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Kapitän Frderic Brill fehlt dem KSV Hessen in Homburg: „Puls wird gigantisch hoch sein“

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Von: Maximilian Bülau

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Frederic Brill.
Der Kapitän fällt aus: Frederic Brill hat sich mit Corona infiziert. © Andreas Fischer

„Ich hätte es mir eine oder zwei Wochen früher gewünscht – wenn es denn überhaupt sein muss.“ Das sagt Frederic Brill, Kapitän des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Kassel – Der 29-Jährige wird den Löwen zum Restrunden-Auftakt morgen beim FC Homburg (14 Uhr) nicht zur Verfügung stehen. Er hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Brill ist der fünfte Löwe neben Kevin Nennhuber, Marcel Fischer, Lukas Iksal und Nael Najjar, den es zuletzt erwischt hat. Iksal und Nennhuber können morgen wieder spielen.

Das ist vielleicht etwas übertrieben formuliert, aber: Wenn die Pandemie selbst den KSV Hessen erreicht, dann wird es schwierig, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Fast zwei Jahre lang blieben die Regionalliga-Fußballer verschont. Weil sie vorsichtig waren, trotz Job und Studium nebenbei vieles dem Sport unterordneten, sich impfen ließen. Umso bitterer ist es nun, dass es Kapitän Brill erwischt hat.

„Ich habe leichte Symptome, körperlich ist alles ganz normal. Ich habe leichten Schnupfen, leichten Husten und dadurch etwas Halsschmerzen“, berichtet Brill. Die ersten Anzeichen spürte er am vergangenen Sonntag nach dem Testspiel in Rödinghausen. „Da war es aber auch sehr windig, ich habe viel geschrien. Ich dachte erst mal, dass die Heiserkeit daher kommt“, erzählt der 29-Jährige. Als er am folgenden Tag den routinemäßigen Test vor dem Training machte, bildete sich allerdings ein zweiter Strich. „Meine Freundin arbeitet in einer Arztpraxis, ich bin gleich weiter und habe einen PCR-Test gemacht. Das Ergebnis kam dann am Dienstag“, sagt Brill.

Seitdem ist er zuhause. Wo sich der KSV-Kapitän angesteckt haben könnte, weiß er nicht. Die Mannschaft sei in unterschiedliche Kabinen aufgeteilt, mit den anderen Infizierten habe er nur auf dem Feld Kontakt gehabt. „Ich pendele eigentlich nur zwischen meiner Wohnung, der Uni und dem KSV-Gelände. Sonst mache ich nicht so viel“, sagt er. Statt morgen auf dem Platz zu stehen, muss Brill die Partie nun von der Coach aus verfolgen, über Radio und Ticker. „Das ist schon bitter. Man hat sich jetzt vier, fünf Wochen in der Vorbereitung den Arsch aufgerissen, um auf den Fitnessstand der Hinrunde zu kommen. Und so ein erstes Spiel ist immer etwas Besonderes. Vor allem in meiner Heimat“, sagt der Mittelfeldspieler.

Denn Brill stammt aus dem Saarland, er wuchs etwa eine halbe Stunde von Homburg entfernt auf, seine Eltern leben immer noch dort. Und die werden morgen trotzdem im Homburger Waldstadion sein. „Es werden während des Spiels Anrufe an sie rausgehen“, ist sich Brill sicher. „Mein Puls wird gigantisch hoch sein. Ich werde zwei Stunden nicht ansprechbar sein.“ Auch für seine Freundin nicht, mit der er zusammenwohnt. „Wir versuchen gerade sowieso, uns für die Zeit voneinander zu distanzieren, lüften viel, tragen Maske zuhause“, berichtet der 29-Jährige. Bereits nach etwas mehr als zwei Tagen in den eigenen vier Wänden fällt es ihm nicht leicht, die Zeit zu füllen. „Ich schaue Fernsehen, lese viel. Dem Verhältnis zur Uni tut es aber gut“, berichtet er lachend. Brill macht keinen Hehl aus seiner Zuneigung zum Trash-TV. Und auch wenn das Dschungelcamp gerade zu Ende gegangen ist, weiß er: „Wenn man in diese Richtung etwas finden möchte, wird man fündig“, ist sich Brill sicher.

Bei der Mannschaft kann der Kapitän morgen nicht sein. Ob er noch mal mit Trainer Tobias Damm telefoniert, weiß er nicht. „Diese Situation gab es noch nicht so oft. Aber wir haben fast immer dieselbe Idee, denselben Ansatz. Ich vertraue ihm da voll und ganz“, sagt Brill. Der Mannschaft habe er seine Infektion in der Whats-App-Gruppe mitgeteilt. Über diese werde er sich auch vor dem Spiel noch mal bei ihr melden. Sorgen habe er aber nicht. „Meinen Mitspielern vertraue ich mindestens genauso wie dem Trainer“, sagt er. Und wenn alles gutgeht, dann kann er sich am Montag freitesten. Anschließend wird er kardiologisch untersucht. Und vielleicht reicht es ja dann für das nächste Duell mit Saarländern. Am Samstag gegen Elversberg. (Maximilian Bülau)

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