Vor Ort im Trainingslager des KSV: Feinschliff an der Schanze

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Gymnastik und Radeln: Michael Voss (links) kuriert einen Kreuzbandriss aus, Sebastian Schmeer war angeschlagen.

Kassel. Die Bayern sind in Asien, Frankfurt in den USA - und der KSV Hessen Kassel verpasst sich bis Sonntag in Willingen den Feinschliff für die kommenden Samstag beginnende Saison.

Das ist nicht so weit weg, dafür hat die Mannschaft Ruhe und Zeit, um sich einzustimmen. „So ein Trainingslager ist immer wichtig fürs Teambuilding“, sagt Stürmer Sebastian Schmeer. Wir waren am Freitag vor Ort.

Der Trainingsfaktor 

Vorbei an der Mühlenkopfschanze, durch Willingen hindurch, wo auf Plakaten schon für das im Februar 2018 stattfindende Skispringen geworben wird, geht es hoch zum Hoppecketalstadion - nur unweit des Sauerlandsterns. Um 10 Uhr morgens stehen die Löwen da auf dem Platz. Oder machen ihre Übungen am Rand.

Wie Tim Welker zum Beispiel, der sich auf einer Matte dehnt und dann seine Runden dreht. Oder wie Michael Voss, der seinen Kreuzbandriss auskuriert und es Welker gleichtut. Neben dem 18-Jährigen hat sich Schmeer ein Trimmrad in der Sonne platziert. Er ist in der Partie gegen Verl umgeknickt und lässt es ruhiger angehen. Er hat beste Sicht auf das Spielfeld.

Dort gibt es zur Regeneration unter anderem ein Duell Jung gegen Alt im Fußballtennis. Auch Trainer Tobias Cramer macht mit. Und er führt die Erfahrenen in einer umkämpften Partie zu einem Zweisatz-Sieg. Die zweite Einheit folgt nachmittags. Da ist der Spaß dann vorbei. Treppenläufe sind unter anderem angesagt.

Der Spaßfaktor 

Zwischen Wald und Bergen ist aber ersichtlich: Die Spieler haben richtig Spaß. Es herrscht eine lockere Atmosphäre. Ein paar Beispiele? Mit Blick auf den radelnden Schmeer ruft Sascha Korb: „Tour de Willingen, oder was?“ Und er fügt lachend hinzu: „Glaub’ mir, zehn Minuten einlaufen sind genauso anstrengend." Schmeer dagegen zu Voss, der neben ihm Gymnastik macht: „Du musst den Poppes auch mal anheben.“

Auch schön: Zwischendurch duellieren sich einige beim Lattenschießen. Als Torwart Niklas Hartmann fragt, worum es denn ginge, sagt Korb: „Um eine kleine Aufmerksamkeit. Einen Kuss zum Beispiel.“ Die Stimmung im Team passt.

Mit Ehrgeiz dabei: Sascha Korb (Mitte) bringt den Ball übers Netz. Sebastian Szimayer (von links), Steven Rakk, Adrian Bravo Sanchez und Sergej Evljuskin schauen ihm dabei zu.

Der Teamfaktor 

Nach der ersten Einheit geht es zurück ins zehn Minuten entfernte Hotel in Usseln. Mittagessen. Da wird über Steven Rakks 50-Meter-Eigentor vom Vortag gescherzt, als er Hartmann mit einem Rückpass überraschte. Oder über den Ex-Kasseler Sylvano Comvalius geredet, der mittlerweile bei Bali United in Indonesien spielt. Und da kommt der gerade erst verpflichtete Ingmar Merle dazu.

Nachmittags folgt Rolf Sattorov, der nach dem Probetraining in Kroatien auch einen Vertrag beim KSV unterschrieben hat. Schmeer sagt: „Die Zeit hier vergeht so schnell.“ Ein gutes Zeichen. Sonst hat das Hotel aber Sauna, Pool und Tischtennisplatten zur Unterhaltung. Nach dem Essen gibt’s für einige aber ein Mittagsschläfchen.

Der Euphoriefaktor 

Trainer Cramer führt während des Trainings auch Einzelgespräche mit Spielern - zum Beispiel mit Marco Dawid. Der ist wieder fit. Das stimmt positiv für den Auftakt gegen Mannheim. Denn bis auf kleinere Blessuren steht der ganze Kader zur Verfügung. Und der verpasst sich eben gerade den Feinschliff. In der Sommeridylle von Willingen.

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