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KSV gegen KSV: Das schiefe Tor von Hofgeismar

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Maßarbeiten: HNA-Auszubildende Hanna Gundlach (1,63 Meter) kontrolliert das schiefe Tor von Hofgeismar. Bei den Höhen der beiden Pfosten hat sie natürlich jeweils an der Unterkante der Latte angesetzt (anders als hier auf dem Foto).

Kassel. Das muss ein Tor erst einmal hinbekommen: Dass am Ende eines Fußballspiels nicht vornehmlich über Torschützen, Trainer und tolle Spielzüge gesprochen wird, sondern über das Tor an sich.

So wie über das Tor auf der Südseite des Hofgeismarer Angerstadions, das sich beim 3:0 im Testspiel des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gegen den Hessenligisten KSV Baunatal am Dienstagabend schon Hohn und Spott ausgesetzt sah – und nun weiter im Gerede ist. Denn: Es ist zu hoch und vor allem schief. Das schiefe Tor von Hofgeismar.

Den Verdacht von Dienstagabend bestätigten Messungen am Mittwoch. Die nämlich ergaben: Der linke Pfosten ragt 2,53 Meter aus der Erde heraus, der rechte 2,64 Meter, ehe er auf die Unterkante der Latte trifft. Damit erfüllt das Hofgeismarer Tor nicht gerade die Kriterien eines Fußballtores. Die vorgeschriebene Höhe liegt schließlich bei 2,44 Meter – auf beiden Seiten. Eine Latte, auf der eine Kugel vom einen Pfosten zum anderen rollen könnte, sehen die Regularien eigentlich nicht vor.

Nun soll der Missstand behoben werden, wie Maik Kolle erklärt. „Es ist ja nichts Großes“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter der TSG Hofgeismar. Nichts Großes, aber doch etwas, das ein wenig zu groß ist und die Frage aufkommen lässt, wie es zu dieser kleinen Ungereimtheit kommen konnte.

Kolle sagt, dass in der Sommerpause das Tor kurzzeitig aus seiner Verankerung genommen worden sei – wegen einer Leichtathletikveranstaltung. Beim Aufstellen gab es dann Probleme, die Pfosten ließen sich nicht richtig in den Boden drücken. Die Folge: Das Tor ragte in jeder Beziehung heraus.

Die ungewöhnliche Größe bemerkten die Trainer des KSV Hessen und des KSV Baunatal – und zwar schon vor Anpfiff. Baunatals Trainer Tobias Nebe erzählt: „Matthias Mink und ich haben geflachst, als wir das gesehen haben. Ich habe gesagt, dass wir doch als unterklassige Mannschaft beide Halbzeiten auf das große Tor spielen sollten, damit eine gewisse Chancengleichheit herrscht.“

Löwen-Trainer Mink ließ sich darauf natürlich nicht ein. Statt dessen versuchten er und andere noch vor dem Spiel, den Missstand zu beheben. Die Gruppe Hobby-Handwerker hob die Pfosten an und probierte, Erde aus den Löchern zu schaufeln. Das Problem: Es gelang nicht. Mink riet daraufhin dem für dieses Spiel auserkorenen Löwen-Kapitän Benjamin Girth, bei der Seitenwahl darauf zu achten, dass der KSV Hessen zuerst auf das zu große Tor spielt. Girth folgte dem Hinweis, die Löwen trafen in Halbzeit eins zweimal in das zu große Tor. „Allerdings haben wir den Ball dabei extra flach gehalten“, bemerkt Mink mit einem Augenzwinkern.

Dass auch in der Halbzeit fleißig diskutiert wurde, lag daran, dass nun auch noch eine Stange defekt war. Sie wurde entfernt – nicht ohne Folge: Daraufhin tat sich nämlich ein Loch im Netz auf. Angepfiffen wurde trotzdem. Löwen-Torhüter Niklas Hartmann hielt das schiefe Tor von Hofgeismar allerdings sauber.

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