Was Vereine bei der Austragungalles beachten müssen

Regeln vor Pokalspiel: Keine Bälle von der Tankstelle

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Das Pokaltrikot: KSV-Geschäftsstellenleiter Torsten Pfennig präsentiert das neue Shirt.

Kassel. Ein Pokalspiel ist kein reines Vergnügen – zumindest nicht für den ausrichtenden Verein. Der muss allerlei Auflagen berücksichtigen, die mitunter kurios sind.

"Am Sonntag sind wir gefühlt Gast im eigenen Stadion“, sagt Torsten Pfennig, Geschäftsstellenleiter des KSV Hessen, vor der Partie gegen Hannover. Mit Pfennig dröseln wir mal auf, welche Zahlen hinter dem Pokal stecken.

6 große Werbepartner hat die Firma Infront, die den Pokal für den Deutschen Fußball-Bund vermarktet. Vom Mittelkreis des Stadions aus darf nirgendwo eine Reklame einer anderen Firma zu sehen sein – egal, wohin das Auge blickt. Der Klub muss das Stadion werbefrei übergeben. Kurios: Da VW sowohl Hauptsponsor des KSV als auch einer der Werbepartner im DFB-Pokal ist, kommt das Logo des Autoherstellers zweimal auf dem Pokaltrikot der Löwen vor, das 59,95 Euro kostet. Selbst die Einlaufkinder werden darauf hingewiesen, mit welchen Klamotten sie die Spieler zu begleiten haben.

20 Bälle hat der KSV nach Hannover geschickt, damit sich der Gast auf das Modell einstellen kann, mit dem auch am Sonntag gespielt wird. Benutzt werden dürfen dann nur vom Weltverband lizensierte Bälle. Vom Deutschen Fußball-Bund sind die Vereine noch einmal extra darauf hingewiesen worden, keine Bälle zu verwenden, die es an Tankstellen zu kaufen gibt.

30 Plätze für Rollstuhlfahrer stellt der KSV bereit. Da die einzige behindertengerechte Toilette im Aue-stadion laut Pfennig in der während des Spiels für Zuschauer nicht zugänglichen Mixed-Zone liegt, hat der Verein ein behindertengerechtes Dixiklo geordert.

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120Journalisten sind für die Partie akkreditiert. 60 davon arbeiten allein für den Mediendienstleister Sportcast, der die Übertragung für den Bezahlsender Sky gewährleistet. Auch ein japanischer Reporter wird vor Ort sein. Er will wohl Hannovers Hiroki Sakai genauer unter die Lupe nehmen. Für das Fernsehen hat der Verein extra einen Scherenwagen besorgt, damit eine Kamera hinter dem Tor auf die passende Höhe gehievt werden kann. Auf den beiden Vip-Balkonen unter der Haupttribüne sind zudem Videopodeste angebracht worden. Damit die TV-Übertragung für alle Fälle gesichert ist, gibt es ein eigens für die Partie organisiertes Notstromaggregat. Ein weiteres steht bereit, falls das Flutlicht ausfällt.

198 Seiten umfasst die Mappe mit den Auflagen für ein Pokalspiel der Hauptrunde. Darin ist nahezu alles festgelegt: die Mindestgröße des Schiedsrichterraumes (20 Quadratmeter), die Mindestanzahl an Duschen (sechs) und „Sitztoiletten“ (zwei) in den Kabinen, die Farbe von Pfosten und Latte (weiß). Während einer Vorbesprechung mit dem vom Deutschen Fußball-Bund gestellten Matchdelegierten wird alles kontrolliert.

In Kassel ergab sich folgende Situation: Da sich die Kabine des KSV vom Eingang der Haupttribüne aus gesehen rechts befindet, die Trainerbank der Löwen an der Seitenlinie aber links, müssen die Teams im Spielertunnel die Seiten tauschen, damit der KSV auf der Seite ins Stadion läuft, auf der auch die Trainerbank steht. Alles dem Fernsehen zuliebe.

18.500 Plätze stehen für die Partie am Sonntag zur Verfügung – das entspricht der maximalen Auslastung des Stadions. Es dürfen alle Plätze genutzt werden, weil das Spiel von den Sicherheitsbehörden als „grün“ eingestuft wird – das bedeutet: Es bestehen keinerlei Bedenken.

Hinweis:

Vom KSV-Spiel gegen Hannover am Sonntag berichten wir ab 18.30 Uhr in einem Liveticker. Alles rund ums Spiel lesen Sie außerdem bei Kassel-Live.

139.000 Euro erhält jeder Teilnehmer der ersten Pokal-Hauptrunde vom Deutschen Fußball-Bund. Darüber hinaus verdient der KSV am Catering, das nicht vom Verband reguliert ist, am Verkauf von Trikots und anderen Fanartikeln und an Werbung, die fernab des Stadions platziert werden kann. Bei den Einnahmen aus den Tickets verhält es sich so: Von der Gesamtsumme werden pauschal 15 Prozent an Ausgaben abgezogen, weitere zehn Prozent erhält der Verband. Den Rest teilen sich die beiden Gegner auf. Somit darf der KSV Hessen Kassel annähernd mit weiteren 130.000 Euro rechnen.

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