Auswärtsaufgabe im Hessenpokal, Anpfiff 19 Uhr

KSV Hessen heute gegen Ederbergland: Sie spielen und spielen und ...

Kevin Nennhuber (links) und Tobias Damm.
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Manchmal muss man auch mal durchschnaufen: Kevin Nennhuber (links) und Tobias Damm.

Die Süddeutsche Zeitung hat vor Kurzem darüber berichtet, wie groß die Belastung für Fußball-Profis in dieser wegen Corona so spät beginnenden und wegen der EM früh enden müssenden Saison werden kann und wird.

Kassel – Als Beispiel diente dabei Joshua Kimmich vom FC Bayern München – einer, der fast immer auf dem Platz steht, selten verletzt ist, selten ausgewechselt wird. Und nebenbei bei „Wer wird Millionär?“ noch für den guten Zweck Fragen beantwortet. Beim Regionalligisten KSV Hessen Kassel wären die Akteure wohl froh, wenn eine TV-Sendung die einzige Aufgabe neben dem Fußballspielen wäre.

Aber nein, die Spieler von Trainer Tobias Damm müssen zumeist noch arbeiten oder studieren – und reißen zudem ein Programm ab, bei dem selbst der FC Bayern nicht mithalten kann. Nimmt man als Stichtag den 1. August, dann kommen bei den Löwen bis heute 16 Partien zusammen – Tests, Ligaspiele und Pokalauftritte. Das Duell im Hessenpokal beim Verbandsligisten FC Ederbergland heute ab 19 Uhr ist also bereits das 17. Mal Warmmachen, Trikot anziehen, um den Sieg spielen – innerhalb von zweieinhalb Monaten. Die Münchner kommen in diesem Zeitraum auf nur 13 Spiele – wenn man die drei zurückliegenden Partien mit der Nationalmannschaft hinzunimmt.

Bleiben wir beim Beispiel Kimmich: Der 25-Jährige hat seit Anfang August elf Partien absolviert, fast alle über die volle Distanz. KSV-Innenverteidiger Kevin Nennhuber kommt dagegen bereits auf 14 Spiele – fast alle über die volle Distanz. Spinnt man das Ganze weiter, dann würde der KSV bei einem Weiterkommen im Hessenpokal heute zum Jahreswechsel 29 Partien bestritten haben, Profis des FC Bayern könnten mit Länderspielen, Pokal und Champions League zusätzlich auf 32 Einsätze kommen. Zur Erinnerung: Ohne nebenbei zu arbeiten als festangestellte Fußballer.

Über die Zusammenstellung der Kader und die finanziellen Möglichkeiten muss an dieser Stelle nichts gesagt werden. Da gibt es schon in der Regionalliga Südwest große Unterschiede. KSV-Trainer Tobias Damm ist aber ein leicht ironischer Unterton anzuhören, wenn er sagt: „Jan-Erik Leinhos hat sich im Training am Sprunggelenk verletzt, fällt für heute aus. Alban Meha lassen wir noch raus. Basti Schmeer und Frederic Brill fehlen weiterhin wie auch Serkan Durna. Der Rest kann laufen.“

Bis zur Winterpause stehen für den KSV Hessen definitiv noch zwei Englische Wochen mit Ligaspielen an, vielleicht eine im Pokal. „Wir wollen weiterkommen. Aber wir werden auch rotieren. Wir müssen rotieren. Da bleibt mir keine andere Wahl“, sagt Damm. „Aber auch den Spielern, die zuletzt weniger gespielt haben, vertraue ich zu 100 Prozent. Die können sich heute zeigen“, fügt der 36-Jährige an.

Für den Coach der Löwen steht aber auch fest, dass gerade die Muskelverletzungen mit der hohen Belastung zusammenhängen. „So eine Verletzung wie bei Frederic Brill, das passiert. Bei Serkan Durna ist es ärgerlich, dass er noch einmal operiert werden musste. Aber die Muskelgeschichten sind schon auf die vielen Spiele zurückzuführen. Das hat nichts mit der Trainingssteuerung zu tun“, sagt Damm.

Auch deswegen halten die Verantwortlichen wohl weiterhin Ausschau nach Verstärkungen. Denn es gilt bis zum Schluss: Sie spielen und spielen und ... (Maximilian Bülau)

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