Ex-Nationalspieler wird Sportlicher Leiter – Meister BVB kommt

Rüdiger Abramczik im Porträt: Flankengott für den KSV

Kassel. Rüdiger Abramczik sagt die Dinge, die gesagt werden müssen, wenn einer ein neues Amt antritt: „Der KSV ist ein schlafender Riese. Ich vergleiche ihn mit Rot-Weiß Essen: viele Fans, aber viel zu tief spielend. Das wollen wir ändern.“ Ein Porträt.

Der „schlafende Riese“ hat am Freitag jedenfalls für ordentliche Paukenschläge gesorgt. Seinen Geschäftsführer Giusepppe Lepore entlassen. Und eben Rüdiger Abramczik als neuen Sportlichen Leiter vorgestellt. Der frühere Nationalspieler von Schalke 04 und Borussia Dortmund soll den Neuaufbau für die kommende Saison einleiten. Welchen Vertrag mit welcher Laufzeit er bekommt, dazu gab es beim KSV gestern keine Informationen.

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Den Kontakt zu dem 56-Jährigen hat BVB-Chef Hans-Joachim Watzke über KSV-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Linnenbrink vermittelt. Auch bei der Finanzierung Abramcziks hilft der Deutsche Meister indirekt. Die Dortmunder sollen noch in diesem Jahr zu einem Freundschaftsspiel nach Kassel kommen. „Watzke hat dafür seine Zusage gegeben. Einen Termin gibt es jetzt allerdings noch nicht“, erklärt Abramczik, der heute zum Spiel gegen Worms erstmals im Auestadion sein wird.

„Gedanken über den Klub mache ich mir aber bereits seit einigen Wochen“, erklärt der 56-Jährige gegenüber unserer Zeitung. Seine erste Aufgabe wird nun das Gespräch mit Trainer Uwe Wolf sein. „Ich muss seine Pläne kennen, umgekehrt möchte ich ihm Vorschläge machen. Der Trainer muss hier natürlich mitbestimmen. Er ist es schließlich, der die neue Mannschaft zu führen hat.“ Umgekehrt bekommt Uwe Wolf damit den Sportlichen Leiter an die Seite gestellt, den er bei seinem Amtsantritt gefordert hatte.

Rüdiger Ambramczik in jungen Jahren.

Abramczik hatte zwischen 1973 und 1983 für Schalke 198 und für Dortmund 80 Bundesligaspiele absolviert und dabei 74 Tore erzielt. In der Nationalmannschaft kam der Flügelspieler, der vor allem mit Klaus Fischer ein gefährliches Sturmduo bildete, auf 19 Einsätze, war auch bei der Weltmeisterschaft in Argentinien 1978 dabei. Wegen seiner starken Hereingaben erhielt er den Beinamen „Flankengott“. Von den Schalker Fans wurde er schlicht „Abi“ gerufen. In seiner Trainerlaufbahn war Abramczik vor allem im Ausland aktiv, unter anderem bei Antalyaspor, Lewski Sofia und dem FC Kärnten. Zuletzt trainierte er den lettischen Klub Metalurgs Liepaja, mit dem er 2009 nationaler Meister wurde. 2010 verließ Abramczik Lettland, lebt seitdem wieder in Deutschland.

Nun ist er also bei den Löwen gelandet. Seine Verpflichtung wurde offenbar von Aufsichtsrat und einigen Vorstandsmitgliedern gemeinsam vorangetrieben. Mit dem für Sport zuständigen Vorstandsmitglied Claus Schäfer hat Abramczik bereits engen Kontakt. Das Duo soll gemeinsam die Talente der Region sichten. Finanzchef Klaus Schüttler hat ebenfalls sein Okay für die Verpflichtung gegeben.

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