Auf der Spur des Pokalabends

Was beim KSV-Spiel gegen Steinbach noch an Hannover 96 erinnert

Kassel. Hamburger SV, Kickers Offenbach, Hannover 96 – das waren sie, die Festspielwochen des KSV Hessen. Am Freitag stellte sich dann wieder der Alltag im Auestadion ein. Regionalliga Südwest. Steinbach.

Alles andere als ein großer Name. Aber wie viel ist eigentlich knapp eine Woche nach dem Spektakel im DFB-Pokal vor 18.482 Zuschauern übrig? Eine Spurensuche.

Die Szenerie ist überschaubar auf dem Stadionvorplatz. Kein Gedränge, keine langen Schlangen vor den Kassenhäuschen – es gibt noch Tickets in allen Kategorien. Und ein bisschen Hannover ist auch, denn Stadionhefte von der Partie des vergangenen Sonntags liegen noch in ausreichender Zahl aus. Selbst ein großer Reisebus steht für Fotos bereit. Es ist folgende Aufschrift, die das Gefährt des TSV Steinbach aber weitaus weniger interessant macht als das von Hannover 96: „Gimmler – Eine Klasse für sich“.

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Kurz vor dem Spiel geht es auch dort entspannt zu, wo die Spieler einlaufen. Heinz-Joachim Orth sitzt locker auf einem Stuhl, hat die Beine ausgestreckt und ganz viel Zeit. „Gegen Hannover hatten wir etwa 100 Leute im Einsatz, heute sind es die Hälfte“, sagt der Leiter des Ordnungsdienstes. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Am Pokalabend wimmelte es von Fotografen mit Fotowesten, von Mitarbeitern des Privatsenders Sky, von wichtigen Leuten – und Orth hatte jede Menge zu tun, damit das minutiöse Ablauf-Protokoll des Spiels eingehalten wurde.

Jetzt kommt auch Torsten Pfennig, der Geschäftsstellenleiter der Löwen, ins Stadion. Noch zehn Minuten bis Steinbach. „Das ist normale Arbeit für uns, aber es kribbelt genauso. Gegen Hannover war die Anspannung unglaublich, weil wir so viele andere Dinge erledigen mussten“, sagt er. Das Funkgerät steckt heute trotzdem in seiner Tasche.

Keine Fans im Gästeblock

Dann ist Anpfiff. Vor 2063 statt 18.482 Zuschauern. Der Blick in den Gästeblock, der vor einer knappen Woche noch mit 4000 Anhängern gefüllt war, bringt Ernüchterung und eine Null: Kein Fan aus Steinbach – die sitzen nämlich auf der Haupttribüne. Und auch kein Polizist. Dafür ist das Flutlicht an – und fällt bis zum Ende des Spiels nicht mehr aus. Die Partie ist übrigens auch eine andere, denn der KSV belagert eine Halbzeit lang den Strafraum der Steinbacher in bester Eishockey-Powerplay-Manier.

Die Tore fallen dann in der zweiten Halbzeit. Für den KSV. Endlich. Tobias Becker und Mike Feigenspan treffen, Shqipon Bektashi legt sogar einen Hattrick hin – das, was gegen Hannover nicht geklappt hat, geht gegen Steinbach komplett auf. Diesen Unterschied zum Pokalabend nehmen die Löwen-Fans gern mit. Nach dem Abpfiff ist alles so wie immer bei Regionalliga-Spielen. Allerdings herrscht bei der Pressekonferenz eine ähnliche Hitze wie am vergangenen Sonntag, wenn auch weniger Personen anwesend sind. Das Letzte, was dann an Hannover erinnert, ist das grüne Schlüsselband eines Journalisten. Aufschrift: „DFB-Pokal“.

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