Die Saison-Einzelkritik des KSV Hessen: Traumtor-Schützen und Pechvögel

+
Sorgte bundesweit für Schlagzeilen: Sebastian Schmeer, Torschütze des Monats.

Kassel. Sie hatten viel zu bieten in dieser Saison. Tolle Tore und mitreißende Aufholjagden. Aber auch viel Verletzungspech und kleine Einbrüche. Es war ein emotionales Jahr beim Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Das gilt für die Mannschaft sowie für einzelne Spieler. Die Saison-Einzelkritik:

GANZ VORN DABEI

Niklas Hartmann (35 Spiele/ 0 Tore). Sicherer Rückhalt im Tor mit tollen Reflexen auf der Linie und Stärken im Duell Mann gegen Mann. Rettete seiner Mannschaft manchen Punkt. Schwächen gab es höchstens mal beim Herauslaufen.

Sebastian Schmeer (30/12). Traumtor-Schütze Nummer eins: Schmeer ist eine, wenn nicht die positive Überraschung der Saison. Erzielte nicht nur wichtige Tore, sondern auch schöne - zum Beispiel per Fallrückzieher. Die Wahl zum Tor des Monats August 2016 war der Lohn. Letztes Jahr noch verliehen, jetzt Top-Torschütze. Sollte schnell wieder gesund werden für die Löwen.

Lucas Albrecht (31/4). Mädchen für (fast) alles. Kam als Stürmer, spielte aber meist Innenverteidiger. Oder eben doch im Angriff, wenn er da gebraucht wurde. Egal wo: Er tat das durchweg grundsolide.

VOLL IM SOLL

Henrik Giese (34/2). Herzstück der Abwehr wie des Vereins. Trainierte die Mädchen, schaute bei der Jugend vorbei, war beliebt bei den Fans. Und kann dann als Verteidiger auch Traumtor beim Freistoßtrick. Geht jetzt nach Hamburg, wird in Kassel fehlen.

Sergej Schmik (35/1). Dauerbrenner und Dauerrenner. Bearbeitet jeden Meter der rechten Außenbahn. Am Strafraum des Gegners angekommen, fehlt manchmal die Genauigkeit. Ansonsten: Saison ohne Fehl und Tadel.

Sergej Evljuskin (33/2). Dauerbrenner und Dauerrenner, Teil 2. Dazu auch noch Buchautor. Hinterließ als Vorleser einen ebenso guten Eindruck wie als unermüdlicher Ackerer im defensiven Mittelfeld. Baute ab und an ein paar ordentliche Schnitzer ein. Trotzdem natürlich unverzichtbar.

Adrian Bravo Sanchez (30/2). Rückt zu Saisonbeginn immer in der Startaufstellung, weil jemand ausfiel. War dann aber ganz schnell wie selbstverständlich dabei. Traumtor-Schütze Nummer drei: Verwandelt Ecken gern mal direkt.

Steven Rakk (27/1). Am Ende hat er dann sogar sein erstes Tor geschossen. Der 19-Jährige ist der Durchstarter der Saison. 27 Einsätze, das allein sagt alles. Sicher, manchmal war zu merken, dass Rakk noch lernen muss. Dafür hat er ja auch noch viel Zeit.

Sascha Korb (21/5). Startete großartig - und verletzte sich dann gleich mal. Und wie so typisch für den KSV in diesem Jahr fiel er länger aus. Nach seiner Rückkehr aber gleich wieder auf Temperatur und enorm wichtig für die Mannschaft. Zuletzt immer über die volle Distanz. Mit 23 Jahren noch jung, aber schon sehr abgeklärt. Wird jetzt noch wichtiger werden.

Tobias Damm (28/5). Die letzte Saison des Kapitäns, aber ganz sicher nicht die schlechteste. Die Ladehemmung legte er ab, die Flügel beackerte wie immer, in der Defensive half er zuverlässig aus. Weil Verletzungspech dazugehörte, brach er sich auch noch den Fuß. Damm wird Co-Trainer. Auf dem Platz wird er fehlen.

STEIGERUNG MÖGLICH

Ralf Sattorov (24/2). Einwechselspieler Nummer eins. Kam 22 Mal aufs Feld. Machte dann oft Alarm. Manchmal fehlen ihm Ruhe und Übersicht.

Tim-Philipp Brandner (21/0). Ein Auf und Ab für ihn in diesem Jahr. Benötigte nach Verletzung Anlaufzeit. Dann lange eine Stütze auf der defensiven Außenbahn und Leistungsträger. Fiel dann wieder aus. Muss noch konstanter werden.

Nicolai Lorenzoni (23/0). So ein Fall von: solide, aber zu unauffällig. Verlässlicher Part in der Abwehr. Nach vorn kann aber noch mehr kommen. Zwei Torvorlagen in 23 Spielen sind für den 25-Jährigen sicher nicht das Ende der Möglichkeiten.

Yassine Khadraoui (20/0). Oft erste Alternative von Trainer Tobias Cramer. Sehr vielseitig, aber auch ein Hitzkopf. In 20 Einsätzen ging er zweimal vorzeitig vom Feld. Der 20-Jährige muss noch ruhiger werden, ist aber eine Bereicherung.

Frederic Brill  (20/1). Spielte oft gut und unauffällig, ab und an etwas schwächer und unauffälliger. Wobei unauffällig auf seiner Position durchaus ein Lob sein kann. Trotzdem glaubt man: Brill könnte durchaus auffälliger.

Nedim Pepic (15/0). Kam fast immer von der Bank. Mit 19 Jahren noch nicht so bestimmend wie einst Bruder Hasan. Wird zulegen müssen.

Mounir Boukhoutta (14/0). Kam aus der Hessenliga vom OSC Vellmar. Machte die ersten vier Partien über die volle Distanz, wurde dann von Albrecht abgelöst und fand nicht mehr wirklich statt. Aber: Ein Jahr Eingewöhnung ist okay.

VOM PECH VERFOLGT

Marco Dawid (23/4). Gerade zu Saisonbeginn richtig stark: vier Tore, vier Vorlagen, Faktor für den Erfolg. Am Ende wurde der 22-Jährige aber immer wieder von Muskelverletzungen zurückgeworfen. Es wäre wichtig, dass er in der kommenden Saison wieder richtig fit wird.

Nael Naejer (11/0). Der 20-Jährige hätte auch das Potenzial gehabt, eine Überraschung wie Rakk zu werden. Spielte sich in der Startformation fest, brach sich dann aber das Schienbein - Saison-Aus. Könnte in Zukunft aber noch wichtig werden.

Niklas Künzel (5/0). Rückkehrer in die Heimat. Der Verteidiger kam im ersten Spiel als Stürmer. Dann riss im Training das Kreuzband. Arbeitete sich verbissen zurück. Trotzdem eine verlorene Saison.

UNTERGEORDNETE ROLLE

Cabrel Mendy (5/0). Wurde mit großem Tamtam angekündigt und extern finanziert. Spielte dann 173 Minuten und hinterließ wenig Eindruck.

Fabian Korell (6/0). Kam zu sechs Kurzeinsätzen und verließ den KSV zur Winterpause.

Ebenfalls eingesetzt: Piotr Gorczyca (1/0), Jan Erik Leinhos (1/0).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.