Ex-Löwe feiert heute in Gudensberg 65. Geburtstag – Sternstunde beim 3:0-Sieg gegen Fürth

Otto Kastl: Schnelligkeit war sein Markenzeichen

Otto Kastl (heute)

Kassel. Vielleicht hätte er in der Leichtathletik für Furore gesorgt. Denn Otto Kastl, der für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen zwischen 1967 und 1975 insgesamt 262 Spiele bestritt, sorgte als Jugendlicher für Schlagzeilen auf der 100-m-Strecke.

Bei der deutschen A-Jugendmeisterschaft 1965 in Bremerhaven gewann er – noch als B-Jugendlicher – mit der 4x100-m-Staffel des KSV Hessen den nationalen Titel.

Doch Otto Kastl, der heute 65 Jahre alt wird, blieb bei seiner großen Liebe Fußball – und hier machte er sich beim KSV Hessen einen Namen. Seine Schnelligkeit war sein Markenzeichen – zunächst im Angriff, später als wieselflinker Abwehrspieler, an dem sich die gegnerischen Stürmer die Zähne ausbissen. Da mussten beispielsweise im Dezember 1970 beim denkwürdigen 2:2 im Pokalspiel gegen Bayern München sogar so schnelle Stürmer wie Schneider, Hoeneß oder Brenninger passen.

Als sich Otto Kastl vor dem Rückspiel in München auf dem Frankfurter Flughafen mit HNA-Sportchef Herbert Peiler beim Einchecken unterhielt, erwies er sich als Prophet. „Wir fliegen heute zweimal: nach München und aus dem Pokal.“ Tatsächlich verlor der KSV, der sich wegen der im DFB-Pokal geteilten Kosten den Luxus gönnte zu fliegen, das Rückspiel mit 0:3.

Seine Sternstunde im Löwen-Trikot erlebte Kastl beim 3:0-Heimsieg gegen Fürth, als ihm alle drei Treffer glückten. „Trotz Löwers Glanzparaden drei Kastl-Tore“ titelte zum Beispiel der Kicker.

Wieselflink: Otto Kastl (rechts) im Einsatz für den KSV Hessen. Foto:  Archiv

Nach seinem Engagement beim KSV wechselte Kastl zum KSV Baunatal, mit dem er ein Jahr später (1976) in die zweite Bundesliga aufstieg. „Wegen einer Achillessehnenentzündung, die leider nie ganz ausheilte, musste ich oft mit dem Reservistendasein vorlieb nehmen“, bedauert Kastl noch heute. So legte er nach dem Baunataler Abstieg (1979) eine zweijährige Pause ein, ehe er bei seinem Stammverein Eintracht Gudensberg noch einmal die Schuhe schnürte, aber vornehmlich in der Zweiten auflief.

Weil ihn immer noch die Achillessehne plagt, muss sich Kastl heute mit Nordic Walking begnügen. „Auf meinem 2500 Quadratmeter großen Gudensberger Grundstück habe ich allerdings auch viel Bewegung“, sagt Hobbygärtner Kastl. Dort wird er auch seinen Ehrentag feiern – gemeinsam mit seiner Frau Christa, seinem Sohn Bernd und seiner Tochter Britta. Auf die Fußball-Saison freut sich Kastl natürlich auch. Auch deshalb, weil sein elfjähriger Enkel Niklas im Trikot des FC Homberg auflaufen wird.

Von Günter Grabs

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