Die Kasseler schwächeln in Koblenz einmal mehr vor dem Tor

Im Strafraum, da fehlt was beim KSV Hessen

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Enttäuscht: Sergej Evljuskin.

Koblenz. Anfeuern statt Ausbuhen: So lautete das Motto der mitgereisten KSV-Fans nach dem 0:1 bei TuS Koblenz. Was die Anhänger den Löwen mit auf den Heimweg gaben, lesen Sie hier.

Die Fans der Löwen, die den Weg nach Koblenz auf sich genommen hatten, hielten sich nicht lange auf mit Ärger. Sie blickten nach der 0:1-Niederlage des KSV Hessen beim Drittletzten TuS Koblenz lieber nach vorn: „Auf geht’s, rot-weiße Jungs, holt den Pokal für uns.“

Das Halbfinale im Hessenpokal gegen Wehen Wiesbaden am 29. April stellt derzeit alles in den Schatten beim KSV. Insofern ist die nächste Niederlage gegen ein Kellerkind zu verkraften für eine Mannschaft aus dem Niemandsland der Tabelle in der Fußball-Regionalliga Südwest. Ärgerlich ist sie trotzdem. Denn wieder einmal hat der KSV aus einer deutlichen Überlegenheit nichts gemacht. Wie so oft gegen Mannschaften, die sich vornehmlich mit der Sicherung des Strafraums befassen.

Problemzone fremder Strafraum

Denn dieser Strafraum ist in solchen Begegnungen die Problemzone der Löwen. „Im Mittelfeld sieht das eigentlich gut aus, was der KSV spielt. Aber vorn, da fehlt was“, sagte Christian Henel. Im Vorjahr hat der Stürmer den Treffer zum Kasseler 1:0-Sieg in Koblenz erzielt. Mittlerweile ist er vereinslos, macht sich nach einer langen Pause wegen eines Fußbruches bei der TuS fit. Sein Urteil deckte sich nahtlos mit dem von Trainer Matthias Mink. Der sagte: „Wir haben nach dem Rückstand gut ins Spiel gefunden. Aber im Strafraum ist das einfach nicht zielstrebig genug.“

Natürlich spielte den Gastgebern der Auftakt in die Karten. Nach Kevin Steukes Freistoßtor in der zweiten Minute konnte Koblenz sich komplett auf die Defensivarbeit und gelegentliche Konter konzentrieren. Trainer Petrik Sander nannte den Erfolg seines Teams später einen „Sieg der Leidenschaft“. Er wurde halt mit Mann und Maus verteidigt.

Ballbesitz bringt nichts Zählbares

Zumindest sprach es für den KSV, dass er beim andauernden Bemühen um den Ausgleich in der zweiten Hälfte praktisch keinen gefährlichen Konter der Gastgeber zuließ. Über 45 Minuten spielte sich das Geschehen fast durchweg in der TuS-Hälfte ab, meist war das Leder am Fuß eines Kasselers. Die beste Ballbesitzquote nutzt aber nichts, wenn die Besitzer den Ball kaum in den Strafraum des Gegners tragen. Einige Distanzschüsse, zwei gute Chancen für den eingewechselten Dennis Lemke – viel mehr gab es nicht. Und schon gar nichts Zählbares. „Es muss unser Anspruch sein, vorn schlagkräftiger zu werden“, erklärte Mink. Zuversichtlich bleibt er aber trotz der nächsten Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten: „Wir werden aus diesen Spielen lernen.“

Vor allem aber hofft der Trainer, „dass nun etwas andere Gegner kommen“. Gegner eben, die sich nicht nur auf die Defensive beschränken, dem KSV deshalb besser liegen. Am Freitag ist das zunächst Waldhof Mannheim, am Mittwoch danach geht es gegen Wehen Wiesbaden. Das Pokalspiel, das den KSV-Fans wichtiger ist als eine Niederlage in Koblenz.

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