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„So machen wir immer weiter“: KSV Hessen will gegen Frankfurt nachlegen

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Von: Frank Ziemke

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Der Moment der endgültigen Erlösung: Sebastian Schmeer schießt den Ball über Steinbachs Torhüter Frederic Löhe hinweg zum 3:1 in die Maschen. Im Hintergrund machen sich die KSV-Fans schon zum Jubeln bereit. © Fingerhut

Steinbach. „Wir haben uns das nächste Endspiel erkämpft. So machen wir immer weiter", sagte Trainer Tobias Cramer nach dem Sieg in Steinbach.

Manchmal können offizielle Statements in einer Pressekonferenz sehr kurz sein – und trotzdem einiges sagen. Nach dem 3:1-Erfolg seines KSV Hessen Kassel beim TSV Steinbach war Trainer Tobias Cramer nicht nach großen Worten. Ob es der angeschlagene Hals war oder der Stress im Abstiegskampf, Cramer sagte nur zwei Sätze: „Wir haben uns das nächste Endspiel erkämpft. So machen wir immer weiter.“

Im Grunde war damit ja auch vieles erklärt. Sie machen immer weiter und weiter, diese Löwen, im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Südwest. Einem Kampf, der aussichtslos erschien, als der KSV mit einem desaströsen 1:4 bei Schott Mainz in das Jahr startet. Mit dem Sieg in Steinbach überholten die Nordhessen eben diese Mainzer in der Tabelle. 18 Punkte haben die Löwen nun 2018 gesammelt. Am Samstag kommt der FSV Frankfurt zum nächsten hessischen Duell ins Auestadion (14 Uhr). Und klar: Sie wollen auch da weitermachen.

So, wie es eben auch in Steinbach war. Als die Gastgeber in der 55. Minute das 1:1 erzielten, dazu durch einen umstrittenen Foulelfmeter, da sah es kurzzeitig nicht wirklich gut aus für die Kasseler. Die hatten sich bis dahin vorwiegend aus Spielzerstörung und Torsicherung reduziert – gestützt vom Führungstor, das Lucas Albrecht ebenfalls per Foulelfmeter erzielt hatte. Was aber passierte nach dem Ausgleich? Die Antwort gab Steinbachs Trainer Matthias Mink: „Ich habe nach dem Tor gedacht, dass wir jetzt profitieren. Aber wir lassen locker und stattdessen dreht der KSV auf.“

Genauso war es. Cramers Mannschaft, und das zeichnet sie derzeit aus, kann Rückschläge verdauen. Sie legte den Hebel um, erzeugte nun selbst Druck. Die Tore von Tim Philipp Brandner und Sebastian Schmeer sicherten die wichtigen Punkte. Und nebenbei beendeten sie die Auswärtsmisere der Löwen, die erstmals seit dem 27. August 2017 (3:1 in Hoffenheim) drei Punkte in der Fremde einfuhren. Der Sieg in Steinbach stand unter dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. Mink stellte fest: „Das war ja kein Fußballspiel. Der KSV wollte nicht spielen.“ Nachgefragt also bei Cramer: „Wollte der KSV wirklich keinen Fußball spielen?“ Die Antwort: „Wollten wir nicht. Wir müssen auch nicht Fußball spielen. Wir stehen im Abstiegskampf. Wir müssen nur punkten.“

Was der Löwen-Trainer meint, ist klar: Allein mit spielerischen Mitteln kann sein Team einem stark besetzten Gegner wie Steinbach nicht beikommen. Also setzt er auf kämpferische und körperliche Tugenden. Die Innenverteidiger Albrecht und Cedric Mimbala gewannen Zweikampf um Zweikampf. Kapitän Frederic Brill und Youngster Brian Schwechel rackerten im Mittelfeld unermüdlich. Selbst Stürmer Sebastian Schmeer tauchte immer wieder am eigenen Strafraum auf.

Am Samstag gegen Frankfurt werden die Löwen trotzdem auch andere Tugenden entdecken müssen. „Nach der Balleroberung haben wir zu viele Fehler gemacht“, kritisierte Cramer. Dass der FSV daraus so wenig macht wie Steinbach, darauf darf sich der KSV, der den Ausfall des gelbgesperrten Albrecht kompensieren muss, nicht verlassen. Schließlich soll es auch nach dem zweiten Hessenderby dieser Woche heißen: „Wir haben das nächste Endspiel. So machen wir immer weiter.“

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