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Starostzik und Schluss: KSV Hessen dreht Partie gegen Bahlingen, weil der Wille da ist

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Von: Maximilian Bülau

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Hendrik Starostzik.
Der Siegtorschütze: Hendrik Starostzik. © Andreas Fischer

Marco Dawid hatte es versucht, aber nach einem Doppelpass mit Serkan Durna aus kurzer Distanz frei vor dem Tor den Ball nicht richtig getroffen.

Kassel – Jascha Döringer hatte es versucht, aber sein Schuss aus 16 Metern ging knapp am linken Pfosten vorbei. Nach dem späten Ausgleich des KSV Hessen Kassel im Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den Bahlinger SC durch Marcel Fischer (81.) hatten die Löwen Chancen, nach zwei Rückständen tatsächlich noch zu gewinnen – doch beste Möglichkeiten wurden ausgelassen. Es schien, als müsste der KSV sich mit dem 2:2 begnügen – was nach diesem Spielverlauf und 70 schlechten Minuten auch schon ein kleiner Erfolg gewesen wäre. Aber es kam doch anders. Es kam Hendrik Starostzik. Und Schluss.

Mit der letzten Aktion des Spiels knallte der mit nach vorn geeilte Innenverteidiger den Ball unter die Latte. Dann ging es ab in die Kurve. Die Bahlinger sackten auf dem Rasen zusammen. Schiedsrichterin Fabienne Michel pfiff die Partie ab.

Zum zweiten Mal im siebten Duell haben die Löwen das Team vom Kaiserstuhl geschlagen – doch dafür war eine ordentliche Portion Wille nötig. „Ich wollte unbedingt gewinnen, wir wollten unbedingt gewinnen“, sagte ein noch sichtlich emotional geladener Starostzik kurz nach dem Abpfiff. „Deswegen bin ich auch mit nach vorn gegangen. Ich dachte erst, der Ball wäre gar nicht rein-, wäre drüber gegangen“, berichtet der 31-Jährige. „Ich war wie in Trance. Wir haben nicht aufgegeben, und das ist ein erlösendes Gefühl jetzt“, sagt er.

Der Abwehrchef der Löwen hatte aber nicht nur positive Emotionen im Kopf. Die Schiedsrichterin machte ihn sauer. „Ich bin unendlich enttäuscht von dem Elfmeterpfiff gegen mich. Ich habe die Arme ganz klar vor dem Körper, habe meine Körperfläche auf keinen Fall vergrößert. Es geht hier um Existenzen. Und die Entscheidungen sind nicht nur heute fragwürdig gewesen. Das kennen wir schon aus Spielen vorher“, wird Starostzik deutlich.

In der 62. Minute hatte Ex-Löwe Hasan Pepic den zweiten Elfmeter verwandelt, nach einem vermeintlichen Handspiel von eben Starostzik. Der KSV lag zum zweiten Mal zurück, nachdem Pepic bereits in Minute 35 vom Punkt und nach einem Foul von Noah Jones getroffen hatte. Jones selbst hatte nur drei Minuten später ausgeglichen. „Nach dem Elfer hat mir Henne einen Spruch gedrückt, ich soll früher meine Augen aufmachen. Das sind jetzt natürlich trotzdem Glücksgefühle nach dem Ausgang. Nach einem Sieg in einem nicht guten Spiel von uns“, sagt Jones.

Gut waren die Löwen an diesem Tag tatsächlich nicht. Die Gäste diktierten das Mittelfeld, der KSV schlug fast nur lange Bälle. Erst in den letzten 15 Minuten entwickelte das Team von Trainer Tobias Damm noch mal richtig Druck, es gelang tatsächlich noch der Siegtreffer. Die Partie wies dabei deutliche Parallelen zum 3:2-Erfolg gegen Stuttgart II im August 2021 auf. Auch damals lagen die Löwen zweimal zurück, auch damals traf Brian Schwechel in der vierten Minute der Nachspielzeit mit der letzten Aktion zum Sieg.

Trainer Tobias Damm war das Lächeln während der Pressekonferenz ins Gesicht gemeißelt. Er gab zu: „Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen.“ Sein Gegenüber Dennis Bührer zeigte sich als fairer Verlierer. Damm und Bohrer kennen sich gut – sie machen derzeit zusammen die A-Lizenz. (Maximilian Bülau)

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