Fans stürmen den Platz 

Reaktionen auf die Niederlage des KSV Hessen: Am Ende wurde doch geredet

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Gesprächsbedarf: Tim Brandner stellt sich nach dem Abpfiff mit den anderen Spielern den Fans. 

Kassel – Ganz zum Schluss wurde doch geredet. Als das Spiel des KSV Hessen gegen Eddersheim gerade abgepfiffen war, da stürmten einige Anhänger aus der Nordkurve aufs Feld.

Die Ordner versuchten noch, sie zurückzuhalten. Die Eddersheimer beeilten sich, in die Kabine zu kommen. Ebenso wie KSV-Trainer Dietmar Hirsch. Doch die Fans der Löwen wollten nur reden. Auch wenn sie auf einem Banner ja eigentlich deutlich gemacht hatten, dass die „Zeit des Redens“ vorbei sei. Während der 90 Minuten blieben sie stumm. Dann musste alles raus. Die Spieler stellten sich.

Sergej Evljuskin sagte hinterher: „Wir waren schon überrascht, wie schnell sie auf dem Platz waren. Aber es waren gute, ordentliche Gespräche.“ Die aber auch zeigten, dass Wahrnehmung und Wirklichkeit derzeit nicht übereinanderliegen. So fragte Kapitän Frederic Brill zu Beginn in Richtung der Fans: „Meint ihr denn, dass wir schlechter spielen als in der vergangenen Saison?“ Die Antwort war ein höhnisches Lachen und ein knappes „Ja!“ Der Einsatz der Spieler stimmt sicherlich. Selbstvertrauen und Selbstverständlichkeit sind dagegen verloren gegangen.

Trainer Hirsch sagte während der Pressekonferenz: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Da war Verunsicherung zu spüren, es war ruhig im Stadion. Wir haben versucht, selbst Stimmung zu machen.“ Er sah am Ende keinen Grund, seiner Mannschaft aufgrund der Steigerung in der zweiten Habzeit einen Vorwurf zu machen. „Ob verdient oder nicht: Das ist schon ziemlich hart für meine Spieler, heute zu verlieren.“

Das hat sicher nicht nur er so gesehen, immerhin waren es zwei Elfmeter, die für die Gegentore sorgten. Der zweite war unstrittig. Den ersten hatte Evljuskin verursacht, der dazu meinte: „Wir haben uns schon irgendwo berührt, aber ich würde das gern noch mal sehen. Ich hatte eher das Gefühl, dass er in mich reingerannt ist.“

Bleibt ein Thema: Die Spieler, die nicht dabei waren. Es fehlten Sebastian Schmeer, Adrian Bravo Sanchez, Nasuf Zukorlic und Dominik Schneider. Bis auf Schmeer spielten alle am Samstag in der zweiten Mannschaft. Hirsch sagte darauf angesprochen knapp: „Wir bewerten die Trainingsleistung. Wenn wir Spieler nachlegen, fehlte uns zuletzt das Tempo.“ Schmeer stand nach Spielschluss im Innenraum des Stadions. Verletzt sei er nicht, sagte er nur. Mehr wollte er nicht von seiner Gefühlswelt preisgeben. Und doch sagte er damit irgendwie alles.

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