1. Startseite
  2. Sport
  3. KSV Hessen Kassel

Spielerzeugnis: Beim KSV Hessen bleiben fast alle Akteure hinter der Leistung des Vorjahres

Erstellt:

Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

Kommentare

Logo des KSV Hessen Kassel.
Das Logo des KSV Hessen Kassel. © privat/nh

Der KSV Hessen Kassel befindet sich aktuell in der Winterpause. Wir haben den Spielern nach dem ersten Halbjahr ein Zeugnis ausgestellt.

Kassel – Mit einem Remis und zwei Niederlagen aus den letzten drei Spielen des Jahres verabschiedete sich Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel in die Winterpause. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch sind die Löwen wieder auf dem harten Boden angekommen: Abstiegskampf in der vierten Liga. Wir stellen den Spielern nach dem ersten Halbjahr – die Mannschaft hat bereits zwei Partien der Rückrunde absolviert – ein Zeugnis aus. Und das fällt deutlich schlechter aus als in den Jahren zuvor.

Die Torhüter

Gleich vier Schlussmänner kamen zum Einsatz. Zu Beginn der Saison stand Nicolas Gröteke im Kasten. Sechs Spiele absolvierte der 21-Jährige, bis er sich eine Meniskusverletzung zuzog. Nur beim 0:0 gegen Freiberg blieb er ohne Gegentreffer, kassierte zwölf Tore, holte keinen Sieg und nur zwei Punkte mit dem Team. Daran schuld war er nicht. Schwächen bei der Strafraumbeherrschung hat er aber immer noch.

Für Gröteke übernahm Maximilian Zunker. Der 27-Jährige blieb in zwei Partien ohne Gegentreffer, kassierte in sechs Spielen zehn Tore. Am 8. Oktober gelang mit Zunker der erste Saisonsieg. Eine Woche später sah er in Ulm die Rote Karte, Moritz Schunke kam zu einem 50-minütigen Einsatz. Die Verantwortlichen verpflichteten dann den vereinslosen Marlon Sündermann. Der 24-Jährige blieb in den letzten sieben Partien des Jahres 2022 zweimal ohne Gegentreffer und holte mit dem KSV die meisten Punkte (zehn von 16). Auch Sündermann musste aber elfmal hinter sich greifen.

Holte die meisten Punkte: Marlon Sündermann.
Holte die meisten Punkte: Marlon Sündermann. © Schachtschneider, Dieter

Für alle Torhüter gilt: Sie waren kein Schwachpunkt. Sie hielten aber auch selten so, dass sie nachher überschwänglich gelobt wurden.

Die Abwehr

Maurice Springfeld ist der Löwen-Dauerbrenner. 20 Spiele (eins im Hessenpokal), 1800 Minuten, nie ausgewechselt. Damm schätzt sein Auge, sein Stellungs- und sein Aufbauspiel. Aber: Springfeld leistete sich auch einige Patzer. Rabenschwarzer Tag beim 1:3 gegen den FSV Frankfurt im letzten Spiel des Jahres. Der KSV war dann am stärksten, wenn Springfeld und die beiden anderen Innenverteidiger Hendrik Starostzik und Kevin Nennhuber gemeinsam auf dem Feld standen.

Ein Dauerbrenner: Maurice Springfeld.
Ein Dauerbrenner: Maurice Springfeld. © Andreas Fischer

Das Problem: Nennhuber plagt sich häufig mit Verletzungen, kam nur auf zehn Einsätze (ein Tor). Auch Starostzik fehlte vor allem in der Anfangsphase der Saison. Beide zeigen trotzdem Leistung. Starostzik (ein Tor) glänzt zudem als Kämpfer und Antreiber. Paul Stegmann bekam zu Beginn der Spielzeit drei Einsätze, bei denen dem 20-Jährigen fehlende Erfahrung anzumerken war. Nael Najjar startete auf dem rechten Flügel ungewohnt schwach in die Saison.

Ein Dauerbrenner: Nael Najjar.
Ein Dauerbrenner: Nael Najjar. © Andreas Fischer

Seine Standards und Flanken waren durchweg nicht die Waffe wie sonst. Steigerte sich aber und überzeugte wieder mit Tempo und Laufbereitschaft. Verpasste wegen einer Sperre nur ein Spiel, erzielte ein Tor. Ohne Treffer blieb Alexander Mißbach, der in der Dreierkette oder als linker Außenverteidiger eingesetzt wurde, trat meist solide auf.

Das Mittelfeld

Eher enttäuschend – so lautet das Fazit für das Zentrum des KSV-Spiels. Bei vielen Akteuren war gegenüber der Vorsaison eher Rückschritt statt Fortschritt zu sehen. Aram Kahraman spielt nur noch eine Nebenrolle. Die Lücke auf der Sechs nach Tim Dierßens Knieverletzung schloss auch Steven Rakk in 14 Spielen nicht, steigerte sich aber zum Jahresende. So blieb als Konstante zunächst Frederic Brill. Auch der Kapitän konnte das Spiel nicht immer stabilisieren, Gewinner war Nils Stendera in seiner zweiten Saison in der Heimat.

Im Zentrum gefragt: Nils Stendera.
Im Zentrum gefragt: Nils Stendera. © Fischer, Andreas

Als Damm ihn etwas defensiver einsetzte, zeigte sich Stenderas Übersicht im Aufbau. Der 22-Jährige bewies auch Torgefahr, erzielte drei Treffer in 15 Spielen. Im offensiven Bereich gönnt sich Damm viele Wechsel, die aber nicht immer so zündeten wie bei der Aufholjagd zum 3:2 gegen Bahlingen. Die langjährigen Löwen Lukas Iksal und Marco Dawid liefen ihrer Form hinterher. Iksal kam zwar in allen Spielen zum Einsatz, aber nie über 90 Minuten. Ein Tor gelang im nicht. Dawid war einmal erfolgreich, aber auch für ihn ist das viel zu wenig. Jascha Döringer und Daniele Vesco bekleideten häufig die Position hinter den Spitzen.

Vor allem der Schweizer Vesco, wie Iksal immer dabei, aber nie durchspielend, konnte die vielen guten Ansätze des Vorjahres nicht bestätigen. Serkan Durna kam links mal defensiver, mal offensiver zum Einsatz, erzielte zwei Tore. Insgesamt: zufriedenstellend. Für Neuzugang Oliver Issa Schmitt begann die Saison nach Verletzung erst richtig am Jahresende. Er könnte ein Hoffnungsträger für 2023 werden.

Fehlte lange verletzt: Oliver Issa Schmitt.
Fehlte lange verletzt: Oliver Issa Schmitt. © Fischer, Andreas

Der Angriff

Absolute Problemzone des KSV. 18 Treffer sind gemeinsam mit Wormatia Worms drittschlechtester Wert der Liga. Die meisten Minuten im Sturmzentrum hat Neuzugang Noah Jones gesammelt. Seit dem dritten Spieltag gehört der 20-Jährige dem Kader an, 15 Mal stand er auf dem Platz – allerdings nur einmal über 90 Minuten. Jones arbeitet mit nach hinten, fehlt so aber auch vorn als Anspielstation.

Erzielte die meisten Tore: Noah Jones.
Erzielte die meisten Tore: Noah Jones. © Fischer, Andreas

Mit vier Treffern der beste Torschütze. Viel versprochen nach dem starken Schlussspurt der Vorsaison hatten sich einige von Jon Mogge. Doch sie wurden enttäuscht. Der 25-Jährige bekam anfangs häufig das Vertrauen von Damm, zahlte es aber nicht zurück. Ein Treffer am zweiten Spieltag gegen Koblenz steht auf seinem Konto. Ist als Anspielstation nicht ballsicher genug. Dritter etatmäßiger Angreifer im Kader ist Marcel Fischer.

Das 22 Jahre alte Eigengewächs kam in jedem Spiel zum Einsatz, jedoch fast immer als Einwechselspieler. Diese Rolle füllt Fischer ordentlich aus, ist kopfballstark und entwickelt sich von Jahr zu Jahr in kleinen Schritten weiter. Gegen Bahlingen gelang ihm beim 3:2-Erfolg das späte 2:2. Gegen Koblenz erzielte er im Hinspiel den Anschlusstreffer zum 1:2. Endstand: 2:2. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare