Im Spiel gegen Eintracht Trier

Intim-Foul: Welche Strafe droht Bektashi nach Griff in Weichteile?

Die Aktion, um die es geht: Shqipon Bektashi greift seinem Gegenspieler Benedikt Koep in die Weichteile. Screenshot: Sport1

Kassel. Nach dem Griff in die Weichteile seines Gegenspielers gibt es für KSV-Spieler Shqipon Bektashi ein Nachspiel vor dem Sportgericht.

Entscheidend ist, dass der Schiri die Aktion nicht gesehen hat. Ob und wie lange der Stürmer nach dem Foul am Dienstagabend an Benedikt Koep von Eintracht Trier gesperrt wird, soll zeitnah entschieden werden. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt:

Darf das Sportgericht ermitteln, obwohl Schiedsrichter Pascal Müller die Aktion nicht bestraft hat? 

Das Foul ist in diesem Video ab Minute 1:25 zu sehen

Grundsätzlich gilt die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Nur wenn diesem ein grober Irrtum nachgewiesen werden kann, wird seine Entscheidung außer Kraft gesetzt. Die Aktion von Bektashi hat außerhalb des Blickfeldes des Schiedsrichters stattgefunden. In diesem Fall darf das Sportgericht ohne einen Anstoß von außen ermitteln. Hätte Schiri Müller die Aktion gesehen und nicht bestraft, wäre der Fall geschlossen gewesen.

Wie geht das Sportgericht nun weiter vor? 

Der Kontrollausschuss des Sportgerichts hat sich mit der Szene bereits befasst und Ermittlungen eingeleitet. Als erstes wird der Schiedsrichter befragt, ob er etwas gesehen hat. Anschließend dürfen sich die Beteiligten zu dem Vorfall äußern. Danach entscheidet der Kontrollausschuss, ob er das Geschehen für relevant erachtet und ein Verfahren einleitet.

Handelt es sich bei Bektashis Aktion um eine Unsportlichtkeit oder Tätlichkeit?

Zunächst: Ob Unportlichkeit oder Tätlichkeit entscheidet nicht der Schiedsrichter, sondern das Sportgericht. Der Schiedsrichter schildert nur die Vorkommnisse. Das Sportgericht bewertet anschließend nicht nur die Aktion an sich. Relevant ist dabei zum Beispiel auch, ob der Ball in der Nähe war. Grundsätzlich wird eine Beleidigung meistens als unsportlich, ein Griff oder Schlag dagegen als Tätlichkeit gewertet.

Welche Strafe droht Bektashi bei einer Verurteilung? 

Bei der Bemessung der Strafe wird die Gesamtsituation bewertet: Ist der Spieler ein Ersttäter oder schon auffällig geworden? Wie ist das Spiel gelaufen? Kam es vorab zwischen den Spielern schon zu Provokationen? Einen vorgegebenen Strafenkatalog gibt es nicht. Eine Geldstrafe muss Bektashi dagegen beim Sportgericht nicht erwarten. Bei Folgeschäden könnte Koep ein Schmerzensgeld nur durch eine private Klage erhalten.

Was wäre passiert, hätte es keine Live-Bilder gegeben?

Die Bilder sind in diesem Fall entscheidend. Ohne Live-Bilder wäre es schwierig, Bektashi seine mögliche Schuld zu beweisen. Denn die einzigen neutralen Personen auf dem Spielfeld, Schiedsrichter und Assistenten, haben die Aktion nicht gesehen. Auch vor dem Sportgericht gilt: Die Schuld des Angeklagten muss bewiesen werden. Bis dahin ist er unschuldig.

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