Erste Einheit nach neun Wochen

Vor Ort beim Trainingsauftakt des KSV Hessen Kassel: „Das ist wie die Einschulung“

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Besprechung: Die erste Trainingsgruppe am Donnerstagnachmittag auf dem G-Platz. 

Kassel – „Also hier muss ich mich eintragen? Was haben wir heute? Den 14. Mai. Wann war ich da? 16.15 Uhr so.“ Ein Selbstgespräch mit Seltenheitswert.

Hauptfigur: Tim Brandner. Seltenheitswert, weil alles, was derzeit auf dem G-Platz am Auestadion passiert, wohl nicht so schnell wiederkehren wird, wenn die Corona-Pandemie irgendwann überstanden sein sollte. Der KSV Hessen Kassel absolvierte gestern Nachmittag die erste Einheit nach einer neunwöchigen Pause.

Möglich macht das die Wiedereröffnung der Sportanlagen und eine Sondergenehmigung für Mannschaften. Klar ist aber auch: Wieder normal ist hier noch lange nichts. Auf dem Feld stehen zwar Hütchen, Stangen und kleine wie große Tore – es sieht also aus wie eine handelsübliche Fußball-Einheit. Aber auf dem Feld stehen neben dem Trainerteam, dem sportlichen Leiter Jörg Müller und Mannschaftsarzt Dr. Thomas Krause nur fünf Feldspieler und ein Torwart.

Kleingruppentraining ist momentan alles, was geht. Die bestehen aus maximal sieben Spielern plus einem Torwart, erklärt Trainer Tobias Damm. Auch für ihn ändert sich dadurch einiges. An diesem Donnerstag leitet er zwei Einheiten hintereinander, jeweils über 75 Minuten. Heute ist die dritte Gruppe dran. Und so geht es in den kommenden Wochen weiter. Damm hat sein gesplittetes Team so zusammengestellt, dass immer mindestens ein Spieler aus jedem Mannschaftsteil dabei ist. Dennoch: „Spielformen und Zweikämpfe sind nicht erlaubt. Wir halten uns an die Regeln“, sagt er.

Bevor es losgeht, gibt es aber noch Gesprächsbedarf. Mannschaftsarzt Krause klärt die Spieler auf, wie sie sich verhalten sollen. Was passiert, sollte einer positiv getestet werden. Dass deswegen der Abstand eingehalten werden muss. „Mir ist wichtig, dass sie verstehen, warum sie das machen sollen“, sagt er.

Zu den neuen Regeln gehört auch, dass sich jeder vorher in eine Liste eintragen muss. So wie es Brandner getan hat. Wann war er da? Zu welcher Uhrzeit? Das sei wichtig, um eine mögliche Infektionskette nachvollziehen zu können, erklärt Krause. Clustern nennt sich das.

Der Rasen ist frisch gemäht, die Linien makellos abgekreidet. Die Sonne lässt sich an diesem Nachmittag ab und zu mal blicken. Schönes Fußballwetter. Eigentlich. Was auf dem Feld passiert, ist nur das halbe Spiel. Was nicht an den Akteuren liegt. Sie dürfen einfach nicht mehr. Nicht mehr als laufen, dehnen, Pässe spielen, aufs Tor schießen. Das ist trotzdem besser als gar nichts.

„Ich bin nur gelaufen in den vergangenen Wochen. Wir sind jetzt alle Marathonläufer“, sagt Sergej Evljuskin schmunzelnd, der wie Brandner zur zweiten Trainingsgruppe an diesem Tag gehört. Als ihm ein Ball vom einige Meter entfernten Schusstraining vor die Füße springt, entweicht ihm ein ehrfürchtiges „Oh“. Als hätte man ihm ein lange entzogenes Spielzeug wiedergegeben. Ist ja auch so. „Das ist wie die Einschulung. Es fehlt nur die Zuckertüte“, fasst es Frederic Brill zusammen.

Nach Corona-Pause geht es beim KSV Hessen Kassel weiter

Fotos: Nach Corona-Pause geht es beim KSV Hessen Kassel weiter
  © Andreas Fischer
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