Nach schlechter Leistung auch gegen Bahlingen nur 0:0

KSV Hessen: Torlos in die Komplettkrise

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Niedergeschlagen: Steffen Friedrich nach dem 0:0 gegen Bahlingen auf dem Rasen des Auestadions.

Kassel. Auf dem Weg zum heimischen Auestadion am Samstagmittag fragt eine Frau, was denn dort heute los sei. „Da spielt doch der KSV Hessen Kassel wieder“, entgegnet ein Mann. Und die Frau antwortet: „Ach so, ich dachte, da sei heute eine Halloween-Party.“

Diese Bemerkung rief natürlich ein Schmunzeln beim Mann hervor, aber nach dem 0:0 der Löwen gegen Aufsteiger Bahlingen stellt sich dann schon die Frage, ob nicht die Frau zumindest in Ansätzen recht gehabt hat und im Kasseler Auestadion eine klitzekleine Halloween-Party stattgefunden hat. Denn: Mitunter war das, was sich auf dem Platz abspielte, ein wenig gruselig.

Zumindest legt die Partie nahe, dass sich aus der Torkrise des KSV eine Komplettkrise entwickelt. Die Symptome sind unverkennbar: Nach einem schwungvollen Beginn und zwei vergebenen Torchancen agierte die Elf von Trainer Matthias Mink immer mutloser, mit jeder Minute schwand ein Stück vom derzeit ohnehin nicht üppigen Selbstbewusstsein. Statt mit Tempo den biederen Gegner zu überfordern, regierten Rückpässe und Fehlpässe. Heraus kam nicht nur das fünfte torlose Heimspiel in Folge, sondern auch die schlechteste Saisonleistung. Eine spielerische Linie war im Gegensatz zu sonst kaum zu erkennen.

Am Ende mussten die Löwen sogar froh sein, dass sie nicht noch als Verlierer das Feld verließen. Bahlingens eingewechselter Rico Wehrle hatte in der Schlussphase gleich zwei große Möglichkeiten. Auch deshalb sprach Matthias Mink anschließend von einem Punktgewinn – eine bemerkenswerte Aussage nach einem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten.

Der etwas andere Dreikampf: Hasan Pepic (links) und Frederic Brill (rechts) vom KSV nehmen Bahlingens Yannick Häringer in die Zange.

Mink beschönigte nichts. Er sagte, die Mannschaft hätte mit zunehmender Zeit den Faden und die Nerven verloren – auch wegen Unmutsbekundungen von Seiten der Zuschauer. Der Trainer verwies in diesem Zusammenhang aber auch auf die Unerfahrenheit seines Teams, das noch lernen müsse. Gegen Bahlingen fehlten neben Tim Welker (22) auch Henrik Giese (26) und der gesperrte Shqipon Bektashi (25).

Dass die Startelf ein sehr geringes Durchschnittsalter von 23,36 Jahren hatte, lag aber auch daran, dass Mink für den 32 Jahre alten Tobias Damm mit Nael Najjer einen 19-Jährigen brachte, der bisher keine Rolle spielte. Najjer bemühte sich, fand aber kaum Bindung. Damm ersetzte ihn später und hatte Mitte der zweiten Halbzeit immerhin die größte KSV-Chance, als er Bahlingens Torwart Dennis Müller umkurvte, dann aber zu lange zögerte. Seinen Schuss wehrte ein Gästespieler noch vor der Linie ab.

Die Verunsicherung nach sieben Spielen ohne Sieg steigt – vor allem im heimischen Stadion, in dem sich diesmal offiziell 1403 Zuschauer einfanden. In Wahrheit waren es wohl weniger. Vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit gab es Pfiffe. Für KSV-Mittelfeldspieler Frederic Brill war die Atmosphäre schlecht. Brill sagte: „Ich bin froh, dass wir nächste Woche wieder auswärts spielen.“

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