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Mitgliederversammlung des KSV Hessen Kassel: So kurz war es dann doch nicht

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Von: Maximilian Bülau

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Mitglieder des KSV Hessen Kassel.
Grünes Licht: Wie diese beiden Mitglieder des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel zeigen, gingen die Wahlen während der Jahreshauptversammlung ohne Unstimmigkeiten über die Bühne. © Dieter Schachtschneider

Kurz sollte sie werden. Das betonten die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel schon vor Beginn. So kurz war die Mitgliederversammlung des Klubs schließlich aber doch nicht.

Kassel – Besonders allerdings schon. Weil sie wegen der Pandemie draußen stattfand, im Auestadion. Die Mitglieder saßen auf der Haupttribüne – 64 Stimmberechtigte waren da. Die Redner standen unten auf der Laufbahn. Wir haben die wichtigsten Infos aus der Versammlung gebündelt.

Die Sportchefs: Jörg Müller und Steffen Friedrich waren für das sportliche Fazit der abgelaufenen Saison verantwortlich. Es sei gelungen, den Altersschnitt der ersten Mannschaft von 33 auf 24 Jahre zu senken, der Umbau des Teams sei abgeschlossen, sagte Müller. „Der nächste Schritt soll auch in der Tabelle erfolgen. Wir wollen die Plätze fünf bis acht anpeilen“, fügte der Sportliche Leiter an. Müller hatte eine gute Nachricht zu verkünden: Serkan Durna hat seinen Vertrag bei den Löwen bis 2023 verlängert. „Wir wollen keinen so großen Umbruch mehr wie im vergangenen Sommer“, erklärte Müller.

Der Klubchef: Ist er ja nicht offiziell. Aber Jens Rose ist das Gesicht des Vorstands. „Es geht mit dem Verein aufwärts, Schritt für Schritt – mehr können wir uns auch nicht erlauben“, sagte Rose. Er sei stolz auf den neuen Bus, der ja kein Mannschaftsbus, sondern ein Vereinsbus sei, mit dem der Klub in den kommenden fünf Jahren jeweils einen mittleren fünfstelligen Betrag an Reisekosten spare. „Wenn ich einschlafe, bin ich stolz darauf“, fügte er an. Einen Wunsch hat Rose für die Zukunft: „Offenbach hat dreimal so viele Zuschauer im Schnitt wie wir. Das kann nicht sein!“

Der Finanzchef: Heißt Swen Meier. Wie gewohnt stellte der die Zahlen verständlich und transparent dar. Nach Abschluss der Saison sei klar geworden: Aus der Prognose, mit einem blauen Auge aus der Corona-Spielzeit zu kommen, seien zwei blaue Augen geworden. „Es war schlimmer als erwartet“, sagte Meier. Am Ende des Geschäftsjahres stand ein Minus von 278 000 Euro, geplant worden war mit einer Unterdeckung des Etats von 100 000 Euro, da der Verein rund 200 000 Euro an Rücklagen gebildet hat. Stand 30. Juni 2021 zeigte das Konto dann aber ein Minus von etwas mehr als 100 000 Euro. „Wir waren zahlungsunfähig“, sagte Meier. Und er erklärte damit auch noch einmal, warum man einigen Spielern, die den Verein verließen, keine besseren Angebote habe machen können.

Der große Retter sei das Land Hessen gewesen. Unter dem Namen „Billigkeitsleistungen Profisport“ habe der Klub mehr als 200 000 Euro an Hilfen allein vom Land bekommen. Durch weitere Zahlungen des Bundes konnte das Minus von 278 000 Euro so auf 40 000 Euro gesenkt werden. „Wirtschaftlich war das Jahr nicht gut, wir müssen da ‘Danke’ an die Politik sagen“, so Meier.

Zustandegekommen war das Minus durch die ausbleibenden Zuschauereinnahmen in einer Saison, die größtenteils aus Geisterspielen bestand, und dem Mehraufwand durch Hygieneauflagen. Dass das Geld vom Land kommt, sei allerdings nicht klar gewesen, als es um Vertragsverlängerungen ging. Stand jetzt hat der KSV 446 000 Euro auf dem Konto. Eine Momentaufnahme, die aber nicht das tatsächliche Plus widerspiegelt.

Der Aufsichtsrat: Am Ende eines dann doch nicht ganz so kurzen Abends – zweieinhalb Stunden dauerte er – standen die Wahlen des Aufsichtsrates an. Dieser darf aus fünf gewählten und zwei benannten Personen bestehen. Bislang gab es mit Enrico Gaede, Jens Lüdecke und Florian Beisheim drei gewählte Mitglieder sowie mit Oberbürgermeister Christian Geselle und Fritz Westhelle zwei benannte. In Jenna Nenninger und Henning Vetter stellten sich zwei weitere Personen vor, die beide ohne Gegenstimme in das Gremium gewählt wurden. Zudem wurde auch Gaede, Lüdecke und Beisheim bestätigt. Aufsichtsrat und Vorstand wurden zudem einstimmig entlastet. (Maximilian Bülau)

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