Mit zwei Kilo weniger zwei Tore erzielt

Tore fürs Geburtstagskind: Shqipon Bektasi ist Mann des Abends

+
Tore für das Geburtstagskind: Shqipon Bektasi (KSV Hessen Kassel) erzielt das 1:2.

Kassel. Der Mann des Abends wurde in der 73. Minute eingewechselt – und es fragte sich nachher, warum er nicht schon früher aufs Feld geschickt worden war.

Matthias Mink, Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, hatte später eine einleuchtende Antwort parat: „Shqipon hatte am Anfang der Woche Magenprobleme und zwei Kilogramm verloren.“ Da reichte es für Shqipon – Nachname Bektasi – am Freitagabend gegen Offenbach nur für einen Kurzeinsatz.

Was er aus diesem Kurzeinsatz machte, ist aber gut genug für eine Notiz mit Leuchtschrift in der Geschichte des KSV Hessen Kassel: Der 24-Jährige rüttelte Spieler und Fans im Auestadion wach, er brachte das auf den Platz, was den Löwen bis dahin fehlte: die Extra-Portion Mut, Aggressivität und Zielstrebigkeit. Bektasi hatte zunächst zwei Chancen, die er nicht nutzte, er machte weiter, er schoss in der 83. Minute das 1:2, die Anhänger waren jetzt hellwach, sie feuerten den KSV an. Dann die Nachspielzeit, noch eine Ecke für den KSV, Löwen-Torhüter Kevin Rauhut kommt mit nach vorn, die letzte Chance: Hasan Pepic flankt, Bektasi köpft ein zum 2:2 – grenzenloser Jubel. Und mittendrin Bektasi, der vor knapp einem Jahr aus Mannheim nach Kassel gekommen war und gleich in seinem ersten Spiel gegen Elversberg das Siegtor erzielte – in der Nachspielzeit.

Mink nannte Bektasi gestern einen Unterschiedspieler. Offenbachs Trainer Rico Schmitt sagte, Bektasi habe für die höchste Alarmstufe gesorgt. Bektasi selbst blieb eher bescheiden: „Ich habe alles gegeben“, sagte er und lobte die Passgeber: Sylvano Comvalius und Hasan Pepic. Dann ging er aber doch noch etwas aus sich heraus und meinte zu seiner Geschichte: „Nichts ist schöner als so etwas.“

Bektasi hat Werbung in eigener Sache gemacht. Schon beim 0:2 im Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Hamburger SV vor gut einer Woche machte er als Joker auf sich aufmerksam. Nun sorgte er dafür, dass die Euphorie rund um den KSV während der Festspielwochen anhält. Nach dem 2:2 herrschte eine solch gute Stimmung im Auestadion wie lange nicht nach einem Regionalligaspiel. Die Offenbacher dagegen sanken zu Boden, obwohl sie ebenfalls einen Punkt zum Saisonauftakt erhalten.

So ist das manchmal. Bektasi versüßte nicht nur den Löwen-Anhängern den Abend, sondern auch seinem Trainer. Zu Mink habe er ein super Verhältnis, sagte der Stürmer. Da ist es nur logisch, dass er die zwei Tore auch ein bisschen für ihn schoss. Mink feierte gestern seinen 48. Geburtstag.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.