Hessenpokal - Ein Spiel wie die Saison: KSV präsentiert sich zu schwankend

Kassel. Das Kasseler Auestadion bot seit langer Zeit mal wieder eine Kulisse, die etwas größeren Fußball vermuten ließ: Zwei Fangruppen in den Kurven, die sich verbal duellierten, zwei gut gefüllte Sitzplatz-Tribünen, insgesamt wohl mehr als 4000 Zuschauer. Nordhessen gegen Südhessen.

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KSV Hessen gegen Kickers Offenbach. Regionalliga gegen Dritte Liga. Es schien alles bereitet, um die bisher enttäuschend verlaufende Saison des KSV Hessen Kassel zumindest vorübergehend in den Hintergrund zu drängen. Volle Konzentration auf dieses Spiel. Die Zuschauer waren gewillt, dieser Mannschaft noch eine Chance zu geben, sich doch noch ein wenig in ihre Herzen zu spielen. „Wir sind alles Kasseler Jungs“, skandierten die Fans in der Nordkurve. Es war wie lange Zeit in der vergangenen Saison, als es noch rund lief für die Löwen.

Und doch fühlten sich alle gleich wieder an diese Saison erinnert - an eine Mannschaft, die nicht zu sich selbst findet, die nicht zu sich selbst finden kann, weil sie sich permanent verändert. Symptomatisch dafür steht der Einsatz des Innenverteidigers Michael Zepek: vor der Saison aussortiert, dann wieder integriert, zwischendurch immer mal wieder verletzt, und jetzt - beim wichtigsten Spiel der Saison - plötzlich in der Startformation.

Trotzdem dauerte es lange, bis Zepek wirklich präsent war auf dem Platz. Das hatte er mit fast allen Teamkollegen gemein, die anders als die Zuschauer einfach im Regionalligatrott weiterzumachen schienen. Kaum Biss. Kaum Selbstbewusstsein. Kaum Spielfluss. Erste Pfiffe. Erstes Gegentor. Später sagte Zepek: „Wir sind einfach nicht in die Zweikämpfe reingekommen. Aber ich glaube nicht, dass es an den Umstellungen in der Abwehr lag.“

Es bedurfte eines Regenschauers und mehrerer Showeinlagen von Trainer Uwe Wolf, bis dieses Team wohl selbst erahnte, dass mehr in ihm steckt. Als es kurz vor der Pause wirklich drängte wie selten in dieser Saison, da zeigte es, zu was es in der Lage sein kann. Da entfachte es sogar Begeisterung. Die Zuschauer klatschten frenetisch, als sich erste Chancen ergaben. Zur Halbzeit gab es Applaus - und Hoffnung.

Dass es nicht reichte, lag auch an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit. Und so denken viele nach diesem Spiel, das die enttäuschende Saison in den Hintergrund drängen sollte, vor allem an eines: an die enttäuschende Saison. Diesmal durften die 400 mitgereisten Offenbacher jubeln.

KSV-Trainer Uwe Wolf sagte: „In der ersten halben Stunde hat die Mannschaft zu wenig Leidenschaft gezeigt. Danach war ich im Großen und Ganzen zufrieden. Aber Offenbach war einfach cleverer.“

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