Die Spitze ist weit weg 

Schnellcheck zur Niederlage des KSV Hessen in Ginsheim: Rückfall in alte Muster

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Erzielte die Führung, die nicht ausreichte: KSV-Verteidiger Alexander Mißbach. 

Das tut mittlerweile richtig weh. Eine Woche nach dem Derbysieg in der Fußball-Hessenliga gegen den KSV Baunatal unterlag der KSV Hessen Kassel in Ginsheim 1:3 (1:2).

Dabei führten die Löwen dieses Mal früh. Die Partie war Teil einer Hessen-Konferenz im HR-Fernsehen. Unser Schnellcheck:

Wie kam es zu der Niederlage des KSV?

Da gibt es zwei Gründe: Zu einem Abwehrfehler gesellte sich eine enorme Abschlussschwäche. Die Löwen ließen reihenweise beste Möglichkeiten aus. Die in Baunatal noch so sattelfeste Fünferkette mit Frederic Brill im Zentrum offenbarte dieses Mal wieder große Lücken. Insgesamt fehlt den Kasselern einfach die Konstanz.

Wie verlief das Spiel?

Es ging zunächst optimal los. Bereits in der sechsten Minute brachte Innenverteidiger Alexander Mißbach den KSV in Führung. Nach einer Ecke fiel ihm der Ball vor die Füße, er zog per Dropkick ab und knallte den Ball in die Maschen. Beste Voraussetzungen eigentlich für ein Auswärtsspiel.

Doch das Blatt wendete sich schnell. In der 15. Minute segelt eine Flanke aus dem Halbfeld in den KSV-Strafraum, Jan-Philipp Häuser verschätzt sich, Can Cemil Özer köpft zum Ausgleich ein, sein 10. Saisontor. HR-Kommentatorin Ann-Kathrin Rose sagt: „Den wollten sie jetzt nicht haben.“ Das stimmt wohl.

Gab es eine ärgerliche Szene?

Auf jeden Fall. In der 29. Minute hatte Adrian Bravo Sanchez mit einem tollen Pass Sebastian Schmeer gefunden, der auf Mahir Saglik quergelegt. 2:1. Dachten zunächst alle. Doch Schiedsrichter Christian Stübing entschied auf Abseits. Das war eng. Und es dauerte, bis alle das mitbekommen hatten. Und nach 35 Minuten stand es dann auf einmal 2:1 für das Heimteam, Torschütze Nils Fischer. Das war schon extrem ärgerlich zu diesem Zeitpunkt, weil der KSV die Partie im Griff hatte – und wieder hinterherlief.

Gab es nach der Pause eine Reaktion?

Das war ja immer die Kunst der Löwen: Erst zurückliegen, in der zweiten Halbzeit dann zumindest noch einen Punkt sichern. Dieses Mal klappte das nicht. Der KSV hatte noch einige gute Chancen. Doch wie schon durch Alban Meha und Schmeer in Hälfte eins, wurden diese auch in den zweiten 45 Minuten nicht genutzt. Meha scheiterte zudem aus 20 Metern an der Latte. Dafür nutzte erneut Fischer einen Konter zur Entscheidung (86.).

Ging das Ergebnis denn so in Ordnung?

Verdient war die Niederlage sicher nicht. Dass der KSV in Ginsheim die besseren Möglichkeiten hatte, interessiert am Ende aber niemanden mehr. Die Löwen verlieren die Tabellenspitze aus dem Blick, hängen bei einem Spiel weniger im Mittelfeld fest. Bleibt die Frage, ob das Team in dieser Form überhaupt die Chance hat, ganz oben mit dabei zu sein?

Wie lief die Premiere der Hessen-Konferenz im TV?

Also erst einmal vorweg: Das ist eine lobenswerte Idee, den Sport in Hessen in so geballter Form zu präsentieren – und dabei auch die zu zeigen, die nicht immer im Fokus der TV-Kameras stehen. Im Wechsel von Bundesliga-Handball, DEL-2-Eishockey, Fünftliga-Fußball und Erstliga-Tischtennis gab es Interessantes zu sehen und zu erfahren. Dass nicht alles klappte – beispielsweise war beim Wechsel nach Fulda der Matchball bereits gespielt – geschenkt. Diese Konferenz ist eine Wiederholung wert.

Wie schlugen sich die Reporter der Konferenz?

Da waren Unterschiede spürbar. Während Florian Naß als Handball-Experte in Wetzlar in Top-Form war, verlor Rose beim KSV-Spiel kurzzeitig den Überblick. Gerade noch stand es 2:1 für die Kasseler, dann fiel das nächste Tor – und es stand 2:1 für Ginsheim. Die Auflösung zu Sagliks Abseits-Treffer gab es erst später.

Wie gingen denn die übrigen Spiele aus?

Wetzlars Handballer bezwangen Nordhorn 34:27, auch Frankfurts Eishockeyspieler waren beim 5:3 gegen Heilbronn erfolgreich. Fulda-Maberzell unterlag in der Tischtennis-Bundesliga gegen Düsseldorf 2:3.

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