"Das war Gänsehaut pur"

Reaktionen nach dem Hessenderby: Tolles Publikum und viel Aufregung

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Gelb-Rot: Kassels Mahir Saglik (links) muss vom Platz. Rechts: Baunatals Maximilia n Blahout.

Hinterher gab es viel zu besprechen. So wie es nach einem guten Fußball-Derby eben ist. Zum Glück auch nach dem in Nordhessen zwischen dem KSV Hessen Kassel und dem KSV Baunatal.

Bis zum 3:1 (1:0)-Sieg der Löwen im Auestadion war es ein weiter Weg mit vielen strittigen Entscheidungen, zwei Strafstößen und einer Gelb-Roten Karte.

Mittendrin war fast immer Kassels Stürmer Sebastian Schmeer. Das 1:0 bereitete er vor, die Baunataler reklamierten Handspiel. Schmeer: „Ich hab nichts gemerkt.“ Den Strafstoß vor dem 1:1 verursachte der Stürmer nach einem Foul an Florian Heussner. Schmeer: „Da hätte der Schiedsrichter vorher abpfeifen müssen, weil der versuchte Fallrückzieher ein Foul an mir war.“

Weiter ging es mit dem Strafstoß zum 2:1. Den verwandelte Schmeer selbst – wenn auch etwas glücklich. Schmeer: „Gut, wenn Pascal Bielert in die andere Ecke springt, sieht es souverän aus.“ Schmeers Fazit zum Rekordversuch: „Es war einfach geil vor dieser Kulisse. So kann es alle zwei Wochen sein. Ich hoffe, dass es in der Relegation dann ohne Werbung so viele werden.“

Neben Schmeer spielte noch ein anderer eine Hauptrolle in diesem Derby. Einer, der solche Zuschauerkulissen gewohnt ist. Mahir Saglik. Der 36-Jährige stand als Ex-Profi schon häufig vor mehreren Zehntausend Menschen im Stadion. Dennoch bemerkte er hinterher: „Ich habe ja schon, als ich hierher gekommen bin, gesagt, dass der KSV ein schlafender Riese ist. Heute hat man gesehen, was dieser Verein bewegen kann. Wie er eine Stadt bewegen kann.“

Begeistert war er nur nicht von seiner Gelb-Roten Karte kurz vor Schluss. „Weil ich jetzt kommende Woche fehle.“ Gegen Baunatal steuerte er immerhin seinen achten Treffer im siebten Spiel für die Löwen bei. Nur beim 0:0 gegen Gießen war er nicht erfolgreich. „Ich habe keine Bedenken, dass die Jungs Hadamar auch ohne mich schlagen“, ist sich Saglik sicher.

Und die Baunataler? Waren natürlich geknickt, verließen aber hoch erhobenen Hauptes den Rasen. „Wir haben spielerisch mitgehalten, haben keinen Angsthasen-Fußball gezeigt, sind aber nicht belohnt worden“, sagte Baunatals Torschütze Rolf Sattorov. Für ihn als Ex-Löwe sei es etwas Besonderes gewesen, vor dieser Kulisse aufzulaufen. „Das war Gänsehaut pur“, sagte der Stürmer.

Sein Teamkollege Felix Schäfer sah das ähnlich. „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen“, urteilte der Mittelfeldspieler. Trotzdem habe dieses Spiel unglaublich Spaß gemacht. Die Marschroute, die Löwen-Deckung früh unter Druck zu setzen und auf schnelles Umschaltspiel zu setzen, sei zumindest in den ersten 30 Minuten voll aufgegangen. Baunatals Trainer Tobias Nebe bemängelte allerdings, dass in dieser Phase im letzten Drittel entscheidende Situationen fehlten.

Einen Vorwurf machte er seinen Spielern trotzdem nicht. Nach dem Ausgleich zum 1:1 hat Nebe etwas Mut vermisst. „Da hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Da haben wir es versäumt, weiter couragiert nach vorn zu spielen.“ Neben aller Enttäuschung sprach Nebe aber auch von einer Riesen-Atmosphäre und einem tollen Erlebnis im Auestadion.

Fotos und Video vom Derby KSV Hessen gegen KSV Baunatal gibt es hier

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