinland-Pfälzer, denen in Valdrin Mustafa der beste Angreifer sogar noch fehlte.

Die Löwen stecken in einer Krise. Zwei Drittel der Saison sind um, ein Drittel – 14 Spiele – stehen noch aus. Doch die aktuelle Form des KSV macht wenig Mut. Vier der vergangenen fünf Partien wurden verloren, seit dem Jahreswechsel nur zwölf Punkte aus 13 Spielen geholt. Wir blicken auf die Problemzonen.

Der Angriff

13 Tore sind es erst im Jahr 2021, die den Löwen gelangen. Zuletzt blieb die Mannschaft von Trainer Tobias Damm dreimal ohne eigenen Treffer – und verlor dadurch auch erstmals drei Spiele hintereinander in dieser Saison. Dem KSV fehlte zuletzt die Durchschlagskraft im Offensivspiel. Der Ausfall von Marco Dawid wiegt schon jetzt schwer. Hinter Mahir Saglik ist Lukas Iksal mit fünf Treffern der zweitbeste Torjäger. Doch wenn – wie zuletzt in Koblenz mit dem verschossenen Strafstoß – dann auch Saglik beste Möglichkeiten auslässt, wird es schwierig. Alban Meha und Sebastian Schmeer (beide drei Tore) entwickeln bei Weitem nicht die Gefahr wie in der vergangenen Saison.

38 Tore sind zwar der beste Wert in der unteren Tabellenhälfte. Mit Saglik und Schmeer im Sturm brauchen die Löwen aber andere Spieler, die Tempo entwickeln, um gefährliche Situationen zu kreieren. Ohne Dawid und zuletzt auch Außenverteidiger Tim Brandner bleiben in Nael Najjar und Iksal aber nur noch zwei Tempomacher im Kader.

Die Abwehr

Mehr Sorgen als der Angriff macht aber die Abwehr. Damm betonte zuletzt immer wieder, dass seine Mannschaft zu viele Gegentore kassiere. Der KSV hat mittlerweile die drittschlechteste Defensive der Südwest-Staffel. Was auffällig ist: Fehlt Kevin Nennhuber, hakt es auch in der Spieleröffnung. Die Löwen bringen sich dann im Aufbau häufig selbst in Bedrängnis, verlieren den Ball schnell wieder, müssen hinterherlaufen und lassen dabei viel Kraft.

Das Restprogramm

Weiterhin gilt aber: Der KSV stand in dieser Saison noch nicht auf einem Abstiegsplatz. Das könnte sich am kommenden Wochenende ändern. Dann haben die Löwen den FSV Frankfurt zu Gast. Allerdings bekommen es auch Hoffenheim II (Freiburg II) und Pirmasens (Elversberg) – die beiden Teams hinter dem KSV in der Tabelle – mit Spitzenmannschaften zu tun.

Bis zum Saisonende stehen noch sieben Heim- und sieben Auswärtsspiele an. Neben Frankfurt warten noch die Duelle mit Klubs, die derzeit auf den Plätzen eins bis vier stehen – Offenbach, Steinbach, Freiburg II und Ulm. Die restlichen neun Gegner: Walldorf, Aalen, Mainz II, Bahlingen, Großaspach, Hoffenheim II, Balingen, Alzenau und Gießen. Bereits in Walldorf in zwei Wochen ist der KSV schon zum Siegen verdammt. (Maximilian Bülau)

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