KSV Hessen heute ab 17 Uhr gegen Bahlinger SC

Brill-Vertreter Aram Kahraman beim KSV Hessen: „War nicht schwer, sich einzuleben“

Aram Kahraman.
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Spaß mit seinen Teamkollegen: Aram Kahraman hat sich in Kassel gut zurechtgefunden und in den vergangenen Monaten sportlich weiterentwickelt.

Ende August des vergangenen Jahres gab Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel die Verpflichtung von Aram Kahraman bekannt.

Kassel – Der Mittelfeldspieler ist in den Nachwuchsleistungszentren von Dortmund und Paderborn ausgebildet worden. Mit damals 19 Jahren sollte Kahraman eine Investition in die Zukunft sein. Klar, der Schritt in den Seniorenbereich braucht Zeit.

Vor allem, wenn es nach acht Spielen für die Reserve des SC Paderborn in der Oberliga Westfalen dann noch eine Liga höher geht. Zeit, die ihm sein neuer Trainer Tobias Damm geben wollte. Im Hessenpokal stand er zweimal in der Startelf. In der Regionalliga reichte es bis zum 21. Februar aber nur für vier Kurzeinsätze. Beim 3:1-Sieg gegen Stadtallendorf stand Kahraman dann über 90 Minuten auf dem Feld.

Auch zweieinhalb Wochen später beim 0:1 gegen Schott Mainz durfte der heute 20-Jährige von Beginn an ran. Doch so richtig konnten Außenstehende bis dahin nicht erkennen, wie viel Talent wirklich in diesem zentralen Mittelfeldspieler steckt. Dann kam der 27. März. Der FSV Frankfurt war zu Gast bei den Löwen. Kapitän Frederic Brill fehlte gelbgesperrt. Und weil auch Brian Schwechel aus beruflichen Gründen verhindert war, schickte Damm neben Serkan Durna einen zweiten jungen Spieler im Mittelfeld ins Rennen: Aram Kahraman.

Wer die Partien der Löwen regelmäßig verfolgt hat, dem blieb nicht verborgen, dass dieses Spiel gegen den Rivalen aus Hessen für Kahraman ein kleiner Durchbruch war. Vor der Abwehr war er von Beginn an enorm griffig, im positiven Sinn aggressiv und zweikampfstark. Die Einstellung stimmte. Es gab eine Szene, die das an diesem Tag gut zusammenfasste: In der ersten Hälfte gewann er einen Zweikampf gegen einen Frankfurter, bekam zudem ein Foul zugesprochen. Der Gegenspieler lag am Boden, der Ball zwischen beiden. Kahraman schoss diesen – nicht besonders stark, aber doch mit etwas Druck – gegen seinen Kontrahenten. Er schien damit zu sagen: „Heute hast du keine Chance. Heute werdet ihr hier nichts holen.“ Die Löwen gewannen 2:1 und Kahraman behielt recht. „Er selbst sagt dazu: „Man muss manchmal ein Zeichen setzen. Zeigen, dass man da ist.“

Weil Brill in den anschließenden Spielen zurückkehrte, saß der 20-Jährige wieder auf der Bank. Heute gegen den Bahlinger SC (17 Uhr) droht der Kapitän wegen einer schmerzhaften Beckenprellung erneut auszufallen. Trainer Damm sagte, der Ausfall sei noch nicht sicher. Es gehe darum, wie sich der Schmerz bei Brill entwickele. Doch im Zweifel hat er ja auch eine gute Alternative.

Nervös ist Kahraman deswegen nicht. „Bei mir gibt es nur die Vorfreude aufs Spiel“, sagt er. „Ich fühle mich sehr wohl. Es war nicht schwer, sich einzuleben. Ich wurde von der Mannschaft sehr gut aufgenommen.“ Neben dem Fußball studiert er BWL an einer Fernuni. Die Zeit muss er sich gut einteilen, denn seit einiger Zeit verbringt er nach dem Training noch anderthalb Stunden im Kraftraum. Für ihn ein Grund, warum er sich in den vergangenen Monaten weiterentwickelt hat.

Heute tippt Kahraman auf einen 2:0-Sieg seiner Löwen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Er sagt: „Ich würde gern hierbleiben.“ Wenn er so weitermacht, hat der Klub sicher nichts dagegen. (Maximilian Bülau)

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