Über die Löwen nach oben

Erfolgstrainer Hecking, Breitenreiter und Schubert sind mit dem KSV verbunden

Kassel. Dieter Hecking, André Breitenreiter und André Schubert haben vieles gemeinsam. Sie trainieren einen Spitzenklub der Fußball-Bundesliga. Sie sind in dieser Woche in der Champions League beziehungsweise Europa League im Einsatz, und sie dürfen sich mit Fug und Recht Aufsteiger des Jahres nennen.

Es sind aber nicht nur die Fans des VfL Wolfsburg, von Schalke 04 und von Borussia Mönchengladbach stolz auf die erfolgreichen Trainer ihrer Lieblingsklubs. Auch die Anhänger des KSV Hessen verfolgen gespannt den Weg des Trios, denn Hecking, Breitenreiter und Schubert haben eine KSV-Vergangenheit.

Dieter Hecking trug das Kasseler Trikot von 1985 bis 1990, Andre Breitenreiter stürmte in der Saison 2002/2003 für die Löwen, und André Schubert war vom 18. November 2013 bis 30. Juni 2014 Sportvorstand des KSV.

Heute trifft Hecking mit dem VfL Wolfsburg in der Champions League auf Manchester United (20.45 Uhr/Sky). Breitenreiter gastiert am Donnerstag in der Europa League mit Schalke 04 in Tripolis (21.05 Uhr/Sport 1, und Schubert tritt heute in der Champions League mit Borussia Mönchengladbach bei Manchester City an (20.45 Uhr/Sky).

Thomas Kneuer über Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking: 

Frühjahr 1985: Beim damaligen Zweitligisten KSV Hessen unterschreiben zwei junge Fußballer einen Vertrag. Der eine, Dieter Hecking, ist 20 Jahre alt, kommt von Borussia Mönchengladbach, hat sechs Bundesliga-Spiele absolviert und soll den KSV Im offensiven Mittelfeld oder im Angriff verstärken. Der andere, Thomas Kneuer, ist 22, kommt aus der Amateurmannschaft des KSV und steht im Tor.

Hecking bleibt fünf Jahre, absolviert in der 2. Liga beziehungsweise in der Oberliga insgesamt 162 Spiele und erzielt 57 Tore. Kneuer hütet das Tor des KSV zwölf Jahre, wechselt dann zum OSC Vellmar und ist derzeit Manager beim Hessenligisten.

Freunde seit mehr als 30 Jahren: Thomas Kneuer (links) und Dieter Hecking vor dem Champions-League-Finale zwischen Real und Atletico Madrid am 24. Mai 2014 in Lissabon.

Kneuer sagt: „Wir haben von Anfang an auch außerhalb des Fußballplatzes viel gemeinsam unternommen, und die Freundschaft hält bis heute. Ich bin Patenonkel bei Dieters Sohn Jonas und wir treffen uns jedes Jahr mindestens einmal. Ganz gleich, wo das Champions-League-Finale stattfindet und welche Mannschaften aufeinandertreffen: Wir schauen es uns immer gemeinsam an. Umso schöner ist es natürlich, dass Dieter nun selbst Trainer einer Mannschaft ist, die in der Champions League spielt.

Als Spieler des KSV Hessen hat Dieter vor allem mit seinem Spielverständnis und seiner Torgefährlichkeit überzeugt. Schon damals hat er oft davon gesprochen, später einmal Trainer werden zu wollen. Er hat die meisten Spiele analysiert, ohne sich in die Arbeit der Trainer einzumischen.

Thorsten Bauer über Schalkes Coach André Breitenreiter:

Als André Breitenreiter am 1. Januar 2003 beim damaligen Oberligisten KSV Hessen anheuerte, war er 29 und hatte die beste Zeit seiner Spieler-Karriere hinter sich. Für den HSV, den VfL Wolfsburg und die SpVgg Unterhaching hatte er 173 Bundesligaspiele absolviert und 31 Tore geschossen. Zu den Mitspielern Breitenreiters, der in Kassel meistens im offensiven Mittelfeld eingesetzt wurde, zählte Thorsten Bauer, der schon zu Beginn der Saison ein Löwe geworden war und bis zu seinem Karriere-Ende 2011 seinem Klub treu blieb.

André Breitenreiter

Bauer sagt: „Es hat großen Spaß gemacht, neben André Breitenreiter zu spielen. Ich habe ihn als sehr laufstarken Spieler in Erinnerung, von dessen Erfahrung ich sehr profitiert habe. Außerhalb des Platzes habe ich seinen Humor geschätzt. Mit André war es immer lustig, ein lockerer Spruch war stets drin.

Leider hat er im Umfeld des KSV nicht die Anerkennung bekommen, die er verdient gehabt hätte. Weil er schon in der Bundesliga gespielt hatte, sind wahre Wunderdinge von ihm erwartet worden. Über die Taktik hat er sich oft Gedanken gemacht, aber er hat nie über seine Pläne gesprochen. Ich weiß nicht, ob er schon damals geplant hat, Trainer zu werden.“

KSV-Trainer Matthias Mink über Gladbachs Coach André Schubert:

André Schubert

Als der in Kassel aufgewachsene André Schubert ein aktiver Fußballer war, kickte er für mehrere Vereinein und um Kassel, aber nie für den KSV Hessen. Der KSV und Schubert kamen im November 2013 zusammen, als der damals 42-Jährige Sportvorstand beim Regionalligisten wurde. Und es dauerte nicht lange, bis Schubert wegweisende Reformen eingeleitet hatte. Die Zeit seiner Tätigkeit für die Löwen war kurz (bis Juni 2014) aber sie wirkt nachhaltig. Zu den von Schubert initiierten Entscheidungen zählt auch die Verpflichtung von Matthias Mink. Der Trainer wurde zu Beginn des Jahres 2014 nicht als Feuerwehrmann geholt, sondern sollte Zeit für eine kontinuierliche Arbeit bekommen.

Mink sagt: „Obwohl der KSV Hessen im Frühjahr 2014 auf einem Abstiegsplatz stand, wurde mir der Einstieg in Kassel sehr leicht gemacht. Das lag vor allem an André Schubert, der den Weg so geebnet hatte, dass ich ein Umfeld vorfand, das mich in Ruhe arbeiten ließ.

Die Zusammenarbeit mit André Schubert war von Anfang an freundschaftlich und seriös. Es wurde sehr schnell deutlich, dass er ein langfristig angelegtes und durchdachtes Konzept hatte. Auch privat bin ich mit André gut befreundet. Seit seinem Engagement für die Profis von Borussia Mönchengladbach können wir uns natürlich nicht mehr so häufig treffen, aber der Kontakt ist nie abgerissen.“

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