Schnellcheck: KSV enttäuscht beim 1:1 gegen den Letzten

Der KSV Hessen Kassel hat den dritten Sieg in Folge verpasst. Mehr noch: Beim 1:1 gegen den Tabellenletzten Saar 05 Saarbrücken enttäuschte das Team von Trainer Matthias Mink.

Dabei hatte es nach dem 1:0 unter der Woche beim Spitzenteam in Elversberg die Chance gehabt, die Laune rund um den Verein weiter zu verbessern. Statt dessen gab es nach dem Spiel gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten vor 1272 Zuschauern im Kasseler Auestadion Pfiffe.

Wie war das Spiel? 

Nun ja, diese Partie war so ähnlich wie das vergangene Heimspiel gegen Spielberg: Auch Saarbrücken setzte auf eine massive Defensive mit zwei Vierer-Ketten. Allerdings agierten die Löwen - wohl auch mit dem Selbstbewusstsein des 1.0-Erfolges in Elversberg - zunächst schwungvoller als vor einer Woche gegen Spielberg. Schon nach fünf Minuten hatte Mike Feigenspan die große Chance zum 1:0, als er frei vor Torwart Marc Birkenbach auftauchte. Er schoss aber neben das Tor.

Danach wurde es die ewige Suche nach der perfekten Schnittstelle, die der KSV aber sehr selten fand. Wie gegen Spielberg war ein Strafstoß nötig, um in Führung zu gehen. Saarbrückens Dominik Engel brachte Löwen-Kapitän Tobias Becker zu Fall, Sylvano Comvalius verwandelte sicher. Trotz anfänglicher Zweifel ging der Elfmeterpfiff wohl in Ordnung - und die Führung des überlegenen KSV sowieso. In der Folge ergab sich mehr Raum, die Zahl der Torchancen nahm zu: Comvalius vergab noch vor der Halbzeit, Benjamin Girth kurz nach de Wechsel.

 Danach aber geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte: Das zweite Tor des Tages erzielten die bis dahin gänzlich harmlosen Gäste aus dem Saarland: Christoph Fuhr traf in der 57. Minute aus dem Nichts zum 1:1 - mit einem humorlosen Schuss aus 20 Metern. Nichts wurde es aus einem Nachmittag, an dem der KSV mal locker drei Pünktchen einfährt. Die Zuschauer wurden nervöser, die Löwen auch. Sie mussten es jetzt erwzingen, ohne die großen Einfälle im Spiel nach vorn zu haben. Immerhin erzeugten sie nach einer Standardsituation Gefahr. Nach 75 Minuten köpfte erst Benjamin Girth, der Ball wurde auf der Linie geklärt, anschließend köpfte Henrik Giese knapp über das Tor. Knapp daneben ist aber auch vorbei, und wir halten fest: Dem KSV gelang weder im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Spielberg vor einer Woche noch im Heimspiel nun gegen den Tabellenletzten Saar Saarbrücken ein Tor aus dem Spiel heraus, weil auch Mike Feigenspan kurz vor Schluss freistehen danebenzielte.

Aufsteiger Saarbrücken erkämpfte sich im Auestadion den achten Punkt der Saison. Das sagt schon alles. Vielleicht sollten die Löwen künftig nur noch in Elversberg antreten.

Wie ließ Matthias Mink agieren? 

Der KSV-Trainer belohnte Marco Dawid für seine gute Leistung in Elversberg und ließ ihn im Team: Er spielte für Sergej Schmik auf der Position des rechten Außenverteidigers. Auf der linken Seite kam wie gegen Spielberg Tim Brandner zum Einsatz. Im Angriff erhielt Benjamin Girth eine Chance von Anfang an. Er kam zu drei guten Möglichkeiten, ein Tor gelang ihm aber nicht. Die KSV-Aufstelung: Rauhut - Dawid (74. Schmik), Perrey, Giese , Brandner (74. Lorenzoni) - Brill - Evljuskin (89. Pepic), Becker - Girth, Comvalius, Feigenspan

Was war die Geste des Tages? 

Ende der ersten Halbzeit musste Saarbrückens Torwart Marc Birkenbach verletzt ausgewechselt werden. Zehn Minuten zuvor war er nach einer Großchance des Kasselers Sylvano Comvalius benommen liegen geblieben und musste lange behandelt werden. Danach spielte Birkenbach zunächst ein paar Minuten weiter, doch dann sackte er ohne Fremdeinwirkung wieder zu Boden. Es ging nicht mehr. Als er mit einem Sanitäter in Richtung Kabine ging, applaudierten die Zuschauer im Auestadion aufmunternd, Birkenbach streckte den Daumen nach oben. Wir schließen uns an: Daumen hoch für die faire Geste.

Wer waren die Verlierer des Tages? 

Der KSV holte zwar einen Punkt, aber verloren haben sie trotzdem irgendwie. Das 1:1 war zu wenig und ein Rückschlag. Ansonsten mussten die Löwen auch noch auf einem schlechten Rasen spielen, der so manches Missgeschick entschuldigte, aber nicht die Unfähigkeit, einen wirklich schwachen Gegner konstruktiv zu bespielen.

Wie war die Atmosphäre? 

Es kamen offiziell 1272 Zuschauer ins Auestadion. Die waren lange geduldig, am Ende aber pfiffen sie. Auch die Sonne konnte da nicht trösten.

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