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Der KSV Hessen Kassel und sein Offensivproblem: Was tun bei Ladehemmung?

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Von: Maximilian Bülau

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Thorsten Bauer.
Ehemaliger Angreifer: KSV-Rekordtorschütze Thorsten Bauer 2009 im Spiel gegen Freiburg II. © Andreas Fischer

Vier Tore in den vergangenen sieben Spielen der Fußball-Regionalliga – das ist die Ausbeute des KSV Hessen Kassel.

Kassel – Während die Löwen-Defensive die viertbeste der Südwest-Staffel ist, gehört der Angriff nur zum Mittelfeld. Wenn der KSV zuletzt getroffen hat, dann sprangen auch immer Punkte heraus – beim 1:1 in Homburg, beim 1:0 in Offenbach und beim 2:2 in Koblenz. Ohnehin ging nur das Spiel gegen die SV Elversberg (0:2) verloren. Doch dreimal hieß es am Ende auch: 0:0. Wollen die Löwen nicht wieder gefährlich nah an die Abstiegsplätze heranrücken, sollte morgen bei Astoria Walldorf (14 Uhr) ein Sieg her. Dafür muss die Ladehemmung überwunden werden. Was also tun?

Es kann sicher nicht schaden, dass der Trainer des KSV selbst mal Stürmer war. Tobias Damm sagt: „Einfach mal schießen.“ Und er fügt an: „Klar, ich kenne das selbst auch noch. Man darf sich gar nicht darauf konzentrieren, dass es zuletzt nicht geklappt hat. Wir müssen Überzeugung an den Tag legen. Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, dann müssen wir den Abschluss mit Überzeugung suchen – ob mit der Pike, der Seite oder dem Vollspann.“ Der Trainer merkt an, dass zuletzt im Angriffsdrittel keine Klarheit geschaffen wurde, der letzte Pass kompliziert gespielt werden wollte.

Doch die Ladehemmung ist nicht Damms einziges Problem. Derzeit stehen ihm nur zwölf Feldspieler zur Verfügung. Neben dem gesperrten Jon Mogge fehlen wie gehabt Tim Brandner, Nicolas Gröteke, Ingmar Merle und Leonardo Zornio. Sicher ausfallen wird auch Nils Stendera, der nach seiner Handverletzung erhöhte Entzündungswerte im Körper hat. Ein Fragzeichen steht zudem hinter Frederic Brill (Adduktorenprobleme), Kevin Nennhuber (Hämatom an der Wade), Daniele Vesco (Entzündung an der Ferse), Nael Najjar (umgeknickt, Sprunggelenksprobleme), Serkan Durna (Magen-Darm-Infekt) und Paul Stegmann (umgeknickt, Schmerzen im Knie).

Doch zurück zur Ladehemmung. Einer, der wissen muss, was zu tun ist, ist Thorsten Bauer, KSV-Rekordtorschütze. Wobei: So oft kann er ja keine Ladehemmung gehabt haben. Was meint der Experte? „Einfach gesagt: nicht so viel nachdenken“, sagt Bauer. „Natürlich machst du dir Gedanken. Aber wenn du das machst, alles analysierst, dann verkrampfst du.“ Sein Tipp: „Ich habe mir früher einen Torwart und einen Außen geschnappt und nach dem Training Extraschichten eingelegt. Flanken, Abschluss – um Rhythmus zu bekommen, Sicherheit. Die holst du dir im Training. Ein wichtiger Faktor ist zudem der Trainerstab, der dir das Vertrauen gibt. Ob du triffst oder nicht, ein Angreifer muss Wertschätzung spüren“, meint Bauer.

Für den ehemaligen Mittelstürmer ist eine Ladehemmung immer auch mental bedingt. Er erinnert sich an die Zeit 2002, als er von Regensburg zum KSV kam. „Da habe ich wenig gespielt, wenig getroffen. Nach dem Trainerwechsel lief es dann wieder, weil ich das volle Vertrauen bekommen habe.“ Kurios: Dass der 44-Jährige damals nicht nebenbei arbeitete, sieht er als Nachteil. „Ich hatte viel Zeit, um nachzudenken. Als ich gearbeitet habe neben dem Fußball, da war ich so im Stress, dass dafür gar keine Zeit blieb.“ Hoffnung also für den KSV und die Ladehemmung. Arbeiten müssen derzeit fast alle. (Maximilian Bülau)

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