Nach dem Angriff auf die Spielweise

Rumpel-Debatte: Experten geben KSV-Kapitän Damm recht

Kritisierte die Spielweise vom KSV Hessen Kassel: Mannheims Michael Fink.

Kassel. Nach dem 1:0-Erfolg des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel am Freitagabend gegen Spitzenreiter Waldhof Mannheim hat es ordentlich gerumpelt – verbal zumindest.

Mannheims Kapitän Michael Fink stänkerte unmittelbar nach der Partie gegen den KSV: „Also, ich könnte so nicht Fußball spielen. Es wird 90 Minuten nur gekämpft, es werden nur Bälle nach vorn gedroschen.“ Und so weiter. Der Konter von KSV-Kapitän Tobias Damm kam prompt. In einem offenen Brief wehrte er sich gegen die Kritik – und gab Fink noch einen mit, indem er sagte: „Wenn ich sehe, was er sich am Freitag zurechtgerumpelt hat, würde ich erst vor der eigenen Haustür kehren.“ 

Und nun? Bekommt Tobias Damm Rückendeckung – nicht nur von den Teamkollegen und den Fans, sondern auch von Fußball-Trainern, die sich die Partie der Löwen gegen Mannheim angeschaut haben. Ex-Bundesligaspieler Matthias Hamann, einst Trainer bei den Löwen, war am Freitag im Auestadion und sagt: „Die Antwort von Tobi Damm war absolut richtig. Als Kapitän musst du dich schützend vor dein Team stellen – zumal die Kritik von Michael Fink völlig unberechtigt ist.“ Hamann schiebt sie Finks Frust zu.

Den KSV lobt der 49-Jährige – vor allem dem Tor zum 1:0 sei eine schöne Aktion vorausgegangen. Und außerdem: „Auf dem Rasen kannst du nicht 90 Minuten nur kontrolliert hinten rausspielen. Da muss auch mal der lange Ball kommen, zumal du vorne Leute hast, die ihn verwerten können.“ Sebastian Schmeer zum Beispiel hat den Ball immer wieder gesichert und dann weitergeleitet auf Sascha Korb – ein probates, spielerisches Mittel, findet Hamann.

Matthias Mink

Etwas bedeckter hält sich mit Matthias Mink (49) ein weiterer Ex-Trainer des KSV, der heute beim Konkurrenten TSV Steinbach an der Linie steht. Mink, der sich am Freitag ebenfalls im Auestadion die Begegnung ansah, sagt aber auch: „Es war sicher ein kampfbetontes Spiel, das der KSV verdient gewonnen hat.“ Und: „Fußballerisch haben es die Kasseler etwas besser gemacht. Am Ende steht dann eben ein 1:0 gegen den Tabellenführer.“

Michael Wiesinger

Nicht vor Ort war Michael Wiesinger (44), Trainer des kommenden Löwen-Gegners SV Elversberg. Er hat sich mittlerweile aber das Video angeschaut und kommt zu dem Ergebnis: „Kassel ist ein giftiger Gegner, der fußballerisch etwas zu bieten hat.“ Auch er spricht von einem verdienten Sieg der Löwen, denn: „Da waren viele gute Stafetten dabei.“

Mario Deppe

Angetan war auch Mario Deppe (48), Trainer vom Hessenligisten OSC Vellmar, von der Leistung des KSV. Er war in dieser Saison erstmals bei den Löwen und sagt: „Ich war positiv überrascht. Der KSV hat eine gute kämpferische Leistung geboten, aber eben auch versucht, Fußball zu spielen. Vor allem aber stand da eine richtige Mannschaft auf dem Platz.“ Finks Kritik kann Deppe daher nicht nachvollziehen. Vielmehr war er von der Vorstellung des Tabellenführers enttäuscht: „Mannheim war nicht gut und hat sich doch nicht eine Chance wirklich erspielt. Das aber lag eben auch am Gegner.“ Also: klarer Punktsieg für Damm.

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