Tolles Tor, kein Happyend

Nach Niederlage gegen Koblenz: KSV Hessen stimmt sich auf nächstes Duell ein

Henrik Giese

Kassel. Die KSV-Spieler blieben noch ein bisschen länger in der Kurve. Nicht, um sich nach einem Sieg feiern zu lassen, sondern, um sich auf das Duell in Offenbach einzustimmen.

„Wir wollen den Derbysieg“, skandierten die Fans nach der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Koblenz. Seit dem 1:3 am 1. Oktober vergangenen Jahres gegen Hoffenheim hatten die Löwen zu Hause nicht mehr verloren, nun hat es sie nach zehn ungeschlagenen Spielen in Folge mal wieder erwischt.

Dabei begann es für die Gastgeber richtig gut. Mit einem Treffer Marke Traumtor. Sascha Korb hatte aus halblinker Position nach innen geflankt, der Ball wurde lang und länger und senkte sich hinter dem verdutzten Koblenzer Keeper Sebastian Patzler zur Führung ins Netz. Zufall? Oder doch gewollt? Der Torschütze klärt auf: „Ich habe Sergej Evljuskin einlaufen sehen und dann geflankt. Der Wind war in der ersten Halbzeit extrem, ich denke, er hat dann das Übrige getan.“

Tolles Tor geschossen, aber keinen Sieg gefeiert: Sascha Korb.

Auch KSV-Trainer Tobias Cramer war nicht nur vom „Türöffner“ für die Löwen angetan: „In der ersten Halbzeit waren wir gut im Spiel und hatten den Gegner im Griff. Aber wir haben vergessen, nachzulegen. Nach der Pause haben wir dann immer wieder kleinere Fehler in unser Spiel eingebaut und falsche Entscheidungen getroffen.“ Die Folge war das 1:1 der Koblenzer durch Ricardo Antonaci in der 58. Minute. „Den Ball hätte ich vorher wegköpfen müssen“, sagte Innenverteidiger Henrik Giese.

Trotz des Ausgleichs hatte der KSV weiter seine Chancen. Vor allem Sascha Korb. Zwei schöne Vorlagen, zwei Freistoßkracher – die erneute Führung war nicht weit. Aber sie blieb aus. Stattdessen verwandelte Andreas Glockner einen von Lukas Albrecht verursachten Foulelfmeter zum 2:1 (70.). „Die Niederlage ist zunächst erstmal enttäuschend, aber sie ist auch ein Schritt auf dem Weg der Weiterentwicklung. Gerade wenn es hektisch wird und jeder Spieler vielleicht nicht ganz so zufrieden mit seiner Leistung ist, muss man Lösungen finden. Leider konnten wir in der Schlussphase nicht mehr den entscheidenden Druck aufbauen, um doch noch das Unentschieden zu schaffen“, sagte Cramer.

Da ist es passiert: Sascha Korb hatte aus halblinker Position geflankt und den Koblenzer Torwart Sebastian Patzler (Foto) zum 1:0 überwunden. Fotos:  Hedler

Korb gegen Ex-Klub

Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Löwen nicht. Das Derby in Offenbach am Sonntag bestimmt bereits das Training. Für Korb ein besonderes Spiel? „Gegen den Ex-Klub zu spielen, ist natürlich nicht alltäglich. Die Fans sind heiß, und wir werden mit breiter Brust dorthin fahren“, sagt der ehemalige Kickers-Spieler. Vielleicht wird er nach dem Spiel mit seinen Teamkollegen wieder ein bisschen länger bei den KSV-Fans verweilen, um dann aber einen Sieg zu feiern.

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