Fußball-Regionalligist hatte sogar Sieg verdient

Rumpfelf des KSV Hessen Kassel überzeugt beim 1:1 in Aalen

In der Schieflage: Marco Dawid verliert im Duell mit Goson Sakai das Gleichgewicht. Auf dem rechten Flügel war der Kasseler aber häufig ein Unruheherd in Aalens Hintermannschaft.
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In der Schieflage: Marco Dawid verliert im Duell mit Goson Sakai das Gleichgewicht. Auf dem rechten Flügel war der Kasseler aber häufig ein Unruheherd in Aalens Hintermannschaft.

Die Rumpfelf holt einen kaum erwarteten Punkt – und hatte sogar den Sieg vor Augen. Der stark ersatzgeschwächte Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit beim VfR Aalen eine tolle Leistung, war beim 1:1 (0:0) die deutlich bessere Mannschaft und musste sich fast ärgern, dass die Gastgeber noch zum Ausgleich kamen.

Aalen - Drei Tage nach der Heimpleite gegen Walldorf war dieser Auftritt dennoch eine ganz starke, Mut machende Reaktion der Löwen.

Wer beim KSV die Innenverteidigung bildete? Luis Allmeroth war ja der einzig verbliebene gelernte Spieler auf dieser Position. Trainer Tobias Damm stellte ihm Ingmar Merle an die Seite. Bei den Gastgebern war der zuletzt verletzte Angreifer Toni Vastic wieder an Bord. Zuschauer dagegen fehlten, waren auch in Aalen nicht zugelassen.

Und die dezimierten Löwen begannen selbstbewusst. Richtig gut. Von Verunsicherung wegen der vielen Ausfälle und der frustrierenden Niederlage am Samstag keine Spur. Die Gäste hatten alles unter Kontrolle – und auch die erste Torchance. Alban Meha leitete mit der Hacke weiter, Mahir Saglik schloss aus der Drehung ab. Der Schuss kam aber zu zentral, Torhüter Daniel Bernhardt hatte keine Probleme (16.).

Erst ab der 25. Minute bauten die Gastgeber mehr Druck auf. Und sie hatten die beste Chance der ersten Hälfte. Nach einer abgewehrten Ecke kam der Ball zu Kevin Hoffmann, der sofort abzog. Maximilan Zunker war aber auf dem Posten und boxte den Ball über die Latte.

Wie es dann nach der Pause weiterging, das war richtig überraschend. Kassel bestimmte nun komplett das Spiel. Der KSV drängte Aalen in die eigene Hälfte. Meha verteilte die Bälle, Nael Najjar rechts sowie links Lukas Iksal und der immer häufiger aufrückende Tim Brandner erhöhten den Druck. Zunächst fehlten klare Torchancen. Zwei Freistöße von Merle und Meha, ein Kopfball Iksals, der sich als Bogenlampe gefährlich senkte – das war es. Bis zur 62. Minute. Dann drang Adrian Bravo Sanchez über rechts in den Strafraum ein und schlenzte den Ball gefühlvoll ins lange Eck.

Der KSV führte. Das war längst verdient. Und die Löwen hätten in den folgenden Minuten alles klar machen können. Doch Bernhardt parierte sowohl den Kopfball-Aufsetzter von Marco Dawid als auch den Distanzschuss Mehas glänzend. Und statt der Entscheidung folgte der Rückschlag: Nach einem Aalener Angriff über die rechte Seite gerät der Abwehr-Versuch von Merle zu kurz. Esist eine der ganz wenigen Unsicherheiten in der umgebauten Kasseler Defensive, doch die wird bestraft. Ouadie Barini steht völlig frei und hat keine Mühe, zum 1:1 einzuschieben (71.). Das ist richtig bitter für die Kasseler.

Aber immerhin: Anders als nach dem Gegentreffer am Samstag verlor der KSV diesmal nicht komplett die Linie. Nach einem vom starken Meha eingeleiteten Angriff hattte Saglik nach Najjars Flanke sogar noch eine gute Kopfball-Chance, kam aber nicht richtig hinter den Ball. So blieb es beim 1:1, das für Kassels Rumpfkader ein Erfolg ist. Aber das sogar ein Sieg hätte sein können. (Frank Ziemke)

Aalen: Bernhardt – Appiah, Windmüller, Marusenko (54. Stanese), Sakai – Knipfer, Abruscia, , Hoffmann, Grupp– Merk (46. Barini), Vastic (82. Ramaj)

Kassel: Zunker – Najjar, Merle, Allmeroth, Brandtner – Schwechel – Dawid (88. Pichinot), Meha, Bravo Sanchez, Iksal (72. Mogge) – Saglik

SR: Reitermayer

Tore: 0:1 Bravo Sanchez (62.), 1:1 Barini (71.)

Gelbe Karten: Marusenko, Grupp- Iksal, Merle

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