Ein Nachruf

Der ehemalige KSV-Trainer Rudi Kröner starb im Alter von 75 Jahren

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Sternstunde im Auestadion: Rudi Kröner (Mitte) feiert 1981 mit Verteidiger Uli Wieland (li.), Offensivmann Helmut Hampl (re.) und Fans den Sprung in die eingleisige zweite Bundesliga.

Kassel. Der ehemalige Trainer des KSV Hessen, Rudi Kröner, ist im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Ein Nachruf.

Für den KSV Hessen waren es drei außergewöhnlich erfolgreiche Jahre. 1980 gelang der Aufstieg in die damals zweigleisige 2. Bundesliga. Nach der folgenden Saison qualifizierten sich die Löwen für die nun nicht mehr geteilte Liga, und schließlich landete die Mannschaft in der Premierensaison auf dem achten Tabellenplatz. Hans Wulf, Bernd Sturm, Walter Horch, Helmut Hampl, Gerd Grau, Klaus Zaczyk und die anderen damaligen Löwen trauern um den Mann, der als Trainer zu den Vätern ihrer Erfolge zählte. Rudi Kröner ist kürzlich in einem Hospiz in der Nähe von Stuttgart an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er wurde 75 Jahre alt.

Der Ruhm des erfolgreichen Coaches war offenbar schnell verwelkt. Im Google-Zeitalter, in dem oft auch banale Kleinigkeiten publik werden, wurde die HNA-Redaktion nur aufgrund eines Anrufs einer langjährigen Freundin der Familie auf Rudi Kröners Tod aufmerksam. Die Kasselerin Renate Eull, deren Eltern das Hotel betrieben, in dem der Trainer von 1979 bis 1982 logierte, hatte den Kontakt zu Rudi Kröner und dessen Ehefrau Irmgard nie abbrechen lassen und hörte die traurige Nachricht bei einem Telefongespräch mit der Witwe am ersten Weihnachtstag. Renate Eull kannte Kröner nur als fröhlichen und freundlichen Mann und hat den Trainer, der es in der Saison 1968/1969 als Mittelfeldspieler der Berliner Hertha zu 25 Erstliga-Partien brachte, vor allem als Kumpeltyp in Erinnerung.

Rudi Kröner später im Trikot seines Tennisklubs TSV Wernau.

Diese Einschätzung bestätigt Rolf Wiesemann. „Kröner war eine Stimmungskanone“, sagt der frühere HNA-Sportchef, der den Schwaben auch als Gründungsvater der KSV-Erfolge in den Achtzigerjahren bezeichnet. Der Sportjournalist wundert sich allerdings nicht darüber, dass Kröners Engagements bei den damaligen Erstligisten 1. FC Kaiserslautern und 1. FC Nürnberg jeweils nur von kurzer Dauer waren, denn Wiesemann sagt auch: „In Kassel waren das Umfeld und die Mannschaft mit so erfahrenen Spielern wie Klaus Zaczyk und Gerd Grau für den lustigen Trainer wie geschaffen.“

Zaczyk hat gern für den KSV gespielt, als Rudi Kröner an der Außenlinie stand. Dem Nationalspieler, der in den Siebzigerjahren seine größten Erfolge im Trikot des Hamburger SV feierte, hat besonders gut gefallen, dass der Trainer seine Mannschaft stets offensiv ein- und aufstellte. Ein Taktikfuchs war der Coach wohl nicht, aber er hatte offenbar auch nichts dagegen, wenn Zaczyk oder Grau manchmal korrigierend eingriffen.

Obwohl der lustige Trainer auch bei den Fans sehr beliebt war, wurde seine Rückkehr nach Kassel allgemein mit Skepsis betrachtet. Jörg Berger war KSV-Coach, als die Löwen nach der Hinrunde der Saison 1985/1986 auf dem sechsten Tabellenplatz standen, und es für einen Trainerwechsel keinen Grund gab. Aber für Berger kam Kröner, und der KSV landete am Ende auf Rang sieben.

Rudi Kröner hinterlässt seine Ehefrau Irmgard sowie seine beiden Töchter Petra und Alexandra.

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