Er stürmte für den KSV Hessen und Hertha BSC

Schnell in den Herzen der KSV-Fans: Gerd Grau wird 70

Gerd Grau in Aktion: Als exzellenter Flankengeber (links) und als schussstarker Linksaußen. Fotos: Koch/nh, Archiv/nh

Kassel. Über Kassel in die Bundesliga und zurück: Ein bewegtes Fußballer-Leben liegt hinter dem einstigen Angriffs-Ass des KSV Hessen, Gerd Grau. Heute wird „s‘Gerdchen“ 70 – vier Wochen nach dem 70. Geburtstag seines langjährigen Weggefährten Holger Brück.

Nachdem Gerd Grau 1968 vom FC Homberg zum KSV Hessen gewechselt war, spielte sich der schnelle Außenstürmer sogleich in die Herzen der Fans. Seine unnachahmlichen Flankenläufe und sein Trickreichtum waren bei jedem Gegner gefürchtet. Seine Klasse sprach sich bis nach Berlin herum. 1972 holte Hertha-BSC-Manager Wolfgang Holst die beiden Löwen-Stars Grau und Brück an die Spree. Während seiner Berliner Zeit spielte Grau auch einmal in der B-Nationalmannschaft, für die er 1975 in Offenbach einen Treffer zum 6:0-Sieg gegen Finnlands A-Team beisteuerte.

1978 kehrte Grau zum KSV zurück, mit dem er 1980 den Aufstieg in die zweite Bundesliga schaffte. Nach einem Kreuzbandriss und einer schweren Knöchelverletzung gab er 1984 das Fußballspielen auf und konnte sich so noch intensiver seiner Leidenschaft, dem Trabrennen, widmen. Jedes Jahr ist er beim größten Traberderby Deutschlands in Berlin zu Gast. „Wenn es terminlich passt und Hertha BSC ein Heimspiel hat, schaue ich mir natürlich auch die Partie im Olympiastadion an“, sagt Grau. Nicht nur Berlin steht in seinem Trabrenn-Kalender. „Ich fahre regelmäßig zum Grand-Prix, dem schwersten und größten Rennen der Welt, nach Paris, wo dem Sieger eine Million Euro winken“, schwärmt Gerd Grau von dem Spektakel.

Nachdem Grau seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, übernahm er die Kasseler Diskothek „Jenseits von Eden“. Später stand der Hobby-Wirt am Zapfhahn seiner Kneipe „Treff am Kö“, die sich heute in der Hedwigstraße befindet. „Dort helfe ich jeden Montag meiner langjährigen Kollegin Susi, die vor drei Jahren die Gaststätte übernahm“, berichtet der ehemalige Fußball-Profi.

Sportlich fit halten Gerd Grau seine beiden Hunde, ein achtjähriger Mischling-Rüde und eine elfjährige Dackelhündin. „Drei- bis viermal am Tag streife ich mit den beiden durch Feld und Flur meines Wohnortes Ellenberg“, erzählt Grau.

Bei der heutigen Geburtstagsfeier mit Sohn Thomas (51), dessen Lebensgefährtin und Enkel Felix (9) wird Gerd Grau seine Frau Christa, die kürzlich gestorben ist, schmerzlich vermissen.

Von Günter Grabs

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