Verteidiger spielt jetzt bei Steinbach und stand zuletzt im Kader

Talent Welker: Auf einmal wieder auf dem Platz - allerdings für den Gegner

Damals neu beim KSV: Dieses Foto zeigt Tim Welker nach seinem Wechsel von Paderborn nach Kassel im Juni 2015. Archivfoto:  Hedler

Kassel. Manchmal schreibt der Fußball komische Geschichten. Wenn der TSV Steinbach am Samstag zum Hessenderby in der Regionalliga nach Kassel kommt (Anpfiff 14 Uhr), dann könnte Tim Welker beim Team von Trainer Matthias Mink im Kader stehen.

Der Coach ist dagegen angeschlagen – er sei derzeit durch Rückenprobleme stark beeinträchtigt, sagt Steinbachs Pressesprecher Sven Firmenich.

Lange war es genau andersherum: Mink war der Trainer, der Welker 2015 aus Paderborn zum KSV Hessen holte. Einen Spieler, der schon in der zweiten Bundesliga auflief, mit hervorragenden Anlagen. Welker wurde mit 21 Jahren direkt Stammspieler, absolvierte die ersten 13 Partien über die volle Distanz. Die Löwen kassierten in diesen Spielen nur neun Gegentreffer. Dann bremste ihn eine Knieverletzung aus. Die Patellasehne chronisch entzündet. Das war im Oktober 2015. Und für Welker begann eine lange Leidenszeit.

Für den KSV lief der Verteidiger danach nie wieder auf, immer wieder warf ihn die Verletzung zurück. Umso überraschender kam es, dass der heute 23-Jährige, nachdem er keinen neuen Vertrag in Kassel bekommen hatte, vor knapp zwei Wochen für zwei Jahre bei Steinbach unterschrieb. Die Vorbereitung hatte er noch beim Team von Trainer Tobias Cramer mitgemacht.

„Kassel war mein erster Ansprechpartner. Anfang Juli hat Matthias Mink dann Kontakt zu mir aufgenommen. Ich bin froh, dass es hier geklappt hat“, sagt Welker. Und nachdem Außenstehende nie so wirklich wussten, wie es um eine Rückkehr von ihm steht, sagt Welker jetzt: „Ich habe noch etwas Trainingsrückstand. Aber ich kann voll trainieren und habe keine Probleme. Jetzt muss ich mir noch die nötige Körperlichkeit erarbeiten.“

Am vergangenen Wochenende beim 3:2-Sieg gegen Ulm stand der Innenverteidiger erstmals im Kader der Steinbacher. Gut möglich, dass es für ihn auch mit nach Kassel geht. „Es ist ein gutes Gefühl, wieder dabei zu sein. Ganz klar. Aber es wird dann noch mal ein ganz anderes Gefühl sein, wenn ich wirklich wieder auf dem Platz stehe. Es macht mich schon stolz, dass ich mich nie habe hängenlassen“, sagt Welker.

Er ist sich aber auch bewusst, dass es mit einem Stammplatz zunächst schwierig werden könnte. „Gerade auf der Position des Innenverteidigers wird selten gewechselt. Die erste Elf steht erst mal. Ich muss mich ranarbeiten.“

Fast zwei Jahre ist es nun her, dass Welker zuletzt bei einem Punktspiel auflief. Sicher, eine Partie gegen den Ex-Klub wäre ein würdiges Ereignis, um die Rückkehr auf den Platz zu feiern – und sei es nur für wenige Minuten. Eine Woche später, am Samstag den 9. September, steht dann ein Heimspiel gegen Elversberg an. Einen Tag zuvor wird Welker 24 Jahre alt. Auch das wäre kein schlechter Moment für ein kleines Geburtstagsgeschenk.

So oder so: Sein Comeback ist wohl nur eine Frage der Zeit. Trainer Mink hat laut Steinbachs Pressesprecher Firmenich „etwas in Richtung Bandscheibenvorfall“. Er selbst sagt aber, dass er am Samstag im Auestadion dennoch die Mannschaft betreuen werde. So sehen sie sich wieder. Der eine verletzt, der andere fit. Nur dieses Mal eben andersrum.

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