Vorn harmlos, hinten sicher, zu Hause verunsichert, auswärts gefestigt

Die komische Krise des KSV Hessen Kassel

Viel Frust in den letzten Wochen: Torhüter Kevin Rauhut und Nico Perrey nach dem 0:0 gegen Bahlingen. Foto: Hedler

Kassel. Es läuft nicht gut beim KSV Hessen. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick gibt es auch immer noch Dinge, die positiv sind. Zwei Blickwinkel einer komischen Krise.

DER NEGATIVE BLICK

• Tendenz sinkend: Sieben Spiele warten die Löwen nun bereits auf einen Sieg. Der letzte gelang am 12. September mit dem 1:0 bei Saar 05 Saarbrücken. Der Abstand auf die ersten beiden Plätze ist auf zehn Zähler angewachsen. Im Stadion ist das deutlich spürbar – an rapide sinkenden Zuschauerzahlen und schlechter werdenden Stimmung.

• Die Langzeit-Sperre von Torjäger Shqipon Bektashi hat den KSV nachhaltig beschädigt. Ohne die Tore des quirligen Außenspielers sind die Löwen zahnlos und harmlos. Die letzten drei Partien endeten 0:0, zu Hause gab es gar seit fünf Spielen keinen Treffer.

• Keine Tore mehr, keine Siege, so sinkt die Attraktivität der Löwen wieder. Wie gewonnen, so zerronnen könnte man sagen. Die Festspielwochen mit starken Auftritten im Pokal und der Liga haben keine Langzeitkraft entfaltet.

• Verunsicherung greift um sich. Beim 0:0 gegen Kellerkind Bahlingen war das spürbar wie nie zuvor in dieser Saison. Keiner da weit und breit, der die Ärmel aufkrempelte und die Mitspieler antrieb. Selbst der sonst an der Linie so engagierte Trainer Matthias Mink saß am Ende ratlos auf seinem Stuhl.

DER POSITIVE BLICK

• Der KSV hat die zweitbeste Abwehr der Liga, was in Zeiten der Torlosigkeit etwas untergeht. Neben dem Tabellenzweiten Waldhof Mannheim mit sieben Gegentreffern sind die Löwen das einzige Team der Liga, das noch keine zweistellige Anzahl an Gegentoren kassiert hat. Neunmal erst musste Torwart Kevin Rauhut hinter sich greifen. In neun von 15 Spielen blieb der KSV gar ohne Gegentreffer.

• Der KSV hat auswärts noch keine Partie verloren. Er belegt in der Auswärtstabelle Rang drei. Vier Siegen auf fremdem Platz folgten drei Unentschieden. Nun geht es zum 1. FC Saarbrücken.

• Die Löwen haben erst zwei Niederlagen in dieser Saison kassiert. Lediglich Waldhof Mannheim steht in dieser Statistik mit nur einer Schlappe besser da. Elversberg, Trier und Saarbrücken gingen jeweils auch nur zweimal als Verlierer vom Platz. Das bedeutet: Bei aller vergeblichen und mittlerweile krampfhaften Mühe, ein Tor zu erzielen, sind die Löwen selbst in Zeiten der Krise schwer zu besiegen. Zumal auch die beiden Niederlagen gegen Elversberg und Trier nicht die Folge einer Unterlegenheit waren.

• Bei aller Torlosigkeit der Löwen stellt der KSV immer noch den besten Torschützen der Liga. Shqipon Bektashi steht gemeinsam mit Elversbergs Mijo Tunjic an der Spitze der Torjägerliste – mit elf Treffern. Problem: Bektashi ist seit vier Spielen gesperrt. Seitdem traf der KSV ein einziges Mal. Siehe: der negative Blick.

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