Brill und Nennhuber fehlen

Vor erstem Heimspiel 2021: Was gut läuft und was schlecht läuft beim KSV Hessen

Frederic Brill.
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Frederic Brill.

Start ins Pflichtspieljahr 2021 – und das gegen den Drittliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach. Für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel beginnt ein Januar der Wahrheit.

Kassel – So würden ihn wohl die großen TV-Anstalten betiteln. Fünf Spiele, vier im Auestadion. Bis auf das Duell gegen den TSV Steinbach sind die Gegner jeweils auf Augenhöhe – oder darunter. Darunter, das gilt zumindest tabellarisch auch für den morgigen Kontrahenten. Großaspach war mit Ambitionen in die Saison gestartet, findet sich aber im Tabellenkeller wieder. Wir blicken vor dem Duell am Samstag ab 14 Uhr im Auestadion auf das, was beim KSV gut und nicht so gut läuft.

Was gut läuft

Grundsicherheit: Der KSV hat ein taktisches Konstrukt, in dem er sich richtig wohlfühlt. Das 4-1-4-1 ist mittlerweile ziemlich perfektioniert. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem alleinigen Sechser zu, der immer wieder auch in die Defensivreihe rücken muss. Aber: Die Löwen sind in ihrer Taktik deshalb nicht eindimensional. Im letzten Spiel 2020 In Ulm stellte Trainer Tobias Damm auf ein 4-1-3-2 um. Das Ergebnis: 2:1 für den KSV.

Mentalität: Enorm wichtig. Die Mentalität in der Mannschaft ist herausragend. Weil sie eine Mannschaft ist, die den Namen verdient. 1:5 in Offenbach verlieren und dann nach Ulm müssen? Kein Problem. Auch wenn die Löwen dort den Ausgleich kassieren, machen sie einfach weiter und holen drei wichtige Punkte. Auch beim 4:5 in Bahlingen holte der KSV dreimal einen Rückstand auf. Aufgeben kennen diese Löwen eben nicht.

Entwicklung: Der Fußball des KSV hat sich weiterentwickelt. Klar, Tobias Damm erlaubt auch mal einen langen Ball. Aber wenn möglich, dann möchte er, dass Situationen spielerisch gelöst werden. Nicht selten ist das gut anzusehen, wie sich die Löwen nach vorn kombinieren. Auch innerhalb eines Spiels ist eine Entwicklung erkennbar. Zum Beispiel beim Auftakt in Stuttgart, wo es in der ersten Hälfte nicht lief, in der Pause aber Anpassungen vorgenommen worden. Die ihre Wirkung zeigten. Am Ende stand es 2:0 für den KSV.

Was schlecht läuft

Zu viele Gegentore: Fünf Gegentore in Bahlingen, fünf in Offenbach, vier im Testspiel gegen Wuppertal, drei in Stadtallendorf. Zu häufig fehlt dem KSV die Konstanz über 90 Minuten. Das betrifft dann nicht nur die Abwehr, sondern das gesamte Team.

Druck von der Bank: Wenn Damm auf den Flügeln frisches Personal bringt, dann ist das meist kein Problem. Da hat er genügend Auswahl. Es gibt aber Positionen, vor allem in der Defensive, da dürfen nicht viele ausfallen, da fehlt der Druck der Spieler von der Bank. Am Samstag fehlen Frederic Brill und Kevin Nennhuber. Ihre Vertreter sind gefordert.

Standardsituationen: Früher eine Stärke, bislang noch zu harmlos. Nach Freistößen und Ecken trifft der KSV selten. Dazu passt, dass Freistoßkünstler Alan Meha erst einmal durch einen ruhenden Ball erfolgreich war.

Stimmung auf den Rängen: Nicht ganz ernst gemeint. Aber die ersten KSV-Spiele fanden noch vor Fans statt. Das tat richtig gut. Jetzt herrscht auch im Auestadion Stille. Hoffentlich kehrt die Stimmung bald zurück. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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