KSV-Legende feiert Geburtstag 

Ein Sechser der Extraklasse: Uwe Habedank wird 75

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Handschlag mit dem Kaiser: Uwe Habedank (links) und Franz Beckenbauer vor dem Pokalspiel im Dezember 1970, in dem sich der KSV Hessen und der FC Bayern 2:2 trennten. In der Mitte Schiedsrichter Gerhard Schulenburg. 

18. Mai 1968: Obwohl der 1. FC Nürnberg gerade Deutscher Fußballmeister geworden ist, denkt Max Merkel schon darüber nach, wie er seine Mannschaft in der kommenden Saison optimal verstärken kann.

Der Trainer braucht noch einen defensiven Mittelfeldspieler der Extraklasse, und den will er sich aus Kassel holen. Aber Uwe Habedank, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, bleibt beim KSV. „Ich wollte immer beides“, sagt der Jubilar 51 Jahre später. „Auf hohem Niveau Fußball spielen und trotzdem meiner beruflichen Tätigkeit als Bauingenieur nachgehen.“

KSV Hessen

Auf hohem Niveau Fußball spielen: Das war damals in Kassel noch möglich, denn während der neun Jahre (1965 bis 1974), in denen Uwe Habedank in der Regionalliga (damals die zweithöchste Klasse) kickte, schrammte der KSV zweimal (1971 und 1972) nur knapp an den ersten beiden Plätzen und damit am Einzug in die Bundesliga-Aufstiegsrunde vorbei.

Ältere Löwenfans erinnern sich zudem gern an legendäre Pokalspiele, in denen Habedank Hauptrollen übernommen hatte. Da war zunächst das 6:2 gegen Eintracht Frankfurt am Silvestertag des Jahres 1966, aber auch bei den beiden 2:2-Unentschieden gegen Werder Bremen (1967) und Bayern München (1970) war Uwe Habedank mittendrin statt nur dabei. Noch bemerkenswerter als die grandiosen Auftritte bei Highlights war aber die Konstanz des langjährigen Kapitäns, denn der Name Habedank fiel fast immer, wenn nach den besten KSV-Akteuren gefragt wurde.

Spvgg Olympia

Besonders gut kann sich Uwe Habedank an die Saison 1975/76 erinnern. Der inzwischen 31-Jährige war zwar weiterhin Kapitän des mittlerweile in die Oberliga abgestiegenen KSV Hessen, aber jetzt spielte er auch beim Nachbarn SpVgg Olympia eine wichtige Rolle, denn der Trainer der gerade in die Landesliga aufgestiegenen Zwehrener hieß nun Habedank. Und der Novize im Trainergeschäft hatte auf Anhieb Erfolg.

Die SpVgg Olympia schaffte den Aufstieg in die Oberliga, in der nun mit den Zwehrenern, dem KSV Hessen und dem SV Hermannia drei Kasseler Klubs vertreten waren. Nach 22 Jahren in Diensten des KSV Hessen – Jugendmannschaften inklusive –suchte Uwe Habedank eine neue Herausforderung. Zunächst wurde er Spielertrainer und schließlich wieder Trainer der SpVgg Olympia, die erst nach Habedanks Demission nach der Saison 1978/79 wieder in die Landesliga abstieg.

Mit 35 aber war für Uwe Habedank noch lange nicht Schluss, denn nun folgten 20 Jahre, in denen er bei insgesamt acht weiteren Klubs (siehe „Zur Person“) als Trainer tätig wurde.

Privates

Gleichzeitig waren andere Sportarten in den Vordergrund gerückt, vor allem Tennis, Radfahren und Skilaufen. In seinem Lieblingsskigebiet bei Saalbach/Hinterglemm hatte Habedank aber nicht nur auf der Piste Spaß, sondern auch beim fröhlichen Apres-Ski. Dort verliebte er sich in die einheimische Lehrerin Regina Troger, die schon ein halbes Jahr später die Alpen gegen den Habichtswald eingetauscht hatte und später Frau Habedank wurde. Uwe und Regina Habedank sind mittlerweile seit 24 Jahren ein Paar und haben einen gemeinsamen Sohn, dessen drei Geschwister aus Habedanks erster Ehe stammen.

Sportlich sind sie alle. Die Söhne Frank, Tim und Philipp waren Fußballer, während Tochter Uta das Handballspiel bevorzugte. Die Vorlieben haben sich in der folgenden Generation fortgesetzt. Enkel Ole kickt in der B-Jugend des SV Nordshausen, und Enkelin Sophie wirft und fängt Bälle für  die  TSG Dittershausen. Enkelin Sarah hat ihre Handball-Karriere schon beendet.

Zur Person 

Uwe Habedank, geboren in Eschwege, aufgewachsen im Kasseler Stadtteil Wehlheiden, lebt seit fast 30 Jahren im Stadtteil Nordshausen. Der Jubilar ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Kindern. 

Hobbys: Skifahren, Radfahren, Garten, Saxophon. 

Vereine als Spieler: KSV Hessen, SpVgg Olympia, SV Nordshausen. 

Vereine als Trainer: Olympia, Nordshausen, Tuspo Ziegenhain, TuS Fritzlar, FSV Dörnberg, TSV Besse, FC Körle, OSC Vellmar.

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