Der KSV Hessen Kassel ist heiß auf das Derby gegen Darmstadt 98 – Gaede angeschlagen, Weigelt fehlt wohl

Rausgehen, siegen, reingehen

So wünschen es sich die KSV-Fans am Samstag: Ein Darmstädter verzweifelt am Boden, Thorsten Bauer auf dem Weg zum Torjubel. Kassels Stürmer sollte dabei nicht wieder ein Taschentuch ziehen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es ist wieder Derby-Zeit. Kassel gegen Darmstadt. Die Löwen gegen die Lilien. Am Samstag empfängt der KSV Hessen die 98er zum brisanten Duell der hessischen Fußball-Regionalligisten. Im Auestadion (Anpfiff 14 Uhr) werden rund 7000 Zuschauer erwartet, bis zu 1000 davon aus Südhessen. Alles rund um das Spiel:

DIE AUSGANGSLAGE

Kassel Erster, Darmstadt Zehnter – das klingt gut. Allerdings ist die Sache nicht so eindeutig, wie sie aussieht. 98 hat zwar neun Punkte Rückstand auf den Tabellenführer, aber auch zwei Spiele weniger bestritten. Theoretisch können die Südhessen mit zwei Siegen in den Nachholspielen sogar noch auf Rang zwei vorrücken. Wir erklären das Derby hiermit deshalb einfach mal gleichzeitig auch zum Spitzenspiel. KSV-Trainer Mirko Dickhaut sieht das genauso: „Darmstadt wird am Ende im oberen Drittel der Tabelle zu finden sein.“ Das 3:0 der Darmstädter gegen die zweite Mannschaft von 1860 München habe gezeigt, wie stark die Darmstädter sein können.

DAS PERSONAL

Einer wird auf alle Fälle wieder mit auflaufen, der beim 1:1 gegen Großaspach zunächst auf der Bank gesessen hatte: Thorsten Bauer. Trainer Dickhaut sagt über den Stürmer: „Er ist ungemein wichtig – allein schon deshalb, weil er für die Mannschaft rackert.“ Ein kleines Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des Kapitäns. Enrico Gaede plagt eine Muskelverhärtung. Während bei ihm Hoffnung besteht, dass er dennoch spielt, wird ein anderer wohl erneut ausfallen: Benjamin Weigelt. Der Außenverteidiger fehlte schon gegen Großaspach wegen einer Bauchmuskelzerrung. Für ihn spielte Florian Heussner auf der linken Seite. Er wäre auch gegen 98 erste Wahl.

DIE VERGANGENHEIT

Und da schauen wir nur auf die jüngste. Die vergangene Saison hatte es nämlich richtig in sich, was die Derbys angeht. Dreimal kam es zum Duell, zweimal gewannen die Löwen. Allerdings nicht im Auestadion. Da hatten Thorsten Bauer und Kevin Wölk die Gastgeber vor der Pause 2:0 in Führung gebracht, nach dem Wechsel aber kippte die Partie, kam Darmstadt noch zum 2:2. Eine gefühlte Niederlage war das. Die Revanche aber ließ nicht lange auf sich warten. Am 12. Dezember führten ebenfalls die Gastgeber nach 45 Minuten mit 2:0. Diesmal aber waren die Löwen am Ende obenauf. Enrico Gaede, Thomas Brechler und Christoph Keim schossen die Tore zum 3:2. Gekrönt wurde die Derby-Serie im Pokal-Viertelfinale. Da gewann der KSV 4:3 im Elfmeterschießen – nachdem Kevin Wölk zuvor in der letzten Minute der Verlängerung das 2:2 erzielt hatte.

DIE BRISANZ

Als ob die sportliche Rivalität allein nicht reicht, gab es in beiden Liga-Partien des Vorjahres zusätzlichen Ärger. Im Hinspiel erntete Thorsten Bauer viel Kritik für seinen Taschentuch-Jubel, der die Lilien-Fans auf die Barrikaden gehen ließ. Im Rückspiel zeigten sie mehr Humor und begrüßten die Löwen ebenfalls mit winkenden Taschentüchern. Dafür kam es nach dem Schlusspfiff zu einer Auseinandersetzung zwischen KSV-Verteidiger Michael Zepek und einem Kameramann des Lilien-TV. Zepek musste eine Geldstrafe zahlen. DIE STIMMUNG

Wird schon etwas anders sein als bei den Heimspielen bisher – siehe Brisanz. Allerdings freuen sich die Beteiligten auch auf eine stimmungsvolle Kulisse – soweit denn alles in fairen Bahnen verläuft. KSV-Trainer Mirko Dickhaut sagt: „Wir brennen. Jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Ich muss gar nicht viel sagen.“ Die Devise lautet: „Rausgehen, Derbysieg, reingehen.“

Von Frank Ziemke

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