So bereitet sich der Regionalligist auf die Saison vor

Ein Trainingstag im Leben der Löwen

Kassel/Hennef. Zurzeit bereitet sich der KSV Hessen Kassel im Trainingslager auf die kommende Saison vor. Ein Besuch in der Sportschule Hennef.

Im Flur steht ein künstlicher Geißbock – eine Art Maskottchen der Sportschule Hennef und vor allem der hier beheimateten Hennes-Weisweiler-Akademie, die für die Ausbildung der Fußballlehrer zuständig ist. Draußen herrscht Betrieb am Schwimmbad, das einen Fünfmeterturm bietet für all jene, die ein bisschen Abenteuer bevorzugen. Rund um das Gebäude liegen die Sportplätze, die dem KSV Hessen Kassel derzeit als Arbeitsplatz dienen.

Wir haben den Tag der KS-Spieler auch auf Kassel-live.de begleitet.

Hier also bereitet sich der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel in diesen Tagen auf die neue Saison vor. Seit dem vergangenen Freitag absolvieren die Löwen ein Trainingslager, das noch bis kommenden Freitag dauert. Neben dem körperlichen Schuften steht auch das Teambuilding auf dem Programm. Dazu begleitet den KSV der Kasseler Coach Oliver Gall.

Ein bisschen Freizeit haben die Spieler auch. Der Nachmittag steht ihnen zur freien Verfügung. Die meisten wollen ins benachbarte Köln fahren. Allerdings: Um 23 Uhr spätestens müssen sie wieder zurück sein. Dann ist Bettruhe angesagt – und auch das allabendliche Kartenspielen muss beendet sein. Zur Not geht Trainer Matthias Mink noch einmal den Gang ab, wie er scherzhaft anmerkt.

Die Unterkunft: Idyllisch und spartanisch

Sie liegt idyllisch im Grünen, die Sportschule Hennef. Der KSV und andere Teams – auch die U-19-Nationalmannschaft der Frauen ist gerade da – finden hier alles, was sie für die Vorbereitung benötigen. Drei Rasen- und zwei Kunstrasenplätze, bestens ausgestattete Krafträume, Schwimmbad, eine hochgelobte Kantine.

Ein Zimmer, zwei Verteidiger: Nico Perrey (links) und Tim Welker bewohnen gemeinsam eines der spartanischen Zimmer in der Sportschule Hennef.

Es gibt hier auch ein VierSterne-Hotel. Die Löwen allerdings wohnen spartanischer. Ihre Zimmer haben Herbergscharakter. Kein Luxus. Zwei Betten, Schrank, kleiner Tisch, zwei Stühle – das war es auch schon. Die Verteilung richtet sich übrigens nach den Positionen. Die Innenverteidiger Nico Perrey und Tim Welker bewohnen ein Zimmer. In anderen wohnen Mittelfeldspieler oder Stürmer gemeinsam.

In der Freizeit treffen sich die KSV-Spieler zum Beispiel auf der Terrasse. Denn eins sucht man auf den Zimmern vergeblich: einen Fernseher.

Das Training: Grundlagen legen

Der Trainingstag am Dienstag beginnt später als sonst – und doch auch früher. An den ersten Tagen hat Fitnesscoach Lutz Anders auch schon mal um 7 Uhr zu ersten aktivierenden Einheiten gebeten.

Heute kann ausgeschlafen werden. Der Tag beginnt mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Das erste und heute – wegen des Testspiels am späten Nachmittag – auch einzige Rasentraining dagegen findet bereits um 9.30 Uhr statt, nicht wie sonst um 11 Uhr. Die Sportschule teilt Plätze und Zeiten zu. Die Verschiebung auf einen früheren Zeitpunkt wird beim KSV aber gern gesehen angesichts hoher Temperaturen, die auch für heute schon vorausgesagt sind.

Um die Hütchen: Angeführt von Kapitän Tobias Becker trainieren die Löwen.

Um halb zehn ist es noch nicht so heiß. Ohnehin fließt aber nicht so viel Schweiß wie in den Einheiten zuvor. „Angesichts des Spiels am Abend geht es eher um technische und taktische Dinge statt um Ausdauer“, sagt Trainer Matthias Mink. Klar, er will seine Mannschaft am Abend gegen den Drittligisten Fortuna Köln nicht völlig ausgepowert auf den Platz schicken.

An den ersten Tagen sah das anders aus in Hennef. Da standen meist drei Einheiten an. Kraft- und Ausdauergrundlagen waren dabei im Mittelpunkt bei Lutz Anders. „Das ist hier das Gewichtheber-Leistungszentrum. Die Bedingungen sind also optimal“, sagt der Mann, der die Löwen fit macht. Auf dem Platz ist dann vor allem wichtig: sich kennenlernen. Hier aber hat Mink diesen einen großen Vorteil: Weite Teile des Teams kennen sich ja bereits.

Das Spiel: Nur KSV-Tore fehlen

Es war eine ordentliche Leistung, die die Löwen am späten Nachmittag im Spiel gegen die klassenhöhere Fortuna aus Köln boten - trotz einer 0:1-Niederlage. Zwei Staus auf dem Weg von Hennef bis zum Platz auf einer Sportanlage im Ortsteil Weiden hatten die Konzentration nicht groß gestört. Trainer Matthias Mink bot in Halbzeit eins und zwei nahezu komplett verschiedene Formationen auf. Paroli aber boten beide. Nur Neuzugang Frederic Brill spielte die gesamten 90 Minuten durch.

Im Zweikampf: KSV-Spieler Nael Najjer (links) guckt sich Burak Mus von Fortuna Köln aus.

Was fehlte – und das erinnerte an die letzte Saison – waren erfolgreiche Abschlüsse. Gute Chancen hatte der Regionalligist vor allem in der zweiten Halbzeit, als in erster Linie Benjamin Girth und Tobias Damm in vorderster Front die Abwehr der Gastgeber beschäftigten. Und es gab auch gute Möglichkeiten: Einen Heber von Marco Dawid (55.) und einen Schuss von Benjamin Girth (70.), der schön freigespielt wurde. Der KSV war in dieser Phase spielerisch die überlegene Mannschaft, die es nur nicht schaffte, sich zu belohnen. Schon in der ersten Halbzeit versäumte es Sqipon Bektashi aus guter Position, ein Tor zu erzielen.

So blieb es bei der 0:1-Niederlage. Das entscheidende Tor schoss der Kölner Julius Biada nach 37 Minuten. Tobias Becker stellte anschließend fest: „Eigentlich hätten wir das Ding gewinnen müssen. Wir hatten die besseren Chancen und haben hinten ein Tor hergeschenkt.“ Zufrieden war der KSV-Kapitän trotzdem: „Im Trainingslager herrschen gute Bedingungen und alle ziehen gut mit. Das hat sich heute auch im Spiel gezeigt.“

Lesen Sie in der gedruckten Ausgabe außerdem:

- Zwei Testspieler im Einsatz

- Brandner und Schmeer fehlen

- Nicht allein in der Sportschule Hennef

- Unterstützung durch einen Gönner

- Auswärtsspiel: Zum Kuckuck

- Zeitplan: So läuft das Trainingslager

Der KSV im Trainingslager: Bilder vom Teambuilding

Die Löwen im Trainingslager: Bilder von der Saisonvorbereitung des KSV

Der Kader des KSV Hessen Kassel der Saison 2015/16

Testspiel Fortuna Köln - KSV Hessen Kassel

Rubriklistenbild: © Hedler/HNA

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