Meister soll nicht mehr trauern

Reform in der Regionalliga: Zusätzlicher Aufsteiger soll kommen

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Dieses Bild hätte es nicht gegeben: Die ehemaligen KSV-Spieler Jonas Marz (vorn) und Stefan Müller nach dem verpassten Aufstieg 2013 gegen Kiel.

Kassel. Die Meister sollen keine Tränen mehr vergießen: Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigt, ist eine Reform der Aufstiegsregelung für die fünf Regionalligen in Planung.

Das Ziel: Es soll mindestens einen Aufsteiger mehr geben. Auch ein Modell, bei dem alle Meister der fünf Staffeln den Weg in die dritte Liga gehen, ist bei den Überlegungen dabei.

Der Plan für die nächsten Monate sieht vor, dass die Klubs der Regionalligen die verschiedenen Änderungsvorschläge diskutieren, auch die Dritte Liga muss einbezogen werden. Im besten Fall soll schon im Dezember eine Entscheidung über die Zukunft getroffen werden. Dann könnte die neue Regelung bereits für die Saison 2018/2019 greifen.

Die Modelle:

Es gibt einige Vorschläge, wie die Aufstiegsregelung in Zukunft aussehen könnte. Alle haben weiterhin fünf Regionalligen als Grundlage. Besonders viel Beachtung bekommen drei Varianten.

  • Variante eins: Aus allen fünf Regionalligen steigt der Meister auf, aus der dritten Liga fünf Teams ab. Die Dritte Liga würde zudem von 20 auf 22 Mannschaften aufgestockt.
  • Variante zwei: Das rollierende System: Drei Staffelsieger steigen direkt auf - diese werden per Los für fünf Jahre vorab bestimmt. Die anderen beiden Ersten spielen in einer Relegation den vierten Aufsteiger aus.
  • Variante drei: Diesen Vorschlag hatte DFB-Vizepräsident Rainer Koch bereits im April gemacht. Die Meister sowie der Zweitplatzierte der Regionalliga Südwest spielen in zwei Dreiergruppen vier Aufsteiger aus.

Das sagt Felix Wiedemann, Sprecher der Regionalliga Südwest:

„Wir tagen am 26. September, um über die verschiedenen Modelle abzustimmen. Diese Meinung werden wir dann weitergeben. Alle fünf Regionalligen müssen sich äußern. Das wird ein langer Weg. Alle Modelle haben Vor- und Nachteile. Wie sehen es aber sehr positiv. Die Liga besteht aus 19 Vereinen, der Großteil kommt gar nicht in die Situation. Dennoch haben sich alle immer solidarisch gezeigt, dass der Meister aufsteigen muss.“

Das sagt Tobias Cramer, Trainer des KSV Hessen:

„Der Meister muss aufsteigen. Die Regionalliga muss reformiert werden. So wie es derzeit ist, wird die Leistung über eine gesamte Saison nicht anerkannt. Für Mannschaften wie Mannheim und Elversberg, die über die gesamte Spielzeit so eine Dominanz gezeigt haben, ist es unfair, wenn am Ende zwei Spiele entscheiden und du da deine Leistung nicht zeigen kannst.“

Das sagt Dragan Sicaja, Trainer von Stadtallendorf:

„Der Meister sollte direkt aufsteigen. Teams, die da oben stehen, nehmen viel Geld in die Hand, investieren viel. Davon hängt die Zukunft eines Vereins ab. Man hat immer einen Verlierer, egal wie man es macht. Aber der Meister muss aufsteigen.“

Das sagte Reinhard Grindel, DFB-Präsident, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

„Ich denke, es gibt gute Argumente, es überzeugend vermitteln zu können. Wir glauben auch, dass die Vertreter der Dritten Liga wissen, dass wir etwas ändern müssen. Ich hoffe, dass sie sich vor diesem Hintergrund solidarisch zeigen.“

Dass sich etwas in Sachen Reform der Aufstiegsregelung tut, hält Frank Ziemke, Leiter der HNA-Sportredaktion für längst überfällig. Lesen Sie hier seinen Kommentar.

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