Löwen offensiv lange viel zu harmlos

KSV Hessen verliert 0:1 in Balingen: Schwache Hälfte kostet Punkte

(von links) Simon Klosterman, Alexander Mißbach, Leander Vochatzer, Maurice Springfeld, Nicolas Gröteke und Hendrik Starostzik.
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Armheben hilft nicht: Balingens Simon Klostermann (links) drückt den Ball im Duell mit Alexander Mißbach vom KSV Hessen über die Linie. Dahinter: (von links) Leander Vochatzer, Maurice Springfeld, Nicolas Gröteke und Hendrik Starostzik.

Tobias Damm machte einen Tag nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei der TSG Balingen kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung.

Kassel/Balingen – Der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel sagte: „Die erste Halbzeit war viel zu wenig. Wir hatten offensiv zu wenig Bewegung, haben die Bälle viel zu einfach verloren.“ Der 38-Jährige verglich diese 45 Minuten gar mit dem ganz schwachen Auftritt vor wenigen Wochen gegen Walldorf. Nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage hat es den KSV nun wieder erwischt. Die Balinger sind nun ihrerseits seit vier Partien ungeschlagen. Der Heimerfolg der schwäbischen Amateure ging aufgrund der ersten Hälfte, die die Löwen gänzlich verschliefen, in Ordnung. Zu spät wachten sie vor 570 Zuschauern in der Bizerba-Arena auf.

Entsprechend verdient war die Balinger Pausenführung, die Stürmer Simon Klostermann in der 25. Minute per Kopfball besorgt hatte. Zumal der KSV Glück hatte, dass Balingens Topstürmer Jan Ferdinand den Ball nach starkem Solo zuerst über die Grundlinie geführt, bevor er diesen zum vermeintlichen 2:0 im Tor untergebracht hatte. Das auf Konter ausgerichtete Angriffsspiel der Löwen wurde im ersten Durchgang nahezu komplett unterbunden. Der Beleg: Auf das von Marcel Binanzer gehütete TSG-Tor gab der KSV nicht einen ernstzunehmenden Schuss ab.

Selbst in der Mini-Druckphase direkt vor der Pause hatte die beste Chance der Gegner: Kaan Akkaya war in der 40. Minute nach einem vom starken Klostermann eingeleiteten Konter im Sechszehner zum Abschluss gekommen, KSV-Keeper Nicolas Gröteke konnte er aus spitzem Winkel allerdings nicht überwinden.

Für Damm war es auch einen Tag später schwierig, Gründe für die erneut schwache Anfangsphase zu liefern. „Für mich ist das eine Frage der Konstanz. Wir haben eine junge Mannschaft. Und da fehlt diese eben ab und zu. Deswegen kommen solche Halbzeiten zustande. Daran müssen wir arbeiten“, sagt er.

Ihre offensive Harmlosigkeit legten die Löwen dann zu Beginn des zweiten Durchgangs ab, als sie ihre besten beiden Chancen vergaben: Erst köpfte Mike Feigenspann nach langer Najjar-Hereingabe vorbei (56.). Dann lief Jascha Döringer von halbrechts in den Balinger Strafraum ein und verzog um Zentimeter (58.). „Da fehlt ihm die Entschlossenheit. Er wartet zu lange“, sagt Damm. Der Druck der Löwen nahm nun zu. Die Partie hätte in der Schlussviertelstunde kippen können, die Gastgeber strauchelten, der KSV rannte an – doch mehr als ein ungenauer Flachschuss des eingewechselten Serkan Durna in der 85. Minute kam nicht mehr.

So machte Trainer Damm und seinen Spielern die 400 Kilometer lange Rückfahrt im frisch folierten Bus nicht wirklich Spaß. „Wir haben in dieser Liga keine Zeit, um uns erst einmal Sicherheit zu holen. Da kann es dann schon 0:2 stehen“, sagt Damm. In Balingen kostete ein Tor schon die Punkte. (Marcel Schlegel und Maximilian Bülau)

Balingen: Binanzer - Curda, Eisele, Schmitz, Vogler, Fritschi (64. Foelsch) - Vochatzer, Ramser (75. Gaiser) - Akkaya- Ferdinand (90.+1 Viventi), Klostermann (75. Dierberger)

Kassel: Gröteke - Najjar, Starostzik, Springfield, Mißbach (80. Durna) - Brill, Schwechel (80. Rakk), Kahraman (65. Flotho) - Döringer (72. Fischer), Feigenspann (65. Vesco) - Mogge

SR: Michel (Gau-Odernheim) - Z: 570

Tor: 1:0 Klostermann (25.)

Gelbe Karten: Fritschi, Klostermann / Starostzik

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